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Dressur in der Natur: Die 20 besten Geländelektionen

Die 20 besten Geländelektionen

Raus aus der Halle rein ins Vergnügen, denn das beste Trainingsgelände liegt direkt vor der Stalltür! CAVALLO zeigt 20 geniale Übungen, die Pferde im Grünen fit machen.

Frisches Grün draußen gegen Hallengrau im Spänestaub: Nach dem langen Winter lockt jetzt das Gelände. Doch müsste das Pferd nicht durch Dressurarbeit für lange Touren fit gemacht werden?

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Und sind Ausritte okay, wenn bald schon das erste Turnier wartet? Die klare Antwort: Nichts wie raus. Denn Gymnastizierung wie Lektionen-Training lassen sich hervorragend in die Natur verlegen.

Ein Ausritt kann viel mehr sein als Spazierenreiten oder reines Konditionstraining. Fast jedes Gelände bietet Ausbildungsmöglichkeiten. Lektionen können auf Wiesen, Waldwegen oder um Bäume herum angelegt werden,

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Jungpferdetraining auf der Wiese

Draußen sind Pferde in ihrem eigent­lichen Element. „Boxen, Dressurplätze und Reithallen sind für das Lebewesen Pferd ­völlig untypisch“, bringt es Christoph Hess, Leiter der Abteilung Ausbildung bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) im westfälischen Warendorf, auf den Punkt. „Schwierig wird es immer dann, wenn ­Pferde nicht mehr genügend Pferd sein ­dürfen“, findet Hess. Er rät deshalb gerade bei Dressurproblemen, öfter mal die Halle mit Wald und Wiese zu tauschen.

Wer mit Jungpferden ins Gelände geht, kann manchem Problem vorbeugen. „Junge Pferde müssen vor allem lernen, sich unter dem Reiter auszubalancieren“, sagt Tierarzt Dr. Gerd Heuschmann, vehementer Streiter für eine pferdegerechte Ausbildung.

Auf ­geraden Strecken gelingt das viel leichter als in der engen Reitbahn, wo dauernd Kurven zu bewältigen sind. „Wendungen belasten Gelenke und Sehnen viel mehr als gerade Strecken“, erklärt der Tierarzt. In der Natur ­dagegen werden die ersten Muskeln gefördert, ohne den Pferdekörper zu überlasten.

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Bäume im Gelände sind gute Orientierungshilfen für Wendungen. Im Unterholz fordern sie noch mehr Konzentration vom Pferd.

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Pferde im Gelände motivieren

Für ältere Pferde ist das Gelände vor allem Abwechslung zum Hallentraining. „Wir ­gehen gerade mit den Turnierpferden viel raus“, sagt Dressur-Mannschafts-Olympiasiegerin Monica Theodorescu aus Sassenberg in Nordrhein-Westfalen. „Die Pferde sind dadurch deutlich zufriedener und weniger ängstlich.“ Ganz nebenbei lernen die Tiere, mit Umweltreizen souverän umzugehen, was auch beim Turnier nützt.

Manche Pferde lassen sich überhaupt erst im Gelände zur Kooperation überreden. „Eins meiner Berittpferde war in der Halle so angespannt, dass keine vernünftige Arbeit möglich war“, erzählt Johannes Beck-­Broichsitter, Ausbilder aus Heist in Schleswig-Holstein. „Erst im Gelände war es zur Mitarbeit bereit.“

Pferde jedes Ausbildungsstands profitieren von den unterschiedlichen Geländeformen und Bodenbedingungen. „Der Untergrund draußen ist ja nie gleich, sondern mal ­weicher, mal härter, eben oder uneben“, sagt Dr. Matthias Baumann, 1988 Mannschafts-Olympiasieger in der Vielseitigkeit.

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Auch im Gelände sind Arbeitspausen wichtig. Wenn sich Ihr Pferd so schön vorwärts-abwärts streckt, haben Sie korrekt gearbeitet.

