Wie eine zweite Haut
Reithandschuhe im Test

Zwei Handschuhmuffel testen Reithandschuhe, die besonders leicht und bequem sein sollen. Können die Modelle überzeugen?

Reithandschuhe im Praxistest
Foto: Lisa Rädlein
In diesem Artikel:
  • Unsere Tester: Die Handschumuffel
  • Aus welchem Materialien gibt es Reithandschuhe?
  • Wo kann man Reithandschuhe kaufen?
  • Wie teuer sind Reithandschuhe?
  • Was muss man beim Kauf von Reithandschuhen beachten?
  • Wie misst man die Handbreite?
"Grippp Compression" von Hirzl​
Atmungsaktives Leder
Reithandschuhe im Praxistest
FazitFazit: Die Handschuhmuffelin ist positiv überrascht, der Handschuhmuffel hingegen nicht überzeugt. Reiter mit kräftigeren Händen sollten diese Handschuhe womöglich eine Nummer größer kaufen.​
  • Mit extra dünnem und weichem Leder für ultimativen Grip und ein nahezu handschuhloses Gefühl
  • Material: Lycra/Känguruleder.
  • UVP: 44,95 Euro

Hersteller-Info: Mit extra dünnem und weichem Leder für ultimativen Grip und ein nahezu handschuhloses Gefühl. Waschbar mit kaltem Wasser. Material: Lycra/Känguruleder. Farbe: Schwarz. UVP: 44,95 Euro. Info: www.hirzl.de

Was ist gut: Gut verarbeitet. Lediglich an den Fingerkuppen ist der Stoff teilweise nicht vernäht – das könnte eine Schwachstelle sein. Bei der Testerin, die lange, schmale Finger hat, sitzen die Handschuhe wie eine zweite Haut; für sie ist die Passform perfekt. Das Leder ist weich und dünn, aber recht fest. So behalten die Handschuhe vermutlich gut ihre Form und leiern nicht aus. Pluspunkt fürs Material: Die Hände sind im atmungsaktiven Leder luftig und schweißfrei verpackt.

Reithandschuhe im Praxistest
Lisa Rädlein
"Grippp Compression" von Hirzl: Gute verarbeitet, lediglich an den Fingerkuppen ist der Stoff teilweise nicht vernäht.

Was stört: Dem Tester sitzen die Handschuhe zu fest an der Hand: Beim Reiten stört es ihn nicht, aber danach möchte er sie schnell wieder ausziehen. Auch Nadine Szymanski ist zunächst skeptisch, weil die Handschuhe so eng und fest sitzen. In der Praxis bestätigt sich das nicht: Sie vergisst das Leder an den Händen schnell, es drückt nichts und sie ist erstaunt, wie gut sie damit die Zügel halten kann.

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"Arabella" von Haukeschmidt
CAVALLO-Empfehlung
Reithandschuhe im Praxistest
FazitDiese superweichen, anschmiegsamen Handschuhe landen bei Nadine Szymanski einen Volltreffer: ihr klarer Favorit. Perfekt für Handschuhmuffel!​
  • Elastische Lycra-Inserts über dem Knöchelbereich für gute Passform und angenehmen Sitz.
  • Material: Lycra/Lammleder
  • UVP: 59,90 Euro

Hersteller-Info: Samtweiches, griffiges Leder soll strapazierfähig und wasserabweisend sein. Elastische Lycra-Inserts über dem Knöchelbereich für optimale Passform und hervorragenden Sitz. Waschbar mit kaltem Wasser. Material: Lycra/Lammleder. Farben: Blau, Hellbraun, Schwarz, Weiß. UVP: 59,90 Euro. Info: www.schmidt-handschuhe.de

Was ist gut: In diese Handschuhe müssen die Tester sich nicht mühsam hineinzwängen. Das Leder fühlt sich nicht nur wunderbar weich an, es ist auch beim Tragen angenehm. Nach kurzer Zeit vergessen beide Tester, dass sie keine nackten Finger haben und genießen den guten Halt der Zügel. Kein Schwitzen, da echtes Leder. Die Nähte sind sauber verarbeitet und die Passform prima: Diese Handschuhe sitzen wirklich wie eine zweite Haut.

Was stört: Das Leder an den Fingern reicht bis an die Nagelspitze und fühlt sich zunächst ein wenig unangenehm an. Beim Reiten spürt man das aber nicht mehr. Volker Camehn probiert die Handschuhe in der Farbe Schwarz und hat nach dem Reiten Verfärbungen am Handrücken. Die braunen Handschuhe, mit denen Nadine Szymanski reitet, färben nicht ab.

