Frostsichere Tränken für Stall und Weide

Frostsichere Tränken im Offenstall und auf der Weide

Foto: Colourbox
So schützen Sie Tränken draußen vor dem Zufrieren.

Draußen im Offenstall oder auf der Koppel muss das Wasser bis zur Tränkestelle oft lange Wege zurücklegen. Das macht es umso schwerer, die Rohre vor Frost zu schützen. Auch eine Stromzufuhr ist selten vorhanden.

Wer einen Stall mit Außenanlage baut, kann Wasser- und Stromleitungen im Außenbereich gleich mit einplanen. Doch auch wenn gar keine Leitungen vorhanden sind, gibt es praktische Lösungen.

Weide/Ställe ohne Leitungen

Weder Strom- noch Wasserzufuhr brauchen Sie für einen frostgeschützten Eimer (Thermo-Eimer). Dieser ist so gut isoliert, dass keine Heizung nötig ist. Wird er mit leitungswarmem Wasser befüllt, bleibt er über Stunden eisfrei. Die Wasseroberfläche ist mit einer schwimmenden Trinkschale gegen das Einfrieren geschützt. Beim Trinken drücken die Tiere diese herunter. Durch ein Loch in der Mitte strömt Wasser nach. Der Eimer wird auf dem Boden, an einer Wand oder einem Zaun befestigt.

Die Vorteile: Der Thermoeimer bietet den Tieren die Möglichkeit, in einer natürlichen Haltung zu trinken und ist kostengünstig. Ebenfalls praktisch: Sie können ihn auch im Stall verwenden, da der Eimerhalter an die Wand montiert werden kann.

Der Eimer hat aber auch Nachteile: „Er eignet sich nur für Kleingruppen. Da der Behälter nur 18 Liter fasst, wird pro Pferd ein Eimer benötigt“, erklärt Heike Sliwinski. Außerdem erspart der Thermoeimer nicht das Wasserschleppen: Morgens und abends sollte der Eimer komplett geleert und mit leitungswarmem Wasser befüllt werden.

Für Standorte ohne Wasserleitungen und Stromzufuhr eignet sich auch die Thermoquelle. Jedoch muss eine Wasserquelle vorhanden sein, zum Beispiel ein Brunnen. Die Thermoquelle wird auf eine Betonfläche über der Wasserstelle gesetzt. Über eine Pumpe mit Ansaugschlauch gelangt das Wasser in die Trinkschüssel. Den Pumpenschwengel betätigen die Pferde selbst.

Die Erdwärme des Brunnens hält die Pumpe und den Schlauch bis etwa minus fünf Grad frostfrei. Ist es kälter, springt eine Petroleumheizung an. Sie hält die Tränke laut Hersteller eisfrei bei Temperaturen bis zu minus 25 Grad. Empfohlen wird, den Pumpenschwengel und die Trinkschüssel gelegentlich zu reinigen.

Weiden/Ställe ohne Anschluss

Ohne Heizung und ohne Stromanschluss funktionieren sogenannten Klappen- oder Balltränken. Diese Tränken bestehen aus einem großen Kasten, der gut isoliert ist. Sie brauchen allerdings einen Wasseranschluss. Da die Wasserzufuhr von unten kommt, müssen die Steigleitungen jedoch nicht isoliert werden – die Erdwärme reicht aus, um sie eisfrei zu halten.

Ball- und Klappentränke unterscheiden sich durch die Trinköffnung, die entweder durch einen Ball oder durch eine Klappe vor dem Einfrieren geschützt ist. Trinkt ein Pferd, schiebt es die Klappe mit der Nase hoch oder drückt den Ball herunter. Für das entnommene Wasser fließt dann von unten frisches Wasser nach. Auch diese Tränke sollte nicht sich selbst überlassen werden. Sie braucht eine regelmäßige Reinigung. Dafür gibt es eine Vorrichtung, über die das Wasser abgelassen werden kann.

Die Klappen- oder Balltränke ist für größere Pferdegruppen geeignet, sagt Heike Sliwinski. Sie rät: „Mindestens zehn Tiere sollten die Tränke nutzen, damit das Wasser nicht zu lange steht. Nur dann ist sie auch bei Temperaturen von bis zu minus 20 Grad frostsicher.“

Die Vorteile dieser Tränkesysteme: Sie haben nur eine einmalige Investition und keine laufenden Kosten.

Mit Wasser- und Stromanschluss

Wenn sowohl ein Wasseranschluss als auch eine Stromversorgung vorhanden ist, können Sie eine heizbare Standtränke installieren. Die Tränke wird elektrisch beheizt und ist thermostatgesteuert. Durch das isolierte Gehäuse ist die Steigleitung geschützt. Zuleitungen müssen im Erdreich verlegt werden, damit sie nicht einfrieren.

Die Tränke funktioniert nach einem Wiegebalkensystem. Am Wiegekorb, in dem die Schale liegt, ist ein Gewicht montiert. Ist die Schale mit Wasser gefüllt, befindet sich das System in der Waage und das Zulaufsystem ist geschlossen. Wenn ein Tier trinkt, wird die Schale leichter, der Wiegekorb kippt und öffnet das Ventil. Das Wasser läuft nach, bis das Gleichgewicht wieder hergestellt ist.

Das integrierte Thermostat regelt, dass die Heizung sich erst einschaltet, wenn es wirklich kalt ist. Dadurch hält sich der Stromverbrauch in Grenzen. Ein eingebauter Filter soll das Wasser sauber halten. Vorteil: Weil sich direkt unterhalb des Tränkebeckens eine Heizung befindet, können die Pferde aus einer offenen Wasserstelle trinken.

„Pferdegruppen bis zu 25 Tieren kommen mit unserer Nelson-Standtränke aus“, sagt Heike Sliwinski. „Das System ist frostsicher bis zu minus 30 Grad. Das haben wir in einer Kältekammer testen lassen.“ Tränken, die nach diesem Prinzip funktionieren, gibt es übrigens auch für den Innenbereich. Einige Modelle können direkt an die Wand montiert werden.

04.12.2017
Autor: Nadine Szymanski
© CAVALLO
Ausgabe 11/2017