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Das ist gut für viele Gelenke, vor allem aber fürs Hufgelenk. „Durch den unterschiedlichen Bodenhalt und die nie ganz planen ­Oberflächen wird das Hufgelenk in alle Richtungen bewegt. Das trainiert die Bänder, und es entsteht mehr Gelenkschmiere, die die Gelenkknorpel versorgt.“

Alle Böden im Wald und auf Wiesen sind für Baumann in Ordnung, solange das Pferd nicht rutscht. „Schwierig sind Waldwege mit vielen Wurzeln. Tritt ein Pferd dort drauf, kann es sich böse verletzen.“ Auch Schotterwege sieht Baumann kritisch: „Auf losen Steinen finden die Pferde nur schlecht Halt“, sagt er. „Außerdem kann Schotter zu Lederhautprellungen führen.“ Reiten Sie dort deshalb höchstens Schritt.

Harter Boden ist gesünder als weicher. „Tiefe Böden gefährden Sehnen, weil die Pferde einsinken“, erklärt der Tierarzt. Fleißiger Schritt und gleichmäßiger, balancierter Trab auf Asphalt sind dagegen kein Problem. Manche Vielseitigkeitspferde werden so im Frühjahr auf die neue Saison vorbereitet.

Abwechslungsreicher Boden im Gelände macht trittsicher. „Pferde, die nur gerade Plätze kennen, stolpern oft schon bei kleinen Unebenheiten“, hat Sabine Ellinger, Dressur­ausbilderin aus dem schwäbischen Murrhardt, festgestellt. Bei Turnieren wird das auf schlechten Vierecken oder buckeligen Abreiteplätzen zum Problem.

Der größte Trainingsvorteil im Gelände ist jedoch dessen Form. Hügel, Berge, Wälle – alles, was bergauf und bergab geritten ­werden kann, trainiert Kraft und Geschicklichkeit. Allerdings muss die Steigung immer zur Übung und zum Trainingsziel passen. Sonst geht der Bewegungsfluss verloren, und die Übung verkommt zur Kraftprobe.

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Muskulatur am Hang stärken

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Ruhiger Galopp auf der Wiese beruhigt irgendwann auch heiße Pferde.

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„Bergauf ist gut für die Verstärkungen, bergab für die Versammlung“, fasst Schaudt knapp zusammen, was alle befragten Trainer bestätigen. Geht es bergauf, muss die Hinter­hand stärker schieben, was die Schubkraft verbessert; oft senken die Pferde automatisch Kopf und Hals, was gut für Dehnung und lockeren Rücken ist. Bergab dagegen muss das Pferd die Hinterbeine weiter unter den Körper schieben, damit es in der Balance bleiben kann und nicht vom eigenen ­Gewicht nach vorn gedrückt wird.

Wer das geschickt einsetzt, kann seinem Pferd Lektionen, die besonders viel Schub- oder Tragkraft fordern, im Gelände leichter begreiflich machen als im Viereck. Das Pferd muss zudem seinen Körper besser kontrollieren und sich vielleicht etwas mehr anstrengen als auf plattem Sand.

Einen anderen Vorteil des Draußenreitens nennt Monica Theodorescu. „Wenn Sie Lektionen auch mal woanders abfragen als an den immer gleichen Bahnpunkten, kann sich Ihr Pferd nicht dran gewöhnen.“ Weil keine Bande kommt, weiß das Pferd dann nicht, wann die Lektion endet. Schummler, die sich gerne mal den letzten Traversalentritt ersparen, werden so gehorsamer.

Doch um vom Nutzen des Geländes ­profitieren zu können, sollte der Reiter seine Grundausbildung abgeschlossen haben. „Wer nicht sicher auf beiden Händen angaloppieren kann, ist noch nicht weit genug“, warnt Werner Jost, Ausbilder aus Nagold im Schwarzwald und Verfasser des Buchs „Dressur im Gelände“. Gerade wer viel ­draußen reiten will, sollte dort sein Pferd so gymnastizieren können, dass es langfristig gesund bleibt. Auch Pferde müssen die Grundbegriffe des Reitens kennen. „Ich habe zwar früher auch mal Pferde draußen angeritten, doch ich rate davon ab“, sagt Jost. Bis sich ein Pferd sicher bremsen und lenken lässt, sollten Sie in der Reitbahn bleiben.

