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Pferde-Fütterung
Kräuter gegen Karies Lisa Rädlein
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Futterzusatz für Pferde

Kräuter gegen Karies?

Nicht alle Pferde können kraftvoll zubeißen. Zahn- und Zahnfleischprobleme lassen sich aber schlecht wegputzen. Dieses Futter kann helfen.

Wir Pferdebesitzer fühlen uns oft ziemlich hilflos, wenn unsere Tiere Zahnprobleme haben – wir können ihnen ja nicht einfach die Zähne putzen. Doch was wir nicht wegschrubben können, lässt sich vielleicht wegfüttern? Inzwischen werden einige Ergänzungsfuttermittel mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen angeboten, die Pferden mit kranken Zähnen helfen sollen. Was sagen die Veterinäre dazu?

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Kräuter gegen Karies
Futterzusatz Helfen diese Kräuter gegen Karies beim Pferd?
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Zahnkrankheiten beim Pferd

Denn auch Pferde leiden unter Zahlschmerzen.Genau wie wir Menschen haben sie Karies oder Parodontose, leiden an Zahnwurzelentzündungen oder Frakturen.

Kräuter gegen Karies
Fellner – Fotolia.com

Eine gefürchtete Diagnose bei Pferden ist die extrem schmerzhafte Krankheit EOTRH (Equine Odontoclastic Tooth Resorption and Hypercementosis). Es entstehen eitrige Entzündungen, Zahnsubstanz und Knochen werden abgebaut, Zahnzement wird hingegen im Übermaß gebildet. Letztendlich müssen die betroffenen Zähne gezogen werden.

Calcium für gute Zähne

Futtermischungen, die überwiegend Spurenelemente und Mineralstoffe, vor allem Calcium enthalten, sollen neben der Knochenstruktur auch die Zahnsubstanz verbessern.

„Ein gutes, auf den individuellen Bedarf des Pferds abgestimmtes Mineralfutter sollte ohnehin gefüttert werden“, sagt Tierärztin und IGFP-Pferdedentalpraktikerin Dr. Wiebke Schröder vom Tiergesundheitszentrum Isernhagen. Aber sie gibt zu bedenken: „Es ist nicht nachgewiesen, dass Mineralstoffe beim erwachsenen Pferd noch eine Verbesserung der Zahnsubstanz bewirken.“

Heilpilze für gesünderes Zahnfleisch

Mit Ergänzungsfutter, in dem Heilpilze stecken, hat sie dagegen gute Erfahrungen gemacht. „Bei manchen Pferden bemerken wir einen positiven Effekt“, so Schröder. Auch Dr. Tessa Fink, die im bayerischen Höchstadt eine Tierarztpraxis mit Schwerpunkt Osteopathie und Pferde-Zahnheilkunde betreibt, wendet diese „Vitalpilze“ an.

Die heilende Wirkung bestimmter Pilze wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) genutzt. „Durch die entzündungshemmende und wahrscheinlich auch anti-infektive Wirkung beruhigt sich bei manchen EOTRH-Patienten das Zahnfleisch und die Krankheit lässt sich eindämmen“, erzählt Fink.

Auch Kräutermischungen enthalten Pflanzen, die für ihre entzündungshemmende Wirkung bekannt sind. „Sie könnten dazu beitragen, dass Entzündungen zurückgehen“, meint Pferdefütterungsexpertin Constanze Röhm. Einige Kräuter können Pferdebesitzer in der Regel in kleinen Dosen selbst mischen. Röhm empfiehlt Hirtentäschel, Kamille, Schafgarbe und Spitzwegerich.

Meerrettich gegen Bakterien

Unter den Heilpflanzen ist der Meerrettich ein besonders scharfer Gegner von Bakterien. Die enthaltenen Senföle werden in der Humanmedizin zur Infektbekämpfung eingesetzt – die Wirksamkeit ist in Studien belegt. „Fürs Pferd täglich etwa 40 Gramm – das entspricht zwei Zentimetern von einer Meerrettichwurzel – reiben und unters Futter mischen. Jedoch nicht bei magenkranken Pferden“, rät Röhm.

Dr. Stefan Brosig, physikalischer Chemiker, gibt seinen Pferden davon täglich vorbeugend zwölf bis 15 Gramm pro 100 Kilogramm Körpergewicht. Er schwört auf die Wurzel, seitdem er sie erstmals seinem Seniorwallach, der unter entzündeten Zahntaschen litt, gab. Die Entzündungen ließen laut Brosig schnell nach und das Pferd nahm wieder zu.

Kurkuma hilft gegen Entzündungen

In vielen Ergänzungsfuttermitteln für Pferde steckt inzwischen Kurkuma. Zahlreiche Studien zur Wirkung von Kurkuma beim Menschen zeigten positive Ergebnisse. Dr. Kay Bredehorst, Experte für Immunologie und Orthomolekularmedizin, war an der Entwicklung eines Futtermittels für Pferde mit Infektionen, insbesondere Zahnproblemen, beteiligt.

Er sagt: „Kurkuma in Verbindung mit anderen Inhaltsstoffen wie Aloe Vera, Leinöl und Grünlippmuschel kann bei chronischen und akuten Entzündungen helfen.“

Auf die Ernährung kommt es an

Die Grundlage für gute Zähne ist jedoch die richtige Ernährung: Das Pferd braucht hochwertiges Rau- und Mineralfutter. „Strukturreiches, langfaseriges Heu sorgt für den nötigen Abrieb der Pferdezähne“, erklärt Dr. Wiebke Schröder. Bei 30 bis 60 Minuten Training am Tag sei in der Regel kein zusätzliches Kraftfutter nötig.

Vorsicht bei melassehaltigen Pellets, trockenen Brotstücken und Leckerlis: „Sie hinterlassen hartnäckig klebende Rückstände auf den Kauflächen und können Karies verursachen“, so die Tierärztin. Geben Sie Ihrem Pferd also lieber mal eine Möhre als ein Leckerli.

Gebisskontrolle beugt vor

Da Pferdezähne nachschieben, sollte mindestens einmal im Jahr gecheckt werden, ob das Gebiss in Ordnung ist. Scharfe Kanten und Unregelmäßigkeiten gehören begradigt. „Die Kaukraft sollte gleichmäßig auf alle Zähne verteilt sein. Zu lange Schneidezähne bekommen zu viel Druck ab. Das wirkt sich unter anderem negativ auf die Krankheit EOTRH aus. Im Backenzahnbereich können ungleiche Druckverhältnisse zu Substanzschädigungen der Zähne führen“, sagt Pferdedentalpraktikerin Dr. Tessa Fink.

Auch eine gesunde Fresshaltung hat Einfluss aufs Gebiss. „Nur wenn das Pferd bodennah frisst, liegen Ober- und Unterkiefer genau aufeinander“, erklärt Tierärztin Dr. Wiebke Schröder.