Reithandschuhe im Praxistest
Lisa Rädlein
"Arabella" von Haukeschmidt (CAVALLO-Empfehlung): Das Leder an den Fingern reicht bis an die Nagelspitze und fühlt sich zunächst ein wenig unangenehm an.
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"V Skin" von Samshield
Griffiger, fester Handschuh
Reithandschuhe im Praxistest
FazitEher was für Reiter mit kräftigen Händen, die einen griffigen, festen Handschuh gut finden und damit nicht nur die Zügel, sondern auch mal die Mistgabel in die Hand nehmen wollen. Wer schmale Hände und lange Finger hat, sollte eine Nummer kleiner probieren.
  • Aus extra dünnem, perforierten Kunstleder und robustem Wildleder-Imititat
  • Material: Kunstleder/Lycra/Elasthan
  • Preis: 39,90

Hersteller-Info: Aus extra dünnem, perforierten Kunstleder und robustem Wildleder-Imititat. Sehr leicht und angenehm zum Tragen, atmungsaktiv, waschbar. Material: Kunstleder/Lycra/Elasthan. Farben: Grau, Schwarz, Braun, Dunkelblau. Preis: 39,90 Euro. Info: www.samshield.com

Was ist gut: Auf den ersten Blick wirken diese Handschuhe extrem robust und stabil. Sie sind deutlich schwerer und dicker als die anderen Test-Modelle. Volker Camehn fühlt sich ganz wohl drin: Er mag den festen Sitz, hat mit ihnen guten Halt und findet es gut, dass seine Hände nicht zu warm werden.

Was stört: Bei Nadine Szymanski fällt dieses Modell viel zu groß und zu weit aus. Sie findet das Material unangenehm steif und muss sich deshalb zwingen, die Handschuhe nicht sofort wieder auszuziehen. Die Testerin hat das Gefühl, dass sie die Finger kaum bewegen und nur mit Mühe zu einer Faust schließen kann. Testkollege Volker Camehn hat diese Probleme allerdings nicht.

Reithandschuhe im Praxistest
Lisa Rädlein
"V Skin" von Samshield: Bei Nadine Szymanski fällt dieses Modell viel zu groß und zu weit aus.

Fazit: Eher was für Reiter mit kräftigen Händen, die einen griffigen, festen Handschuh gut finden und damit nicht nur die Zügel, sondern auch mal die Mistgabel in die Hand nehmen wollen. Wer schmale Hände und lange Finger hat, sollte eine Nummer kleiner probieren. Unsere Testerin lässt lieber die Finger davon. Sie fand komfortablere Modelle.

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"Ventraxion" von Uvex​
Bei frostigen Temperaturen
Reithandschuhe im Praxistest
FazitFür Handschuhmuffel bei frostigen Temperaturen möglicherweise eine leichte und bequeme Alternative zu dickeren Winter-Reithandschuhen.​
  • Passt sich der Hand wie eine zweite Haut an und dehnt sich in jede Richtung aus.
  • Material: Polyurethan, Polyamid/Nylon, Elasthan
  • Preis: 34,99 Euro

Hersteller-Info: Passt sich der Hand wie eine zweite Haut an und dehnt sich in jede Richtung aus. Flexibles und atmungsaktives Material, optimaler Grip, touchscreenfähig und waschbar. Material: Polyurethan, Polyamid/Nylon, Elasthan. Farben: Schwarz, Braun, Blau, Weiß. Preis: 34,99 Euro. Info: www.uvex-sports.com

Was ist gut: Auch diese Reithandschuhe scheinen ordentlich verarbeitet und robust. Die Stoffeinsätze sind aus dehnbarem, transparenten Material, sodass die Finger gut beweglich sind. Die Hände der Testerin passen gut hinein – ihre Finger sind lang genug. Erster Eindruck: Soweit ganz bequem, aber nicht ganz so zart wie andere vergleichbare Modelle. Diese Handschuhe sind dafür im Stall-Alltag vielleicht ein bisschen widerstandsfähiger.

Reithandschuhe im Praxistest
Lisa Rädlein
"Ventraxion" von Uvex: Die Stoffeinsätze sind aus dehnbarem, transparenten Material, sodass die Finger gut beweglich sind.