Lassen Sie es draußen immer langsam angehen. „Bleiben Sie im Schritt, bis Sie in der entsprechenden Übung sicher sind, und steigern Sie erst danach die Gangart“, sagt Jost. Er warnt davor, über Hilfszügel oder scharfe Gebisse mehr Kontrolle herzustellen: „Mit Kandare oder Schlaufern lässt auch im Gelände kein Pferd ehrlich los.“

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Dressurreiten erfordert Disziplin.

Wer Dressur reiten will, muss zudem oft den inneren Schweinehund in Schach ­halten. „Werden Sie nicht leichtsinnig“, warnt Reitmeister Wolfgang Müller, Dressur­ausbilder aus Löbnitz in Sachsen. „Im ­Gelände wird gearbeitet, nicht gelottert.“ Entspannung ist in Ordnung, aber Sicherheit und Kontrolle müssen jederzeit da sein. Auch die Leistungsfähigkeit Ihres Pferds sollten Sie kennen. „Arbeiten Sie nie mit einem müden Pferd“, warnt Gerd Heuschmann. Müde Muskeln verspannen und sind anfällig für Verletzungen. Gerade in tiefem Boden oder bei Steigungen geht ­vielen Pferden schnell die Kraft aus.

Nur eins lernen sie im Gelände nicht: ­korrekte Bahnfiguren. Dafür müssen Dressurreiter doch hin und wieder aufs platte, buchstabenbewehrte Viereck. Die nötige Vorarbeit jedoch kann getrost draußen ­stattfinden – mit viel Freude angesichts der blühenden Natur drum herum.

Und so gymnastizieren Sie Ihr Pferd im Gelände – 20 Übungen von leicht bis anspruchsvoll.

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Nichts wie raus zum Seele baumeln lassen

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Antje Heimsoeth empfiehlt erfrischende Ausritte.

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Nicht nur das Pferd erholt sich im Gelände. Der Reiter kann sich beim Ausritt aus verfahrenen Situationen befreien, weil ein verändertes Umfeld neue Perspektiven bringt. In der freien Natur findet sich für manches Lektionsproblem ein überraschender Lösungsweg. Einige Probleme verschwinden ganz, wenn die Hallenbande nicht mehr den Blick auf das Wesentliche verstellt. Es gibt Reiter, die erst im Gelände wirklich entspannen, dadurch werden auch ihre Pferde dort lockerer. Beim Ausritt ist der Reiter mit sich und seinem Pferd alleine. Da stehen keine Zuschauer am Rand einer Reitbahn, die eventuell die Leistung des Reiters kritisieren könnten.

Wer nicht mit einem Ohr auf Banden­gespräche lauscht, kann sich viel besser auf die Arbeit konzentrieren. Auch stören unterwegs weder stehen gelassene Hindernisse noch Mitreiter. Wer im Gelände schwierige Situationen meistert, gewinnt an Selbstvertrauen. Die steigende Sicherheit gegenüber möglichen Angst­auslösern hilft auch in anderen Situationen, etwa auf dem Turnier, mit Überraschungen klarzukommen. Allerdings muss der Reiter eine solide Grundausbildung haben und sattelfest sein, um von den Vorteilen des Geländes voll zu profitieren. Er sollte auch mal einen überraschenden Hüpfer aussitzen können. Sonst bekommt er schnell Angst, die später das Reiten im Gelände und auch anderswo belastet.

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Gelände-Regeln: Gesetze und Verordnungen

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Im Unterholz muss das Pferd seine Hufe besonders aufmerksam setzen.

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„Auskunft geben die zuständigen Behörden, also Landratsämter, Kreisverwaltungen oder ähnliche“, erklärt Pferderechts­expertin Iris Palloks aus Dortmund. Sie empfiehlt, sich an Freizeit­- und Wanderreiter-Verbände zu wenden.

„Dort gibt es oft Reitwegekarten, und die regionalen Niederlassungen kennen normalerweise auch die geltenden Vorschriften vor Ort.“ Reiten geht, wo Reifenspuren vor­handen sind und kein Reitverbotsschild aufgestellt ist: Dies mag als grobe Orientierung dienen, ob auf einem Weg geritten werden kann. Denn wo Fahrzeuge fahren, richten Pferdehufe in der Regel keine Schäden an.

