7 Übungen mit Stangen und Pylonen

Sie können die Fotostrecke mit den Richtungspfeilen der Tastatur bedienen
←   →
Foto: Lisa Rädlein CAVALLO 7 Übungen mit Stangen und Pylonen

Das doppelte Dreieck

2 Elemente (Stangen und Pylonen) und 7 Übungen: Um triste Tage aufzuheitern, zaubern CAVALLO-Experten aus verscheidenene Reitweisen mit wenig Aufwand echte Trainingswunder auf den Reitplatz.

Wir zeigen, wie's geht und was es bringt. Und los geht's gleich mit Übung 1:

Das bringt's Das doppelte Dreieck verbessert Takt und Biegung des Pferds. Die gleichmäßige Arbeit auf beiden Händen fördert die Geraderichtung. Der Reiter muss planvoll und vorausschauend reiten, um nicht den Überblick zu verlieren.

So geht's: Legen Sie aus drei Stangen ein Dreieck. An jede offene Ecke kommt eine weitere Stange, so dass ein zweites Dreieck entsteht. Starten Sie im Schritt (z.B. an der kurzen Seite bei C) und reiten über die erste Stange ins innere Dreieck. Weiter geht es über die äußere Spitze und mindestens eine Pferdelänge darüber hinaus. Wenden Sie in einem großen Rechtsbogen um ein Hütchen erneut in das innere Dreieck. Insgesamt reiten Sie drei Bögen nach rechts, bevor Sie die Übung (in Richtung A) beenden. Wiederholen Sie die Tour auf der linken Hand. Klappt die Übung beidhändig im Schritt, können Sie auch Trab und Galopp dazu nehmen.

Anke Recktenwald (anke-recktenwald.de) ist FN Pferdewirtschaftsmeisterin. Sie ist ausgebildete Connected Ridingsowie TellingtonTTouch-Trainerin.

Das clevere Kreuz

Das bringt's Um immer dann impulsartig treiben zu können, wenn das Pferd mit dem Hinterbein abfußt, muss der Reiter genau wissen, wann welches Bein in Bewegung ist. Sagen Sie beim Überreiten der Stangen laut vor, welches Bein sich hebt. Ein Außenstehender kann Ihre Wahrnehmung überprüfen. Tipp: Zählen Sie die Schritte zwischen den Stangen und versuchen diese zu variieren. Das verbessert Koordination und Reitergefühl.

So geht's: Legen Sie aus vier Stangen ein Kreuz, innen sollte etwa ein Meter Platz von Stange zu Stange sein. Stellen Sie sich ein uadrat vor, dessen Ecken zwischen zwei Stangen liegen. Diese Ecken mit je einem Hütchen markieren. Reiten Sie im Kreis über das Stangenkreuz. Dabei bestimmen Tempo und Schrittlänge Ihres Pferds den Kurs. Achten Sie auf einen gleichmäßigen Takt. Beginnen Sie im Schritt und steigern die Gangart nach und nach. Klappt der Kreis, können Sie im Quadrat, markiert durch die Hütchen, über die Stangen reiten. Der Wechsel zwischen Gerade und Biegung fordert Pferd und Reiter zusätzlich.

Linda Leckebusch-Stark (leckebusch.com) ist Trainerin A im Westernreiten und erfolgreiche Turnierreiterin. Sie verbindet den hohen Sport mit einem besonderen Gefühl für Pferde.

Das vielseitige Dreieck

Das bringt's Reiter und Pferd müssen sich konzentrieren, um den richtigen Weg, aber auch die passende Schrittlänge und das Tempo einzuhalten. Der Blick auf das Hütchen hilft dem Reiter beim korrekten Sitz in der Wendung. Das Pferd muss aktiv unter den Schwerpunkt treten und über den Stangen die Beine vermehrt anheben.

So geht's: Drei Pylonen im Abstand von je zehn Metern bilden ein Dreieck. In der Mitte jeder Seite liegt eine Stange. Reiten Sie erst im Schritt, später im Trab oder Galopp, im Mittelzirkel um das Dreieck. Wenden Sie in eine Volte um ein Hütchen ab und überreiten zwei Stangen. Passen Sie das Tempo so an, dass das Pferd im Takt bleibt. Ebenso können Sie in einer Acht um je zwei Hütchen wechseln. Ihr Blick ist dabei stets auf die mittige Pylone gerichtet. Fortgeschrittene Reiter können Vor- und Hinterhandwendungen um die Hütchen einbauen.

Martina Uhl (martina-uhl.de) ist Trainerin C mit dem Schwerpunkt Dressur. Sie kombiniert immer neue Übungen und Ideen. Damit versteht sie es, Freizeitreitern Spaß am Lernen zu vermitteln.

Die verstreuten Tore

Das bringt's Die vielen Wendungen fördern Rittigkeit, Durchlässigkeit und Geschmeidigkeit des Pferds sowie eine präzise Hilfengebung des Reiters. Reiter und Pferd müssen sich stark aufeinander konzentrieren, wobei immer neue Variationen für Abwechslung sorgen.

So geht's: Stellen Sie willkürlich mindestens fünf „Tore“ aus je einer Stange und zwei Pylonen auf. Legen Sie sich eine Route zurecht, und reiten Sie im Schritt, Trab oder Galopp jedes Tor mittig an. Schwerer wird es, wenn Sie sich vornehmen, nach jedem Tor einen Handwechsel einzubauen. Eine weitere Variation: Nach dem Durchqueren eines jeden Tors eine Volte um eine oder eine Acht um beide Pylonen reiten. Fortgeschrittene Reiter können die Tore sogar seitwärts weichend oder rückwärts überqueren.