Was stört: Volker Camehn sind Daumen und Zeigefinger dieses Modells zu lang, sodass er sich die Handschuhe erst zurechtzupfen muss. Er wird mit den Handschuhen beim Reiten nicht warm, seine Hände dagegen schon. Auch die Testerin kann sich höchstens vorstellen, diese Handschuhe in der kalten Jahreszeit zu benutzen. Für sie kein Handschmeichler beim Reiten, da ihr das Material etwas zu fest und zu dick ist.

Fazit: Für Handschuhmuffel bei frostigen Temperaturen möglicherweise eine leichte und bequeme Alternative zu dickeren Winter-Reithandschuhen.

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"Roeck Grip Lite" von Roeckl
CAVALLO-Empfehlung
Reithandschuhe im Praxistest
FazitBei der Testerin landen die Roeckl-Handschuhe nach den Modellen von Haukeschmidt und Hirzl auf Platz drei. Volker Camehn hat sie ins Herz geschlossen – er kürt sie zu seinen Favoriten.​
  • Kaum zu spüren und sitzt wie eine zweite Haut, angenehme Bewegungsfreiheit der Finger
  • Material: Polyester, Polyurethan/Polyamid
  • Preis: 34,95 Euro

Hersteller-Info: Atmungsaktiv, elastisch, geschmeidig, griffig und strapazierfähig. Kaum zu spüren und sitzt wie eine zweite Haut, angenehme Bewegungsfreiheit der Finger, waschbar. Material: Polyester, Polyurethan/Polyamid. Farben: Schwarz, Weiß. Preis: 34,95 Euro. Info: www.roeckl.de

Was ist gut: Gut verarbeitet, leicht und sehr dünn. Sowohl die Innenhand als auch das transparente Material auf der Außenseite sind schön stretchig. Deshalb sitzen die Handschuhe eng, ohne einzuengen: Das ist top! Erstaunlich ist das Klima in diesen Handschuhen: Die Handschuhmuffelin freut sich, dass ihre Hände nicht zu warm werden und der Handschuhmuffel, der dieses Modell bei Minusgraden testet, ist überrascht, wie warm seine Finger bleiben.

Reithandschuhe im Praxistest
Lisa Rädlein
"Roeck Grip Lite" von Roeckl (CAVALLO-Empfehlung): Gut verarbeitet, leicht und sehr dünn an der Innenhand.

Für beide ein weiterer Pluspunkt: Sie können mit den Handschuhen auch Trensenriemen verschnallen oder Knöpfe schließen, da kein dickes Leder oder wulstige Nähte die Fingerfertigkeit einschränken. Beim Reiten vergisst Volker Camehn diese Handschuhe sofort.

Reithandschuhe im Praxistest
Lisa Rädlein
"Roeck Grip Lite" von Roeckl (CAVALLO-Empfehlung): Auch das transparente Material auf der Außenseite ist schön stretchig.

Was stört: Nadine Szymanski mag einfach lieber echtes Leder an ihren Händen als Kunststoff. Auch wenn sie sich mit diesen leichten und geschmeidigen Handschuhen wohlfühlt, findet sie, dass die Zügel besser in der Hand liegen, wenn sie Lederhandschuhe trägt.

Fazit: Bei der Testerin landen die Roeckl-Handschuhe nach den Modellen von Haukeschmidt und Hirzl auf Platz drei. Volker Camehn hat sie ins Herz geschlossen – er kürt sie zu seinen Favoriten.

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"Tek Grip" von Ariat​
Leicht, weich und bequem
Reithandschuhe im Praxistest
FazitLeicht, weich und bequem. Keine dicken Nähte an den Fingern, die beim Greifen stören. Beim Reiten rutschen die Zügel jedoch ein wenig in der Hand, was die Handschuhmuffel stört.​
  • Obermaterial aus dehnbarem Twill sorgt für gute Passform
  • Material: Polyester
  • Preis: 30 Euro

Hersteller-Info: Handflächenpartie aus synthetischem Wildleder bietet Grifffestigkeit und Tastempfinden. Obermaterial aus dehnbarem Twill sorgt für gute Passform. Waschbar. Material: Polyester. Farbe: Schwarz, Navy, Braun, Weiß. Preis: 30 Euro. Info: www.ariat.com

Was ist gut: Das Wildlederimitat an der Innenseite der Handschuhe fühlt sich angenehm weich und geschmeidig an. Das Material dürfte pflegeleicht und gut zu waschen sein, wirkt robust und langlebig. Bei der Passform gibt es unterschiedliche Meinungen: Nadine Szymanski passen sie wie angegossen, doch Volker Camehn tut sich auch nach mehrmaligem Tragen schwer hineinzuschlüpfen. Bequem: Die Nähte an den Fingerkuppen sitzen nicht auf der Nagelspitze, sondern etwas unterhalb. So lässt sich auch behandschuht schnell mal etwas greifen oder der Trensenriemen verschnallen.