Bei abgeernteten Stoppelfeldern drücken viele Landwirte ein Auge zu, Heuwiesen oder frisch eingesäte Äcker sind dagegen tabu. Auf privaten Wiesen und im Unterholz privater Wälder dürfen Sie nur reiten, wenn Ihnen die Eigentümer eine Erlaubnis erteilt haben.

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Lektion 1-5: Haltung, Tempo, Wendungen und Sitz

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Geländereiten stärkt die Balance.

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(1) Haltungs-Wechsel

Variieren Sie die Haltung Ihres Pferds. ­Nehmen Sie also im selben Tempo die Zügel mal etwas kürzer und fordern Sie mehr ­Untertritt, während Sie dann wieder mehr Dehnung zulassen. Das trainiert und lockert die Oberlinie. Die Übung lässt sich überall einbauen, wo gleichmäßiges Tempo ­möglich ist, auf einer geraden Wiese oder auch auf geschwungenen Waldwegen. Sie ist in jeder Gangart effizient. Wichtig: Ihr Pferd darf nicht schneller werden, wenn Sie die Zügel länger lassen.

(2) Tempounterschiede

Ein gutes Krafttraining sind Tempowechsel jeglicher Art. Die oft größere Gehlust im Gelände lässt sich prima zur Entwicklung von Verstärkungen ausnutzen. Damit Ihr Pferd dabei nicht verspannt und eilig wird, wählen Sie das Grundtempo etwas niedriger, als Ihr Pferd es anbietet. Dann können Sie über treibende Schenkelhilfen und Ihren Sitz die Tritte bei gleichbleibender Frequenz ­verlängern, etwa indem sie im Leichttraben deutlicher und länger aufstehen. Entwickeln Sie zuerst im Schritt ein Gefühl für die ­richtige Dosis der Hilfen. Wenn Ihr Pferd verspannt und eilt, müssen Sie abbrechen. Bleiben Takt und Tempo sicher unter Kon­trolle, können Sie diese Übung bedenkenlos auch über längere, zunächst ebene Strecken durchführen. Entwickelt ein Pferd in der Ebene nicht den gewünschten Schub, kann man Trabver­stärkungen auch bergauf trainieren. Da die Pferde in Steigungen sowieso mehr schieben müssen, fällt es ihnen hier oft ­leichter, die Tritte energisch zu verlängern.

(3) Konstantes Tempo

Geht es bergauf und bergab, verändern ­Pferde von sich aus gern das Tempo, ­schleichen bergauf, eilen bergab oder um­gekehrt. Versuchen Sie, das Tempo bei allen Neigungswinkeln konstant zu halten. Das ist eine gute Übung für die Durchlässigkeit. Ihr Pferd muss dabei mal mehr schieben und mal mehr untertreten.

(4) Wendungen

Reiten Sie Wendungen um Bäume oder ­andere Fixpunkte im Gelände. Damit das einen gymnastischen Effekt hat, müssen Sie Ihr Pferd um den inneren Schenkel biegen und mit der äußeren Hand führen. Baum, Strauch oder Heuballen dienen lediglich als Zentrum für Ihren Bogen. Schwieriger wird diese Übung im Unterholz, denn dort muss das Pferd noch auf Unebenheiten im Boden achten. Eine besondere Herausforderung
ist dann ein großes Kurzkehrt um den ­Fixpunkt.

(5) Sitzvariationen

Überprüfen Sie, wie sicher und korrekt Ihre Hilfen sind, indem Sie die Bügel deutlich kürzer schnallen als gewohnt. Ihr Pferd ­sollte auch im Leichten Sitz alle Lektionen sicher und auf minimale Hilfen hin ausführen. ­Alternative: Variieren Sie Ihren Sitz bei gleichbleibender Bügellänge vom Dressur- bis zum Entlastungssitz und probieren Sie auch mal Seitengänge im Leichttraben aus. All das hilft Ihnen, balancierter und stabiler zu sitzen und gleichzeitig im Sattel flexibler zu werden.

