Für bessere Rittigkeit und Beweglichkeit beim Pferd

5 pfiffig kombinierte Stangenübungen

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Foto: Grafiken: Schuschkleb CAVALLO kreatives Stangentraining

Käse-Kästchen für mehr Raumgriff

Legen Sie für dieses Hindernis ein Quadrat aus 3 Meter langen Stangen in den Sand, das an den Ecken jeweils leicht geöffnet bleibt. Innen platzieren Sie zwei Dualgassen gitterförmig übereinander.

Die Enden der obenliegenden blaugelben Elemente können Sie zusätzlich leicht erhöhen, damit sie nicht durchhängen. Vielfältige Reitwege (siehe Grafik) haben geniale Effekte: „Auf der Diagonalen muss das Pferd seine Tritte verlängern, seine Bewegungen werden raumgreifender“, erklärt Christine Hlauscheck.

Starten Sie im Schritt mit dem kürzesten Weg übers Eck des Hindernisses. Klappt das mühelos, arbeiten Sie sich zur längsten Diagonale über drei Kästchen hinweg vor. Wichtig: Manche Pferde zögern anfangs vor dem unbekannten Hindernis, da sie es nicht richtig einschätzen können. „Bleiben Sie geduldig und konsequent, halten Ihr Pferd gut an den Hilfen“, rät Hlauscheck.

Schauen Sie selbst voraus, sodass Ihr Pferd gerade auf die Elemente zusteuert. Hat Ihr Pferd das Hindernis ein paar Mal sicher im Schritt gemeistert, üben Sie es im Trab. Sie werden sehen: Nach und nach wird Ihr Pferd mehr Selbstvertrauen gewinnen und mit raumgreifenden Tritten über die Käsekästchen schweben!

Geschickt im Slalom

In diesem Stangenmikado aus Hlauschecks Trickkiste kurven Sie im Slalom über einseitig und beidseitig erhöhte Stangen. Das wirkt gymnastizierend und stellt Ihr Pferd nahezu automatisch an die Hilfen. Damit die Übung gelingt, müssen Sie vorausschauend reiten und Ihr Pferd rechtzeitig präzise umstellen. Das schult Ihre Einwirkung! Und so geht’s:

Legen Sie drei oder mehr Stangen auf gerader Linie hintereinander (siehe Grafik). Für kleine, wendige Pferde legen Sie die Stangen direkt aneinander, bei großrahmigeren Tieren sollten die Stangen mindestens zwei Meter auseinander liegen. Pylonen an den Stangenenden dienen zur Orientierung. Schlängeln Sie nun im Schritt so über jede Stange, dass Sie mittig und leicht schräg kreuzen.

Wichtig: Das innere Pferdebein sollte jeweils zuerst über die Stange fußen. Dadurch bleibt der Bewegungsfluss erhalten und es fällt dem Pferd leichter, ohne anzustoßen über die Stange zu navigieren. Tipp: Schauen Sie kurz nach der Stange bereits zur nächsten, und zeichnen Sie den idealen Reitweg dorthin gedanklich in den Sand. Klappt’s im Schritt, können Sie traben.

Perfekte Handwechsel mit Stangenfächer und Quadrat

Mit dieser Übung von Christine Hlauscheck lassen sich Bahnfiguren wie „Durch oder Aus dem Zirkel wechseln“ optimieren. Bei diesen Lektionen driften Pferde gerne über die Schulter nach außen weg und lassen sich vor dem Umstellen in die neue Richtung nur schwer geraderichten.

Der Clou: Bei dieser Stangenkombi sind die Stangen im Fächer jeweils außen erhöht. Dadurch wird das Pferd automatisch auf einer sauberen Linie mittig über jede Stange um die Kurve geführt. Wechselseitig erhöhte Stangen in der Box führen diese Linie optisch weiter, was es Ihnen erleichtert, den Vierbeiner hier geradezurichten.

Genauso fein geht es dann im Bogen in die neue Richtung. Gleichzeitig sorgt dieses Hindernis für starke Beine und fördert die Versammlungsfähigkeit: „Das innere Hinterbein muss im Bogen weiter unter den Schwerpunkt treten. Die erhöhten Stangen verstärken diesen Effekt“, erklärt Hlauscheck. Fortgeschrittene Paare können sogar alle Stangen im Hindernis beidseitig erhöhen.

Knobeln mit Schrittstangen

„Stangenkombis im Schritt sind viel anspruchsvoller und effektiver, als die meisten Reiter glauben“, sagt Carolin Lenz. Denn es ist für Vierbeiner gar nicht so leicht, im Viertakt über erhöhte Stangen zu manövrieren, ohne aus dem Takt zu kommen oder anzustoßen. Schrittstangen fördern deshalb volle Konzentration und Körperbeherrschung vom Pferd.

So gelingt’s: Legen Sie eine Reihe aus vier Stangen in den Sand, dazwischen platzieren Sie zwei Kreuze (siehe Grafik). Reiten Sie das Hindernis gerade und mittig an. Wichtig: Machen Sie Ihr Pferd bereits ein paar Meter vorher durch ein Stimmkommando wie „Aufpassen!“ aufmerksam, damit es sich besser konzentriert.

Geben Sie ihm dann etwas mehr Zügel, damit es den Kopf senken und sich die Stangen gut anschauen kann. „Wird Ihr Pferd hastig, halten Sie es vor den Stangen an, warten ein paar Sekunden und lassen es dann wieder antreten“, rät Lenz.

Achten Sie mit Hilfe feiner Paraden darauf, dass Ihr Pferd über den Stangen in einem sauberen Viertakt bleibt und nicht zu viel Gewicht auf die Vorhand bekommt. „Der Rücken sollte schön gewölbt sein, damit Ihr Pferd kontrolliert über die erhöhten Stangen treten kann.“

Schräge Stangenreihe fürs Köpfchen

Diese ausgeklügelte Stangenkombination aus parallel und schräg liegenden Stangen ist echtes Gehirnjogging fürs Pferd. „Die diagonalen Stangen sorgen für eine optische Täuschung, das Pferd muss also ein sehr gutes Orientierung- und Koordinationsvermögen entwickeln und perfekt an den Hilfen stehen, um diese knifflige Stangenreihe im Trab flüssig zu meistern“, erklärt Christine Hlauscheck.

Doch auch der Reiter muss konzentriert bei der Sache sein. Damit Ihr Pferd das gesamte Hindernis rhythmisch überwinden kann, müssen Sie alle Stangen schnurgerade und mittig anreiten, denn nur auf dieser Linie sind die Stangenabstände passend. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihr Pferd gerade zwischen Ihren Waden bleibt und schauen Sie selbst gerade voraus. Tipp: Pylonen rechts und links der Mittellinie dienen als optische Unterstützung für Pferd und Reiter.
Mehr zu dieser Fotostrecke: Stangentraining mit erhöhten Stangen - so geht's