13 Tipps fürs Trail-Training an der Hand

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Foto: Lisa Rädlein CAVALLO Gut durch den Trail geführt

Basisübung: Kopfsenken

Bevor Sie das Hindernis angehen, üben Sie als Basis-Lektion das Kopfsenken. Diese Übung hilft dem Pferd dabei, sich die Trail-Hindernisse genau anzuschauen und sich zu konzentrieren.

Stellen Sie sich dazu neben Ihr Pferd und legen Sie eine Hand im Genick auf. Kraulen Sie das Pferd sanft im Genick und üben Sie mit der anderen Hand leichten Druck mit dem Strick nach unten aus. Senkt Ihr Pferd den Kopf ein kleines Stück nach unten, lassen Sie den Strick sofort locker.

Gibt das Pferd nicht nach, können Sie den Hals zunächst zu den Seiten biegen und dazu eine Hand auf die Nase legen. Danach versuchen Sie das Kopfsenken erneut.

Übung 1: Brücke oder Bretter

Lassen Sie Ihr Pferd zunächst über stabile Holzbretter oder eine sehr flache Brücke gehen. Die meisten Pferde wollen zunächst ungern auf dem Brett stehen bleiben und es möglichst schnell überwinden.

„Führen Sie deshalb anfangs über die kurze Seite der Bretter: So ist das Pferd schnell wieder unten“, rät Uschka Wolf. Außerdem sind die Bretter so breiter. „Kommt das Pferd anfangs etwas schräg auf die Bretter oder tänzelt herum, tritt es nicht gleich daneben.“

Lassen Sie Ihr Pferd vor der Brücke zunächst den Kopf senken und das Holz beschnuppern. Dann führen Sie es langsam mit den Vorderbeinen auf die Brücke. Bleiben Sie einen Moment neben Ihrem Pferd auf der Brücke stehen. Dann führen Sie es langsam weiter, sodass die Vorderhufe wieder auf dem Boden landen und die Hinterbeine auf der Brücke stehen.

Warten Sie auch hier einen kurzen Moment. Dann gehen Sie weiter, bis das Pferd mit allen vier Hufen auf dem Boden steht, und halten erneut an. „Es ist wichtig, nach einem Hindernis nicht direkt weiterzugehen“, sagt Uschka Wolf. „Das Pferd soll das Erlebte kurz sacken lassen.“

Warten Sie dazu, bis das Pferd wieder richtig ausatmet oder anfängt zu kauen. „Meistens dauert das, bis Sie im Kopf bis sieben oder acht gezählt haben“, erklärt Uschka Wolf. Klappt die Übung, können Sie Ihr Pferd längs über die Bretter führen.

Um die Aufgabe anspruchsvoller zu gestalten, simulieren Sie ein Geländer und verengen den Weg dadurch. Legen Sie zunächst Kanthölzer seitlich auf die Bretter.

Übung 1: Brücke oder Bretter

Später können Sie diese mit Pylonen erhöhen. Versuchen Sie, beim Führen immer mehr vor das Pferd zu kommen. So üben Sie auch für echte Engpässe im Gelände, die nur so passierbar sind.

Übung 2: Gummimatte oder Teppich

Als Steigerung führen Sie Ihr Pferd über eine Gummimatte, einen alten Teppich oder eine Plane. „Teppiche und Planen machen oft ungewohnte Geräusche beim Betreten und sind daher gut geeignet, um die Gelassenheit zu trainieren“, sagt Uschka Wolf.

Mehr Unerschrockenheit & Balance - Übung 3: Verschiedene Untergründe im Gelände

Auch im Gelände können Sie üben, unterschiedliche Böden zu betreten. Wechseln Sie beim Spaziergang ganz bewusst immer wieder von Schotter auf Asphalt oder von der Wiese auf den Feldweg. „

Viele Pferde betreten ungern einen neuen Boden. Das kann problematisch sein, wenn Sie etwa einem Auto ausweichen müssen“, schildert Uschka Wolf. Auch Wasserpfützen, Bäche und matschige Untergründe machen Ihr Pferd unerschrockener und verbessern seine Balance.

