So erklären Sie Ihrem Pferd, was Sie wollen

Kapieren: So verklickern Sie richtig gut

Foto: Lisa Rädlein CAVALLO Die drei Lösungswege: Kapieren, Können und Wollen
Mit diesen Strategien macht es beim Pferd endlich "Klick".

Sie üben eine neue Lektion, die einfach nicht klappen will? Oder Alltagsmanöver wie Stehenbleiben führen immer wieder zu langwierigem Hin und Her?

Verständnisprobleme kommen nicht nur bei eher langsamen Lernern wie dem Milz-Typ vor. Auch frechen Klassenclowns und Hasenfüßen können immer wieder Fragezeichen auf die Stirn geschrieben stehen. Dagegen gibt es einige hilfreiche Strategien:

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Häppchenweises Vorgehen enttarnt Verständnislücken

Haben Sie nur den leisesten Verdacht, dass Ihr Pferd Sie nicht verstanden hat, gehen Sie immer einen Schritt zurück und zerlegen das Geforderte in kleine Einzelschritte. Eine Übung, mit der Sie gut das Verständnis mehrerer Basislektionen feststellen können, nennt Yvonne Gutsche: „Ich lasse Pferde gerne in einer liegenden Acht um mich herumgehen. Das Pferd kreist zunächst etwa auf der linken Hand um mich. Dann lasse ich es auf mich zukommen, während ich zurückweiche. Als Nächstes schicke ich es mit der Schulter nach außen weg und lasse es einen Kreis in die andere Richtung um mich herumgehen.“

Gelingt die liegende Acht immer noch nicht, überprüfen Sie Ihre Hilfengebung. Lassen Sie sich im Zweifel von Ihrem Trainer helfen. Kein Erfolg? Vielleicht müssen Sie an einer besseren Führung arbeiten oder mehr Sicherheit vermitteln.

Zeigen Sie Ihrem Pferd, dass es etwas kann

„Für die meisten Menschen ist es wichtig, dass das Pferd eine Aufgabe ausführt, also zum Beispiel über einen Sprung geht – egal wie“, beobachtet Berni Zambail. Doch ein mit Holterdiepolter geschaffter Sprung bedeutet nicht, dass Ihr Pferd wirklich weiß, wie springen funktioniert. „Erklären Sie Ihrem Pferd Dinge so, dass es weiß, dass es sie wirklich kann“, (siehe Übungen weiter unten).

So kann das Pferd beim nächsten Mal mit Selbstvertrauen an eine Aufgabe herangehen. Das geht Menschen nicht anders: Haben Sie einmal einen Zufallstreffer auf der Dartscheibe gelandet, nachdem Sie überredet wurden mitzuspielen, sind Sie längst nicht überzeugt und fähig, ein zweites Mal ins Schwarze zu treffen.

Arbeiten Sie im Kopf eine Liste ab

„Ein Plan im Kopf ist ganz wichtig, um präzise Signale zu geben“, betont Yvonne Gutsche. Auch hier bietet es sich an, jeden Vorgang in Einzelschritte zu zerlegen – und zwar in Ihrem Kopf. Schrittweise gehen Sie dann jede Stufe einer Hilfe durch, von der Vorbereitung bis zum Nachgeben oder Weglassen der Hilfe, wenn das Pferd reagiert hat. Solche Listen im Kopf helfen auch gegen Fehler, die sich eingeschlichen haben und dem Pferd das Verständnis der Hilfen erschweren.

Setzen Sie sich selbst einen Floh ins Ohr. Sagen Sie sich immer wieder positiv formuliert vor, woran Sie arbeiten möchten, etwa „Hand vor“. Das tun auch Profis.

„Ich neige dazu, mit meiner linken Hand nach hinten festzuhalten, und muss da wirklich gegen meinen inneren Schweinehund anreiten, der immer wieder in die alte Gewohnheit zurückfällt“, erzählt etwa Yvonne Gutsche.

Übungen in Einzelschritte zerlegen

Werden Sie kreativ, um Aufgaben zu zerlegen. Berni Zambail etwa erklärt jungen Pferden das Prinzip Springen so: Er lässt sie zwischen liegenden Tonnen (alternativ Strohballen, Cavalettiblöcke o. Ä.) hindurchgehen, nachdem diese beschnuppert wurden.

Foto: Lisa Rädlein CAVALLO Die drei Lösungswege: Kapieren, Können und Wollen

Übungen aufteilen für Durchblick

Nach Schritt kommt Trab. Der Durchgang wird nach und nach immer enger, bis das Pferd nicht mehr einfach hindurchkommt. Da es aber schon weiß, dass es auf die andere Seite soll, ist der Gedankensprung zum kleinen Hüpfer keine große Sache mehr.

Foto: Lisa Rädlein CAVALLO Die drei Lösungswege: Kapieren, Können und Wollen
11.02.2019
Autor: Natalie Steinmann
© CAVALLO
Ausgabe 1/2019