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Licht im Stall: Tipps die Pferden über den Winter helfen

Lichte Momente für die dunkle Jahreszeit

Pferde mögen‘s hell. Lichtberater Alois Gebauer aus Heldenstein aus Bayern sagt, was Pferdehalter tun können, damit sich die Tiere auch im dunklen Winter richtig wohlfühlen.

Natürliches Tageslicht mit jahreszeitlichen Schwankungen ist für Pferde ein wesentlicher Zeitgeber für Wachen, Dösen und Fressen. Was Pferde treiben, wechselt alle paar Stunden – sogar nachts.

Tageslicht steuert die innere Uhr

Der Sensor für diesen Zyklus sitzt als winzig kleiner Neuronenhaufen im Hypothalamus, direkt über der Stelle im Hirn, an der sich beide Sehnerven kreuzen. Tausende Nervenzellen, deren Stoffwechsel und elektrische Signale rhythmisch schwingen, bilden hier eine Art innere Uhr. Fehlt Tieren in dunklen Ställen natürliches Licht, sind sie von künstlichen Zeitgebern wie festen Fütterungszeiten abhängig – und können depressiv werden.

Garant für die Gesundheit

Menschen wie Tiere brauchen für die lebenswichtige Vitamin-D3-Produktion das volle Spektrum des Sonnenlichts, das Stalllampen in der Regel fehlt. Vitamin D3 bildet sich im Unterhautgewebe, wenn UVB-Strahlen die Haut streicheln. Im Körper bringt das Sonnenvitamin den Calcium-Phosphor-Stoffwechsel in Schwung und kräftigt Knochen sowie Zähne. Lichtmangel belastet vor allem Fohlen und alte Pferde. Bei Senioren lässt die natürliche Vitamin-D3-Synthese nach – eine Zufuhr übers Futter kann nötig werden. Fohlen können unter Wachstumsstörungen leiden. Fehlt Licht, sinkt auch der Sauerstoffgehalt im Blut und das Pferd ist weniger leistungsfähig.

Langes Licht macht Lust auf Liebe

Die Libido braucht Licht. Kitzelt es im Frühjahr die Netzhaut, rauscht der Reiz direkt in die Hormonfabrik im Hirn und kurbelt die Fruchtbarkeit von Stuten an. Im Winter dagegen liegt die Libido auf Eis. Um dem Zyklus rechtzeitig vor dem Frühjahr auf die Sprünge zu helfen, setzen manche Züchter deshalb vorbeugend schon ab Dezember auf Kunstlicht. Mit dem Licht aus ganz normalen Lampen lässt sich die Rosse etwa einen Monat vorverlegen – vorausgesetzt, die Stuten bekommen eiweißreiches Futter und drehen regelmäßig draußen bei Tageslicht ihre Runden. Entscheidend ist auch, dass die Boxen gut ausgeleuchtet sind und die Lampen mindestens 12, besser 14 Stunden leuchten.

Empfehlungen für die Beleuchtung

Wie viel Licht Pferde genau brauchen, ist bisher nicht erforscht. In Deutschland ist die Mindestbeleuchtung im Stall mit 20 Lux (Maßeinheit der Beleuchtungsstärke) festgelegt. Das ist praktisch zappenduster. Die „Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten“ des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz fordern mindestens 80 Lux über acht Stunden. Für Reithallen gibt es ebenfalls Empfehlungen. Die FN etwa rät zu 200 Lux. Lux-Werte alleine sind jedoch nicht entscheidend, wie gut Pferde beim Training sehen.

So kommt mehr Licht in den Stall

Ein Quadratmeter Fensterfläche pro Pferd, reicht das? Nein. Schuld ist oft das Fensterglas: Es schluckt den größten Teil wichtiger UV-Strahlung. Experten empfehlen für Pferdeställe eine großflächige Spezialverglasung, die UV-Licht durchlässt, oder halbhohe Wände mit Windschutznetzen. Die lassen sich nachts runterziehen, tagsüber lassen sie Licht in die Box. Auch halbhohe Trennwände zwischen den Pferdeboxen sowie Oberlichter im Dachfirst lassen mehr Tageslicht ins Pferdeheim. Eventuell notwendige Stallumbauten können freilich recht teuer sein. Wenn es in Ihrem Stall keine andere Lösung gibt, sollten Sie zumindest Fenster und Türen tagsüber öffnen, damit so viel Licht wie möglich in den Stall kommt.

Gute Sicht mit gleichmäßigem Licht

Gerade im Winter spielt künstliches Licht eine große Rolle, damit Pferde im Stall, auf dem Hof, in der Halle oder auf dem Reitplatz gut sehen. Neuen Erkenntnissen zufolge kommt es weniger auf die Beleuchtungsstärke in Lux an. Viel wichtiger ist, dass eine Fläche gleichmäßig beleuchtet ist. Denn Pferde können in der Dämmerung zwar sehr gut sehen, mit schnellem Wechsel zwischen Hell und Dunkel kommen ihre Augen aber nicht zurecht. Ungleichmäßig beleuchtete Reithallen sind etwa die Ursache dafür, dass Pferde Sprünge verweigern.

Tanken Sie gemeinsam Licht

Jedes Pferd sollte täglich mindestens drei Stunden Freigang unter Tageslicht haben. Vor allem außerhalb der Weidesaison bekommen viele Tiere zu wenig UV-Strahlen ab. Wichtig: Selbst wenn der winterliche Himmel aus Sicht des Menschen trübe wirkt, reicht die Strahlung, um die lebenswichtige Vitamin-D3-Synthese anzukurbeln. Haben Sie weder Winterkoppel noch Paddock zur Verfügung, sollten Sie den Reitplatz zum Freilaufen oder zumindest zum Training im Freien nutzen. Bei einem Geländeritt oder Spaziergang kann Ihr Pferd ebenfalls ausreichend Licht tanken sowie Körper und Seele auf Vordermann bringen. Das wird auch Ihnen gut tun – versprochen!

Mit moderner Technik sparen

Im Stall müssen Leuchten hängen, die Wärme, Kälte, Feuchtigkeit sowie Staub und Ammoniak aushalten. Sie sollten so installiert sein, dass sich Pferde nicht verletzen können. Die meisten Ställe sind mit Leuchtstoffröhren ausgestattet. Das ist praktikabel, allerdings können Stallbesitzer effizienter beleuchten, indem sie alte Lampen neu positionieren oder auf neue Technologien umstellen. Gute LED-Leuchten erhellen große Flächen kostengünstiger. Darin enthaltene Chips werden gekühlt. So spart die Leuchte Energie und hält länger. Außerdem besteht keine Brandgefahr. Hochwertige LEDs leuchten zudem ruhig. Ob das Flackern alter Röhren Pferde stört, weiß man nicht. Reiter aber nervt es.

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