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Lektion 6-10: Schnee, Hindernisse, Hang, Wellenbahn

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Ein flotter Galopp motiviert Pferde fürs Viereck.

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(6) Gruppenübungen

Damit Ihr Pferd nicht nur seinem Herdentrieb folgt, sollten Sie bei Gruppenausritten immer wieder Gehorsamsübungen einschieben. Auf breiten Waldwegen kann zum Beispiel der letzte Reiter der Gruppe nach vorn reiten. So lernen auch heiße Pferde, Überholmanöver nicht als Aufforderung zum Wettrennen zu begreifen. Variieren Sie die Abstände zum Vorder- und Hintermann, bis das Vorderpferd außer Sicht gerät. Auf großen Wiesen kann sich die Gruppe teilen, und je ein Reiter reitet von einer Gruppe zur nächsten. All diese Übungen sollte das Pferd ­gelassen und ruhig absolvieren. Beginnen Sie im Schritt. Sind die Pferde sicherer und eignet sich das Gelände, sind auch Trab und Galopp möglich. Wichtig: Alle Reiter sollten sich jederzeit wohl und sicher fühlen.

(7) Reiten im Schnee

Auch wenn im Winter das Gelände oft ­unfreundlich erscheint, bietet es eine groß­artige Trainingsgrundlage – den Schnee. Darin heben die Pferde ihre Beine, als ob sie mit jedem Tritt ein Cavaletti überwinden müssten. Das trainiert alle Muskeln des ­Be­wegungsapparats. Ein Ritt durch den ­Tiefschnee strengt sehr an, deshalb reicht anfangs eine halbe Stunde im Schritt. Ist Ihr Pferd gut trainiert, können Sie auch traben und galoppieren, solange es nicht rutscht und der Schnee nicht in Hufeisen aufstollt.

(8) Geländehindernisse

Baumstämme bis 40 Zentimeter Höhe und schmale Gräben geben gute Trabstangen und Gymnastiksprünge ab. Der Boden muss griffig und stabil sein, sonst besteht Verletzungsgefahr. Reiten Sie die Hinder-nisse erst aus dem Schritt, später in höherem Tempo. Im Unterholz lernt Ihr Pferd, seine Füße ganz bewusst zu setzen. Achten Sie auch hier darauf, dass sich Ihr Pferd nicht verletzen kann. In privatem Gelände können Sie Cavaletti-Strecken oder einen Gymnastik­parcours installieren.

(9) Steilhang

An Böschungen oder steilen Hängen können Sie Ihr Pferd richtig klettern lassen. Dabei werden Muskeln und Gelenke besonders gefordert. Selbst verspannte Pferde wölben hier zwangsweise den Rücken auf und werden dabei oft viel lockerer. Bergauf sollte Ihr Pferd kontrolliert und ruhig gehen, bergab immer senkrecht zum Hang bleiben. Kommt Ihr Pferd schräg, kann es leicht den Halt verlieren, rutschen oder stolpern. Steilhangklettern ist sehr anstrengend, drei bis vier Wiederholungen reichen völlig aus.

(10) Wellenbahn

Sehr effektiv sind Wellenbahnen, die sich selten in der Natur und öfter im Übungs­gelände von Vielseitigkeitsreitern finden. Die kurze Bergauf-bergab-Folge fördert Tritt­sicherheit und Balance. Bergauf wird die Schubkraft trainiert, bergab muss die Hinterhand mehr untersetzen, die Schultern fangen das Gewicht ab. Das Pferd muss dabei seinen Hals als Balancierstange einsetzen können, weshalb Sie die Zügel etwas länger lassen müssen als beim Dressurreiten. Reiten Sie ein gleichmäßiges, mittleres Tempo.

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Lektion 11-15: Bergab, Rückwärts, Piaffe, Seitwärts

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Berauf und Bergab stärkt die Muskeln.

