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Faszien lösen beim Pferd für einen gesunden Rücken

Interview: Wie Faszien und Tragkraft zusammenhängen Faszien lösen beim Pferd für einen gesunden Rücken

Ein tragfähiger Pferderücken und lockere Faszien hängen eng zusammen. Das Gute daran: Pferdebesitzer können die Faszien selbst lösen. Wie das geht erklärt Christoph Machura, Mobilitätstrainer für Pferde und Reiter sowie Entwickler der RollArt Faszienrollen, im Interview.

CAVALLO: Welche Rolle spielen die Faszien für einen fitten und schmerzfreien Pferderücken?

Christoph Machura: Über das Faszien-Bindegewebe ist alles im Körper miteinander verbunden. Man kann sich die Faszien wie eine Autobahn vorstellen, über die Mineralien und Vitamine transportiert werden, aber auch Schadstoffe abfließen. Gleichzeitig sind die Faszien extrem stressanfällig und verkleben sehr schnell. Dann funktioniert der Transport nicht mehr und die Faszien schmerzen. Das ist auch ihre Aufgabe. Sie sind eine Art Frühwarnsystem und verhindern, dass wir für uns im Moment schädliche Bewegungen ausführen. Beim Pferd kann das so weit gehen, dass es enorme Schonhaltungen einnimmt oder sogar lahmt, also nicht mehr reitbar ist. Das Gute daran: So bekommt das Gewebe die Pause oder die Behandlung, die es braucht, um zu regenerieren.

Inwieweit beeinflussen die Faszien auch die Tragfähigkeit des Pferderückens?

Wenn die Faszien verklebt sind und schmerzen, hat das Pferd sofort weniger Bewegungsmöglichkeiten. Es kann dann nicht mehr den Rücken aufwölben und die Bauchmuskeln anspannen, um den Reiter gesund zu tragen. Das Pferd wird sich aufgrund der Schmerzen aus der Tragehaltung schummeln, die Hinterhand rausschieben und vorne weniger weit vortreten. Die Ursache kann zum Beispiel ein unpassender oder falsch liegender Sattel oder falsches Reiten sein – oft beginnt dann ein Teufelskreis und das Pferd kommt von einer Schonhaltung in die nächste. Man sollte die Ursachen beseitigen und die Faszien lösen.

Wie kann der Reiter denn schmerzende Faszien beim Pferd selbst wieder lösen?

Verklebte Faszien lassen sich durch rollende, schiebende Bewegungen lösen. Das hat Dr. Robert Schleip an der Universität Ulm wissenschaftlich gezeigt. Aktuell läuft auch eine Studie an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen dazu, wie das Faszienrollen sich auf Pferde auswirkt. Aus der Erfahrung mit unseren Faszienrollen kann ich sagen, dass Verklebungen sich zunächst vom Pferdebesitzer sehr leicht entdecken lassen. Die Rollen sind sehr leichtläufig, und wenn sie kurz stoppen oder sich herausheben, hat man eine Verdickung oder verspannte Stelle gefunden. Auch die Pferde zeigen das oft an, indem sie ein Bein heben oder den Kopf zur Seite drehen. Dann kann man zwei Dinge probieren: Den Druck beim Rollen auf der Stelle erhöhen oder verringern. Nach 50 bis 60 Sekunden sollte das Pferd Wohlbefinden anzeigen, etwa durch Kauen, Lecken oder Kopfsenken.

Wann muss denn ein Profi ran?

Eine zu starke Verspannung der Faszien, an der man selbst nichts bewirken kann, gibt es nicht. Bei Gelenkblockaden muss jedoch eine Fachkraft ran. Allerdings hat auch diese es leichter, wenn das Pferd regelmäßig gerollt und die Faszien so gelöst werden.

Wann sollten Reiter Ihr Pferd am besten mit der Faszienrolle behandeln?

Man kann sowohl vor als auch nach dem Training rollen. Sind die Faszien vorher locker, fällt es dem Pferd leichter, die Körperspannung aufzubauen, die für die Leistung unterm Sattel nötig ist. Übrigens kann sich der Reiter auch selbst rollen, um lockerer im Sattel zu sitzen und beweglicher zu sein. Aber auch nach dem Training kann das Rollen die Regeneration fördern und das Pferd entspannen lassen.

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