Konzentration & Gehorsam Basis-Übung: Beine bewegen

Für Steuerungshindernisse müssen Sie die Vor- und die Hinterhand Ihres Pferds gezielt bewegen können. Üben Sie dies vorab. Sie nutzen dazu Signale am Halfter und Ihre Körpersprache.

Möchten Sie die Hinterhand nach rechts bewegen, wirken Sie am Halfter mit der Hand nach links ein und bewegen den Kopf so in diese Richtung. Zusätzlich gehen Sie von links auf die Hinterhand zu, geben einen Fingerzeig oder berühren das Pferd anfangs leicht an der Seite, bis es mit der Hinterhand nach rechts weicht.

Konzentration & Gehorsam -Basis-Übung: Beine bewegen

Um die Vorhand zu verschieben, lassen Sie das Pferd in Bewegungsrichtung blicken und bewegen zum Beispiel das Strickende in Richtung Schulter.

Konzentration & Gehorsam - Übung 1: Stangen-L

„Nutzen Sie für das Stangen-L am besten viereckige Hölzer, diese rollen nicht weg“, rät Uschka Wolf. Alternativ unterlegen Sie runde Stangen mit Blöcken. Die Gasse sollte anfangs mindestens 1,5 Meter breit sein (später etwa einen Meter), die Stangen zwei, besser drei Meter lang.

Gehen Sie zunächst vorwärts durch das Stangen-L. Dirigieren Sie Ihr Pferd wie bei der Basis-Übung mit Vor- und Hinterhand Schritt für Schritt um die Ecke. Klappt das, versuchen Sie es rückwärts. Stehen Sie dazu leicht seitlich vor dem Pferd. Drücken Sie mit der Hand, die das Strickende hält, auf die Pferdebrust. Reagiert das Pferd nicht, können Sie es leicht kneifen. Ihre andere Hand führt wie bei der BasisÜbung den Kopf am Halfter.

Dirigieren Sie Vor- und Hinterhand Schritt für Schritt. Tritt Ihr Pferd aus dem L heraus, gehen Sie einen Schritt vorwärts, bis es wieder gerade im L steht. Geht Ihr Pferd zu hektisch rückwärts, hilft eine Gerte dabei, es durch sanfte Berührung an der Hinterhand zu bremsen und wieder vorzuschicken. Lassen Sie es zwischen den einzelnen Schritten immer wieder stehen.

Konzentration & Gehorsam - Übung 2: Seitwärts über die Stange

Üben Sie zunächst ohne Stange, Ihr Pferd seitwärts zu schicken: erst an der Bande entlang, dann im freien Raum. Im nächsten Schritt lassen Sie das Pferd entlang einer vor oder hinter ihm liegenden Stange seitwärts gehen. Dann erst soll sich das Pferd seitwärts über eine Stange bewegen.

Führen Sie Ihr Pferd dazu an die Stange, sodass es mit den Vorderfüßen neben der Stange steht. Anschließend schicken Sie die Hinterhand herum, bis das Pferd über der Stange steht. „Findet es die Stange unter dem Körper unheimlich, lassen Sie es nur kurz so stehen“, rät Uschka Wolf. Lassen Sie das Pferd vor der Übung den Kopf senken und die Stange betrachten. Gehen Sie dann zunächst ein kleines Stück seitwärts. Stehen Sie dazu leicht seitlich vor dem Pferd. Soll es nach links weichen, stehen Sie rechts vom Pferd, drehen Ihre Körpervorderseite leicht seiner Körperseite zu und wirken mit Ihrem rechten Arm treibend ein. Zum Anhalten heben Sie Ihre Körperdrehung auf, kommen etwas mehr vor das Pferd und hören auf zu treiben. „Von hier aus sind Sie bei Bedarf auch schnell auf der anderen Körperseite des Pferds, um diese auszubremsen“, erklärt Uschka Wolf. Weicht Ihr Pferd nach vorne oder hinten aus, korrigieren Sie durch leichten Druck oder Zug am Halfter. „An diese Übung müssen Sie sich Schritt für Schritt herantasten“, so Uschka Wolf.

Konzentration & Gehorsam - Übung 3: Slalom um Bäume & Äste

Im Gelände können Sie sich Bäume oder Äste suchen, um Ihr Pferd im Slalom darum herumzuschicken. Ist der Slalom eng, müssen Sie ähnlich wie im Stangen-L Hinter- und Vorhand Schritt für Schritt bewegen.

Konzentration & Gehorsam - Übung 4: Rückwärtsrichten im Gelände

Im Gelände taugen Zäune, Hecken oder Holzstapel als Begrenzung, um Ihr Pferd gerade rückwärtszurichten. Um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen und die Hinterhand-Muskulatur zu stärken, können Sie auch bergauf am Hang ein paar Schritte rückwärtsrichten.

Kondition & Kraft - Übung 1: Stangenfächer

Bauen Sie den Stangenfächer mit langen Stangen (mindestens drei, besser vier Meter) auf. So variieren die Abstände zwischen vorne und hinten stärker. Am offenen Fächerende sollte zwischen den Stangen zunächst eine ganze Pferdelänge Abstand sein.

Messen Sie aus, ob die Abstände gleich sind. Am Mittelpunkt liegen die Stangen erhöht, etwa auf einem Ikea-Töpfchen. Anfangs führen Sie das Pferd weit außen über die Stangen, später weiter innen. Lassen Sie Ihr Pferd den Kopf senken und die erste Stange betrachten, bevor es sie überschreitet

Kondition & Kraft - Übung 1: Stangenfächer

Ist es mit den Vorderbeinen über die Stange getreten, lassen sie es kurz stehen und lassen dann erst die Hinterbeine über die Stange treten.

„Machen Sie sich dabei ruhig selbst etwas klein und orientieren sich nach unten, um das Pferd langsam gehen zu lassen“, rät Uschka Wolf. Jeden einzelnen Schritt leiten Sie ein, indem Sie zum Beispiel schnalzen, wenn das Pferd ein Bein heben soll.

„Trail heißt, sich Zeit nehmen“, betont Uschka Wolf. „Das Pferd soll lernen, langsam und bewusst über die Stangen zu steigen.“ Setzt das Pferd die Vorderbeine bewusst über die Stange, schlägt es auch hinten seltener an. „Es weiß dann, wie hoch es die Hinterbeine heben muss.“

Weicht das Pferd mit der Hinterhand aus dem Fächer heraus, schicken Sie diese wieder zurück.

Kondition & Kraft - Übung 2: Stangen hoch und tief legen

Kennt das Pferd den Stangenfächer bereits, können Sie den Schwierigkeitsgrad erhöhen, indem Sie jede zweite Stange auf der Außenseite des Fächers erhöhen und am Mittelpunkt niedrig legen.

Das Pferd muss so noch genauer taxieren. „Die Motivation zum genauen Hinschauen ist hier größer, weil das Pferd eher auch mal anstößt und die Höhe nicht immer gleich bleibt“, so Uschka Wolf.

Kondition & Kraft - Übung 3: Äste und Baumstämme im Gelände

Fortgeschrittene steigen im Gelände über Äste – oder sie suchen geeignete für den Reitplatz zusammen. „Da Äste sehr unterschiedlich geformt sind und nicht gerade wie Stangen, ist die Herausforderung größer“, erklärt Uschka Wolf. Bei Ästen ist es nicht schlimm, wenn das Pferd sie mit dem Bein streift, da sie nachgeben.

Aufmerksamer müssen Pferde bei einem Baumstamm sein. „Dafür ist dieser aber besser einzuschätzen, da er größer und besser sichtbar ist“, so die Trainerin.
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