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(11) Halt bergab

Beim Halten auf einer Gefällstrecke steht die Hinterhand etwas höher als die Vorhand. Deshalb bringt fast jedes Pferd beim Stopp die Hinterbeine weiter unter den Körper als in der Ebene. Viele Pferde verstehen recht leicht, dass sie geschlossen halten sollen. Bei jedem Halt nähert sich die Hinterhand der Vorhand, was auch die Fähigkeit zur Hankenbeugung steigert.

(12) Rückwärts bergauf

Aus dem Halt auf abschüssigen Wegen ­können Sie die Hankenbeugung noch weiter fördern, indem Sie Ihr Pferd rückwärts ­bergauf treten lassen. Die Übung steigert zudem Balance und Körperbeherrschung, da Ihr Pferd sich dabei besser koordinieren muss als beim Rückwärtsrichten auf geradem Boden. Wählen Sie deshalb ­zunächst nur leichte Steigungen. Tritt Ihr Pferd am Hang sicher und flüssig rückwärts, können Sie den Trainingseffekt verstärken, indem Sie Rückwärts- und Vorwärts-­Abschnitte zur Schaukel kombinieren. ­Übertreiben Sie nicht, die Lektion ist sehr anstrengend.

(13) Piaffe

Beherrscht Ihr Pferd die Piaffe, können Sie diese Lektion im hügeligen Gelände ver­feinern. Entwickeln Sie die Piaffe bergauf, benötigt Ihr Pferd mehr Kraft als auf ebenem Boden. In der Bergabrichtung schiebt das Pferd, ähnlich wie beim Halten und Rückwärtsrichten bergauf, seine Hinterbeine weiter unter den Körper und verbessert so die Hankenbeugung.

(14) Gerade seitwärts

Ebene Wege eignen sich gut zum Üben von Seitengängen. Wegränder, Zäune oder ­Hecken bieten gute seitliche Führung. Daran entlang können Sie den Schenkel weichen lassen, Schulterherein oder Travers reiten. Der Vorteil: Es kommt keine Ecke, Sie ­können die Übung beliebig fortsetzen. Ihr Pferd lernt, die Lektion nicht selbstständig zu beenden. Auf breiten Wegen und ruhigen Straßen können Sie Traversalen üben. Kreuzen Sie einfach von einer Seite zur anderen. Dabei können Sie den Grad der Abstellung variieren, also die Traversalen steiler oder flacher reiten. Zum Umstellen haben Sie so viel Zeit, wie Sie brauchen, weil keine Bahnpunkte Sie in ein Manöver zwingen.

(15) Seitwärts am Berg

Seitengänge in Steigungen schulen Balance und Koordination, da zum Beinekreuzen noch der Anstieg hinzukommt. Deshalb darf es nicht zu steil sein. Ihr Pferd muss immer flüssig vorwärts-seitwärts treten können. Sie können in beliebiger Weise bergauf seitwärts reiten: Schenkelweichen, Schulterherein oder Travers. Bedenken Sie, dass Lektionen in Steigungen viel Kraft kosten.

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Lektion 16-20: Schenkelweichen, Schultervor, Cantern, Galoppwechsel

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Galoppwechsel lassen sich auch im Gelände üben.

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(16) Schenkelweichen

Auf gering abfallenden Wiesen oder Wegen können Sie mit leicht erhöhter Kruppe Schenkelweichen reiten. Der Effekt: Ihr Pferd muss, ähnlich wie beim Halten, die Hanken stärker beugen als auf ebenem Grund. Die eigentlich lösende Übung bekommt so einen versammelnden Charakter. Wichtig: Ihr Pferd muss rund bleiben und die Übung mit aufgewölbtem Rücken absolvieren. Reiten Sie am Anfang betont langsam, damit das Pferd nicht auf die Vorhand fällt und den Rücken wegdrückt. Die Abstellung zur imaginären Geraden sollte nicht mehr als 30 bis 45 Grad betragen, die Vorwärtstendenz darf nicht verloren gehen.

(17) Schultervor

Regelmäßig auf beiden Händen in deutlicher Stellung oder im Schultervor zu reiten, ­fördert Losgelassenheit und Geraderichtung. Diese Lektion können Sie auch nutzen, um an furchteinflößenden Gegenständen vorbeizureiten; denn im Seitengang muss sich Ihr Pferd auf Sie konzentrieren. Ob Sie Ihr Pferd mit dem Kopf zum Auslöser des ­Schreckens hin oder davon wegstellen, hängt von der Reaktion des Pferds ab: Probieren Sie einfach aus, wie es gelassener bleibt.

(18) Cantern

Gehfreudige Pferde werden im Galopp auf geraden Wegen gerne eilig. Ein ruhiger und gleichmäßiger Galopp auf einem großen Zirkel, analog zum Trainingsgalopp von Rennpferden auch „Canter“ genannt, bringt Gelassenheit. Die Pferde merken, dass ­Stürmen nicht lohnt – es geht weder heimwärts, noch beendet der Reiter die Übung. Cantern Sie in Dehnungshaltung, lockert das den Rücken. Faule Pferde werden durch Tempowechsel energischer. Lange Galoppreprisen von fünf bis zehn Minuten am Stück bringen Herz und Lunge des Pferds ordentlich in Schwung. Es muss aber genug Kondition für die Übung mitbringen.

(19) Galopp im Wechsel

Abwechselnd rechts und links zu galoppieren, sorgt für gleichmäßige Belastung. Eine Übung wird daraus, wenn Sie innerhalb ­einer Galoppstrecke mehrfach wechseln. Ihr Pferd lernt, nicht wahllos anzugaloppieren, sondern genau auf Ihre Hilfen zu reagieren, die Sie entsprechend präzise geben müssen. Wechseln Sie den Galopp zunächst über Trab, später können Sie auch Galopp-Schritt-Übergänge reiten.

(20) Fliegende Wechsel

Fliegende Galoppwechsel gelingen im Gelände oft leichter als in der Halle, zumal viele Pferde von allein umspringen, wenn sie an Wegbiegungen kommen oder erschrecken. Mit Galopp-Schritt-Galopp-Übergängen bereiten Sie die Lektion gut vor, weil das Pferd mit der Hinterhand mehr Last aufnehmen muss. Reiten Sie im Galopp Schultervor oder Kruppeherein, und gewöhnen Sie Ihr Pferd so an Balanceverschiebungen im Galopp. Achten Sie darauf, dass Ihr Pferd locker bleibt und mit den Hinterbeinen wirklich aktiv unterspringt. Absolviert das Pferd ­diese Übungen mühelos, fallen ihm in der Regel auch die Wechsel nicht mehr schwer.

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CAVALLO-Expertenteam

Dressurausbilder Wolfgang Müller

Wolfgang Müller, ­Dressurausbilder aus Löbnitz in Sachsen, trainiert sogar Grand-Prix-Pferde regelmäßig im Gelände. Der Reitmeister übt Galoppwechsel auf der Wiese.

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Wolfgang Müller.

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Dressurausbilder Martin Schaudt

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Martin Schaudt

Martin Schaudt lässt seine Pferde im Sommer manchmal wochenlang nicht in die Halle. Der Olympiasieger aus dem schwäbischen Albstadt reitet lieber auf Schafwiesen.

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FN-Ausbilder Christoph Hess

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Christoph Hess

Christoph Hess, Leiter der Ab­teilung Ausbildung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), rät allen Reitern, bei Problemen öfter mal die Halle zu verlassen.

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Ausbilder Johannes Beck-Broichsitter

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Johannes Beck-Broichsitter

Johannes Beck-Broichsitter, Ausbilder aus Heist in Schleswig-Holstein, lernte bei Vater Helmut, wie wertvoll das Reiten im Gelände sein kann, besonders in größeren Gruppen.

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Werner Jost

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Werner Jost

Werner Jost ritt lange ohne Reitplatz. Seine Erfahrungen verarbeitete der Ausbilder aus Nagold im Schwarzwald in dem Buch „Dressur im Gelände“.

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Dressurausbilderin Sabine Ellinger

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Sabine Ellinger

Sabine Ellinger, Dressurausbilderin aus dem schwä­bischen Murrhardt, geht mit ihren Pferden regel­mäßig raus. Besonders gern reitet sie Piaffen auf ansteigenden Wegen.

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