Sattelpflege: Wie oft wird da gefettet?

Sattelzeug pflegen: CAVALLO-Experten geben Tipps
Wie oft wird da gefettet?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 05.01.2026
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Dressursattel mit Steigbügeln, Reithandschuhen und Bauchgurt
Foto: wingedwolf/ gettyimages

Die richtige Sattelpflege ist das A und O – Nur wie?

Sprays, Öle, Schaum, Seifen, Wachs oder Fett: Die Auswahl an Pflegemitteln für Lederzeug ist groß. Denn Staub, Schweiß und Schmutz schaden nicht nur dem Leder, sondern können es auch mürbe machen und sogar reißen lassen. Die richtige Pflege ist daher also auch aus Sicherheitsgründen wichtig.

Bei der Sattelreinigung trägt man mit einem sauberen Schwamm Sattel-Seife auf. Produkte wie Lederschaum gibt man hingegen direkt auf das Leder. Damit das Sattelzeug geschmeidig bleibt, sollte es nach der Reinigung ab und zu gefettet werden. Öl hingegen zieht oft tief ins Leder ein und kann die Fasern aufweichen. Aber nicht nur die regelmäßige Pflege ist wichtig für ein geschmeidiges Leder, sondern auch eine kühle und trockene Lagerung von Sattel und Zaumzeug: Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit bildet sich sonst schnell Schimmel.

Wie machen es die Experten? Christiane Schwahlen, Klassik-Trainerin:

"Um die Pflege meines Sattels, der Seile und Halfter kümmere ich mich selbst. Stricke und Halfter kommen in die Waschmaschine. Ledersachen wie Zaumzeuge und Sättel halte ich mit einem feuchten Schwamm sauber und behandele sie zweimal wöchentlich mit den vom Hersteller empfohlenen Pflegegemitteln. Die Pflege von Sattel und Zaumzeug der Berittpferde übernimmt ein Angestellter unserer Reitanlage."

Sauber muss es sein – Corinna Lehmann:

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Lisa Rädlein

"Ich liebe saubere Ausrüstungsgegenstände. Trense und Sattel putze ich regelmäßig. Dazu verwende ich auch einen Staubsauger. So entferne ich kleine Staubkörner, die sich in den Ritzen festsetzen. Das klappt besser als mit einem Schwamm, der den Schmutz lediglich hin- und herschiebt."

Silke Hembes, Dressurausbilderin, rät in puncto Sattelpflege: weniger ist mehr

CAV Expertenfotos Silke Hembes (JPG)
Ammann

"Je öfter man sein Sattelzeug benutzt, umso weniger muss man es putzen, finde ich. Meist reicht es aus, ab und an – vielleicht einmal pro Woche – mit einem feuchten Lappen und ein wenig Sattelseife über das Leder zu wischen. Scheint das Leder trocken zu sein, trage ich ebenfalls mit einem Lappen etwas Lederfett mit Bienenwachs auf. Bevor ich gefettetes Lederzeug wieder benutze, reibe ich es ab, damit kein Staub an überschüssigem Fett hängen bleibt. Ist das Leder in gutem, das heißt in einem glatten, satten und geschmeidigen Zustand, sehe ich keine Veranlassung, mehr zu machen. Das gilt auch, wenn alle Riemen bei Bedarf leicht übereinander gleiten, ohne dass es Kratzer gibt. Die freie Zeit widme ich lieber meinen Pferden. Überpflegtes, zu stark geöltes und knatschiges Leder ist mir nämlich ein Graus!"

Regelmäßiges Putzen ist die Devise von Jana Mandana Lacey-Krone:

CAV Expertenfotos Jana Mandana (JPG)
Lisa Rädlein

"Ich putze gern Sattelzeug. Das Leder fetten wir einmal pro Woche, die Gebisse spülen wir täglich. Die Vorstellungsgeschirre tragen unsere 60 Pferde nur bei den Aufführungen. Um die Lederarbeiten kümmert sich unsere eigene Sattlerei mit drei Leuten."

Aufwand lohnt sich, sagt Trainer Berni Zambail:

"Täglich benutztes Sattelzeug sollte auch täglich geputzt werden; zumindest dort, wo es mit Pferdeschweiß in Berührung kommt. Dazu wasche ich es zuerst mit viel Wasser und Seife ab. Dann trage ich mit einem sauberen Schwamm einen Mix aus viel Sattelseife und wenig Wasser auf. Ich benutze eine Glycerin-Seife oder Seife aus einer Glycerin-Bienenwachs-Mischung. Das Zaumzeug baue ich alle ein oder zwei Wochen auseinander, um das Leder unter den Schnallen zu pflegen. Durch den Druck wird das Leder sonst hart und rissig. Klingt aufwändig, aber bei teurem Sattelzeug lohnt es sich."