CAV Hygiene Tipps TL Rädlein

5 Tipps für eine gute Stall-Hygiene

So halten Sie den Stall sauber

Mit diesen fünf Tipps halten Sie den Stall Ihres Pferdes so sauber, dass keine Gesundheitsrisiken entstehen.

Mist-Management

Entfernen Sie Pferdeäpfel und nasse Einstreu täglich aus Boxen und Laufställen. Das hält Keime (vor allem Enterobakterien) und Magen-Darm-Parasiten in Schach.

Besonders viele Erreger lauern in einer Mistmatratze. Solange jeden Tag frisches Stroh nachgestreut und die Matratze nicht aufgewühlt wird, bleiben Mist und Ammoniak jedoch unter Verschluss und werden abgebaut. Grundsätzlich gilt: Matratzen alle sechs bis acht Wochen komplett erneuern.

Stallmatten aus Gummi sollten Sie mindestens einmal jährlich beidseitig mit einem Hochdruckreiniger säubern und anschließend desinfizieren.

Tränken und Wasserqualität

Überprüfen Sie die Tränke täglich, und entfernen Sie Futterreste, Kot und anderen Schmutz; das Becken zudem alle paar Tage mit einem Schwamm auswischen. Finden Sie in der Tränke Aas, z.B. eine tote Maus, sollten Sie die Tränke desinfizieren.

Wasser aus der örtlichen Trinkwasserleitung hat meist eine hohe Qualität. Brunnenwasser sollte dagegen einmal pro Jahr untersucht werden, um sicherzugehen, dass es frei von Salmonellen, Campylobacter oder E.coli-Bakterien ist; zusätzlich bei akutem Verdacht, etwa wenn sich im Stall Koliken, Durchfall oder Kotwasser häufen. Analysen z.B. bei Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalten wie der LUFA Nord-West.

Futter und Fressbereiche

Kontrollieren Sie Futtertröge und Raufen täglich. Angetrocknete Futterreste oder Vogelkot mit warmem Wasser, einem Schwamm oder einer Bürste entfernen. Wenn sich Pferde im Offenstall oder auf der Koppel Raufen und Tröge (oder Tränken) teilen, ist das übrigens nicht unhygienisch – wenn alle Tiere gesund sind. Denn innerhalb einer Stallgemeinschaft herrscht meist ein ähnliches Keimspektrum.

Gefahren bei der Futterhygiene: Staub, muffiger Geruch und dunkle Verfärbungen in Heu, Stroh oder Getreide deuten auf eine Verunreinigung hin. Besonders Schimmelpilzgifte, sogenannte Mykotoxine, sind extrem schädlich für Atemwege und innere Organe des Pferds. Solches Futter gehört in den Müll!

Achtung bei Aas im Futter: Bakterien (Clostridium botulinum) in Tierkadavern können Botulismus auslösen, eine lebensbedrohliche Vergiftung. Ratten oder Mäuse übertragen Krankheitserreger und verunreinigen Futter durch Fäkalien. Lagern Sie Kraftfutter & Co. daher in gut verschließbaren, beißsicheren Behältern.

Verwenden Sie für Futtermittel wie Heu grundsätzlich anderes Gerät (Schubkarren, Gabeln etc.) als für Mist.

Luft und Stallklima

Raufutter-, Einstreu- oder Kotreste werden zu Staub, an dem sich Milben, Schimmelpilzsporen und andere Keime anlagern. Kleinste Partikel wandern bis in die Lunge und können dort hartnäckige Erkrankungen hervorrufen. Zu einem guten, sauberen Stallklima gehört deshalb ausreichende Frischluftzufuhr.

Regelmäßiges Fegen dämmt den Staubgehalt ein. Feuchten Sie dabei den Boden an: Wasser bindet Staub und hält die Atemluft sauberer. Bei rauen Oberflächen ist aber Vorsicht geboten: Oft bleibt Restfeuchte in Vertiefungen zurück und sorgt für ein noch keimfreundlicheres Milieu. Kann der Boden aufgrund der Wetterlage nicht schnell genug trocknen, lieber aufs Wässern verzichten.

Eine möglichst saugfähige Einstreu verringert Ammoniak in der Atemluft. Das reizende Gas schädigt in hoher Konzentration die Atemwege des Pferds. Strohpellets und Sägespäne nehmen Urin besser auf als klassische Stroheinstreu; zudem begünstigt die Keimflora im Stroh die Ammoniakbildung.

Großputz mit Desinfektion

Wann? Mindestens einmal im Jahr – am besten im Sommer. Desinfiziert wird außerdem, nachdem ein Pferd ausgezogen ist und bevor ein neues einzieht. Was gehört zur Grundreinigung?

1. Pferde aus dem Stall bringen, zum Beispiel auf die Weide. Alle Flächen abmisten und fegen.
2. Nassreinigung mit Hochdruckreiniger.
3. Desinfektionsmittel gemäß Anwendungsvorschrift des Herstellers an Böden, Boxenwänden und Trögen/Tränken aufbringen. Tragen Sie dabei Schutzkleidung und einen Atemschutz, und spülen Sie alle Flächen gründlich mit Wasser nach. Welche Produkte wirksam Bakterien, Viren oder auch Parasiten bekämpfen, erfahren Sie vom Tierarzt oder auf der Seite der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft: www.desinfektion-dvg.de. Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft nennt zudem Mittel, die Oberflächen und Baumaterialien schonen: www.dlg.org/stalldesinfektionsmittel.html
4. Verputzte Wände bei Bedarf kalken. Das wirkt desinfizierend.
5. Sobald der Stall vollständig abgetrocknet und ausgelüftet ist, dürfen die Pferde wieder hinein. Je nach Lufttemperatur und Luftfeuchte dauert das etwa 24 bis 48 Stunden.

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