Reithandschuhe im Praxistest
Lisa Rädlein
"Tek Grip" von Ariat: Bequem: Die Nähte an den Fingerkuppen sitzen nicht auf der Nagelspitze, sondern etwas unterhalb.

Was stört: Nadine Szymanski findet die Bündchen, die aus recht steifem Gummiband bestehen, etwas kratzig. Beiden Testern fällt auf, dass die Zügel in dem weichen Wildleder-Imitat rutschiger in der Hand liegen als im glatten Kunst- oder Echtleder.

Reithandschuhe im Praxistest
Lisa Rädlein
"Tek Grip" von Ariat: Nadine Szymanski findet die Bündchen, die aus recht steifem Gummiband bestehen, etwas kratzig.

Fazit: Leicht, weich und bequem. Keine dicken Nähte an den Fingern, die beim Greifen stören. Beim Reiten rutschen die Zügel jedoch ein wenig in der Hand, was die Handschuhmuffel stört.

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Unsere Tester: Die Handschumuffel

Nadine Szymanski

Reithandschuhe im Praxistest
Lisa Rädlein
Nadine Szymanski reitet selbst im Winter ohne Handschuhe, weil sie ihr zu unbequem sind: „Wenn ich den kleinen Finger bewegen will, muss das möglich sein. Bisher hatte ich keine Handschuhe an, die ich nicht sofort wieder ausgezogen habe.“

Volker Camehn

Reithandschuhe im Praxistest
Lisa Rädlein
Volker Camehn ist bequem, wenn es darum geht, seine Siebensachen für den Ritt zu packen: „Mich nervt es, wenn ich daran denken muss, auch noch meine Handschuhe mitzunehmen. Es geht ja auch ohne.“

Aus welchem Materialien gibt es Reithandschuhe?

Reithandschuhe gibt es aus Leder und synthetischen Materialien wie Polyester, Polyurethan bzw. Polyamid. Atmungsaktiv sind Handschuhe mit Obermaterial aus Baumwolle, Nylon und Elasthan sorgen für Dehnbarkeit. Handschuhe, die nicht aus echtem Leder sind, haben zum Beispiel eine Polyurethan-Beschichtung oder Noppen aus PVC. Wir haben Modelle aus unterschiedlichen Materialien getestet.

Wo kann man Reithandschuhe kaufen?

Reithandschuhe finden Sie im Fachhandel, auf Messen oder im Internet bei Reitsport-Online-Shops oder auch bei Amazon.

Wie teuer sind Reithandschuhe?

Handschuhe aus Synthetik-Strick mit Noppen gibt es tatsächlich schon ab drei Euro. Qualitativ hochwertigere Handschuhe kosten mehr. Die meisten Reithandschuhe bewegen sich in einem Preissegment zwischen 25 und 35 Euro. Die Modelle in unserem Test rangierten zwischen rund 30 und rund 60 Euro.

Was muss man beim Kauf von Reithandschuhen beachten?

Reithandschuhe sollten bequem sitzen ohne einzuengen. Probieren Sie aus, ob die Handschuhe auch bei geschlossener Faust nicht an Fingerkuppen oder Knöcheln spannen. Achten Sie auf flache, gut verarbeitete Nähte, die nicht wulstig oder störend an den Fingerkuppen sind.

Wie misst man die Handbreite?

Die Handbreite messen Sie an der breitesten Stelle Ihrer größeren Hand, meist ist das Ihre Schreibhand. Der Daumen bleibt außen vor und wird nicht mitgemessen. Die breiteste Stelle ist normalerweise über den Handknöcheln der restlichen vier Finger. Umschließen Sie die Hand locker mit einem flexiblen Maßband. Ziehen Sie es zu stramm, sitzt der Handschuh später zu eng.

Diese Handschuhe haben wir getestet:

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2 / 2023

Erscheinungsdatum 18.01.2023

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