Peter Pfister (peterpfister-schade.de) hat über 40 Jahre Pferdeerfahrung. Vor allem die Philosophie der Ranch-Reiter, ohne starres Lehrbuchdenken, prägt sein Handeln.

Der verstellbare Stangenfächerwechsel

Das bringt's Beim Überqueren einer Stange achten die Pferde oft auf ihre Vorderbeine, vergessen aber die Hinterhand aktiv mitzunehmen. Die wechselnden Höhen fördern die Aufmerksamkeit des Pferds und verbessern sein Körpergefühl für alle vier Beine. Außerdem schult die Übung Biegsamkeit und Koordination.

So geht's: Platzieren Sie sternförmig mindestens vier Stangen rund um einen Hindernisständer (falls nicht vorhanden, eine Pylone auf den Boden legen). Platzieren Sie die Stangen so, dass sie an einer Seite um zirka 40 Zentimeter erhöht sind. Verteilen Sie in der Verlängerung der Stangen in variablen Abständen Pylonen. Führen oder reiten Sie Ihr Pferd im Schritt um den Stangenfächer. Variieren Sie dabei den Abstand zum Ständer, damit Ihr Pferd seine Schritte an Höhe und Abstand der Stangen anpassen muss. Wenden Sie an beliebiger Stelle aus dem Stangenfächer in einen Kreis um ein Hütchen, dann wieder zurück über die Stangen. So entsteht eine Acht um Hindernisständer und Pylone. Kreiseln Sie beliebig oft in einer Runde um die Hütchen. Wechseln Sie regelmäßig die Hand sowie am Boden die Seite, auf der Sie führen. Achten Sie darauf, dass Ihr Pferd fleißig bleibt.

Sigrid Schöpe (gefühl-fürs-pferd.de) arbeitet seit über 35 Jahren mit Pferden, lernte die Bodenarbeit von vielen Trainern und gibt Kurse.

Der freie Slalom

Das bringt's Das Pferd lernt auf Körpersprache und kleinste Signale mit der Peitsche zu achten. Der Mensch muss sich seiner Körpersprache sicher sein und sie bewusst einsetzen. Die hohe Konzentration wird mit einem geschmeidigen und durchlässigen Pferd belohnt.

So geht's: Stellen Sie vier Pylonen im Abstand von je acht Metern in einer Linie auf. Mit vorerst einem halben Meter Abstand liegen parallel dazu Stangen auf dem Boden. Führen Sie Ihr Pferd an der Longe durch den Slalom, während Sie entlang der Stangen laufen. Longe und Peitsche halten Sie wie gewohnt. Um Ihr Pferd außen um ein Hütchen zu lenken, geben Sie ein Signal mit der Peitsche in Richtung Pferdeschulter und drehen sich mit der äußeren Schulter in Richtung Ihres Pferds. Laden Sie Ihr Pferd umgekehrt mit dem Zurücknehmen der äußeren Schulter ein, mit Ihnen vor der Pylone entlangzugehen. Wiederholen Sie die Übung auf der anderen Hand. Hat Ihr Pferd die Übung verstanden, können Sie die Distanz zum Pferd vergrößern und die Abstände zwischen den Pylonen ungleichmäßig variieren. Weitere Stangen neben den Hütchen sorgen für Abwechslung.

Babette Teschen und Tania Konnerth (wege-zum-pferd.de) haben sich auf pferdefreundliches Longieren spezialisiert. In ihrem Longenkurs vermitteln sie Pferden und Reitern Freude an der gemeinsamen Arbeit.

Der eigenständige Wechsel

Das bringt's Das Pferd lernt auf kleinste Signale des Menschen, eigenverantwortlich und motiviert Aufgaben auszuführen. Der Mensch muss sein Ziel fest vor Augen haben und sich seiner Körpersprache bewusst sein. Dabei können spielerisch kleine Hindernisse eingebaut werden, wobei die Übung durch das klare Ziel für das Pferd stets nachvollziehbar bleibt.

So geht's: Stellen Sie zwei Hütchen in einem Abstand von zehn Metern auf. Dazwischen liegt eine Stange. Das Pferd soll allein durch feinste Signale des Menschen von einem Hütchen zum nächsten gehen und dabei die Stange überqueren. Die Übung erfolgt entweder vom Boden aus ganz frei oder am langen Strick – oder aus dem Sattel. Versuchen Sie Ihr Pferd nur durch Blick und Körpersprache zu einem Hütchen zu schicken. Dort angekommen, wird eine entspannte Pause eingelegt. Dann wird der Fokus auf die zweite Pylone gerichtet. Folgt das Pferd, muss es die Stange überqueren. Am zweiten Hütchen angekommen, belohnen Sie das Pferd wieder durch eine Pause. Nach und nach wird das Pferd das Ziel annehmen und wie von selbst von Pylone zu Pylone wechseln. Klappt der Wechsel in verschiedenen Gangarten, kann die Stange beispielsweise durch ein Cavaletti ersetzt werden.

Ralf Heil (birkenhof-heil.de) ist Dreisterne-Parelli-Instruktor und unterrichtet seit 20 Jahren.
Mehr zu dieser Fotostrecke: