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Reiter profitieren vom Pferdewechsel - Tipps vom Pferde-Profi

Welcher Reiter passt auf welches Pferd?

Jeder Reiter profitiert vom Pferdewechsel. Doch was bringt der Partnertausch dem Pferd? CAVALLO machte mit Klassik-Ausbilder Thomas Heumann den Test.

Fremdgehen lohnt sich – zumindest für Reiter. Wer das eigene Pferd öfter mal gegen ein anderes tauscht, schult Sitz, Balance und wird sensibler fürs eigene Pferd. Wie stark pro tieren Reiter wirklich, und was bringt der Partnerwechsel dem Pferd?

CAVALLO machte die Probe aufs Exempel und bat drei Reiterinnen im Pferdepark Faistenberg in Nandlstadt/Bayern zum Tausch ihrer Pferde. Die Reiterinnen kennen sich und die jeweiligen Pferde schon länger, haben aber bisher nur sehr sporadisch mal in einem fremden Sattel Platz genommen.

Der bayerische Klassik-Ausbilder Thomas Heumann (www.heumanns-reitkultur.de) aus Teising kommentierte das Wechselspiel. Er plädiert dafür, sich nicht nur auf ein Pferd zu beschränken. „Wenn jemand jahrelang immer nur mit dem eigenen Pferd arbeitet, stellen sich beide immer stärker aufeinander ein“, sagt der 55-Jährige. In extremen Fällen sei das wie ein Stillhalteabkommen. „Reiter und Pferd arrangieren sich gegenseitig mit ihren Schwächen. So können sie sich nur bis zu einem bestimmten Punkt weiter entwickeln“, sagt Thomas Heumann.

Der Pferdetausch soll Abhilfe schaffen: Wie verändert er die Testreiterinnen und ihre ganz unterschiedlichen Pferde?

"Der Pferdetausch gibt dem Reiter Selbstvertrauen."

CAV Pferdetausch - Anett Pauker
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Anett Pauker

Anett Pauker geht mit ihrem Friesen Merlin oft ins Gelände.

"Interessant, wie andere das eigene Pferd reiten."

CAV Pferdetausch - Susanne Unger
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Susanne Unger

Susanne Unger ritt mit Haflinger Merlin früher Western-Trails.

"Anders tickende Pferde sind eine tolle Erfahrung."

CAV Pferdetausch - Jessica Becker
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Jessica Becker

Jessica Becker kaufte Traber Merlin vor fünf Jahren.

Was beim Wechsel zählt

Thomas Heumann weiß, wie der Pferdetausch klappt.

Machen Sie sich ein Bild vom anderen Reiter. Bevor Sie das Pferd jemand anderem in die Hand geben, schauen Sie ihm beim Reiten zu: Passt seine Reitweise zu Ihrer eigenen? Wie sanft, ruppig oder konsequent geht er mit dem Pferd um? Wie sorgfältig ist er bei der Pferdepflege?

Klären Sie den Fremdreiter übers Pferd auf. Hat es vor bestimmten Dingen Angst? Ist es kitzelig oder an bestimmtes Handling gewöhnt?

Erkundigen Sie sich beim Reitlehrer. Das Pferdebild des Besitzers ist subjektiv. Ein Reitlehrer, der das Pferd gut kennt, ist objektiver.

Prüfen Sie die Ausrüstung. Ist das Gebiss tatsächlich richtig verschnallt? Wie gut passt der Sattel? In welchem Zustand ist die Ausrüstung?

Nicht einfach aufs fremde Pferd setzen. Testen Sie erst am Boden, wie sich das Pferd verhält. Fangen Sie mit Führarbeit an. Wie reagiert es auf Kommandos? Wie ruhig ist es? Klappt es an der Hand, reiten Sie zuerst in der Halle oder auf einem eingezäunten Platz. Am besten unter Anleitung eines Reitlehrers. Schnallen Sie die Bügel auf Geländelänge etwa drei bis vier Loch kürzer, damit Sie im Notfall bessere Balance haben.

Die Pferd-Reiter-Paare beim Pferdewechsel

Als erstes gehen Traber Merlin und seine Besitzerin Jessica Becker an den Start. „Dieses Pferd lässt sich leicht auf die Palme bringen, aber nur schwer wieder herunter“, stellt Thomas Heumann nach wenigen Minuten fest. Trotzdem bieten Pferd und Reiterin ein harmonisches Bild. „Die Reiterin lässt das Pferd in Ruhe“, lobt Heumann. „Bei einem so sensiblen und nervösen Pferd ist das genau richtig.“ Regt sich ein solches Pferd auf, flüchtet es sich ins Tempo, dieser Traber sogar vorzugsweise in den Galopp.

„Ganz typisch für Pferde, die über Tempo gearbeitet wurden“, findet Heumann. „Das haben sie ja so gelernt.“ Zudem mangelt es ihnen dadurch oft an Gleichwicht. Um das zu schulen, setzt Heumann auf den „gemessenen Schritt“, eine Übung aus der klassischen Reitlehre. „Der Schritt wird so exakt und langsam herausgeritten, dass man das Gefühl hat, das Pferd könnte zwischen zwei Schritten verharren“, erklärt Thomas Heumann. Der Reiter sitzt völlig passiv, um das Pferd nicht zu stören. „Erst dann kann er gezielt darauf einwirken.“

Was passiert, wenn man zu viel Druck macht, zeigt sich beim ersten Reiterwechsel. Anett Pauker, die sonst mit Friesen-Wallach Ivan unterwegs ist, wagt sich auf den Traber. Ganz wohl ist ihr dabei nicht. „Ich habe schon einmal auf Merlin gesessen und konnte ihn kaum stoppen“, erzählt sie. Nach ein paar Schrittrunden fängt Merlin prompt an zu galoppieren.

Die Reiterin fällt nach vorne und hält sich instinktiv am Zügel fest. Thomas Heumann lässt sie Volten reiten, um Tempo aus dem Pferd zu nehmen. Dann soll sie deutlich parieren. „In solchen Situationen ist es wichtig, nicht mit Gewalt am Zügel zu ziehen, sondern nur die Hand konsequent stehenzulassen“, erklärt der Ausbilder.

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"Ein motiviertes Pferd, das schön mitmacht."

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Profi-Coach für Reiter: Probleme im Sattel lösen

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Traber Merlin lernt Galopp

„Ich hätte mich das so nicht getraut“, gibt Merlins Besitzerin Jessica Becker zu. „Ich hätte die Befürchtung, dass er erst recht rennt, wenn ich so stark pariere.“ Das ist laut Thomas Heumann eine Frage des Timings: „Wenn ich zu spät pariere und nicht schnell wieder nachgebe, geht das Pferd tatsächlich gegen den Druck und läuft los.“

Damit Klassik-Anfängerin Anett eine ruhigere Hand auf dem nervösen Pferd bekommt, lässt Thomas Heumann sie in den leichten Sitz gehen. Dabei muss sie ihre Hände links und rechts am Widerrist abstützen: Um nachzugeben, muss sie einfach nur ein wenig am Widerrist nach vorne rutschen. Die Methode funktioniert fast sofort. Um noch mehr Ruhe ins Pferd zu bringen, lässt Thomas Heumann das Paar Zirkel und Achten reiten. „Dabei muss das Pferd innen mehr Last aufnehmen“, sagt der Ausbilder. „Um nicht die Balance zu verlieren, muss es automatisch langsamer werden.“

Anett Pauker ist begeistert: „Ich gebe zu, dass mir vorher etwas mulmig war, weil der Traber ein Pulverfass ist“, gesteht sie. Dass sie das Pferd in den Galopp bekommen hat, gibt ihr Selbstvertrauen. Kaum Probleme hat sie damit, dass sich der Traber ganz anders bewegt als ihr Friese. „Er läuft viel … flacher als mein Pferd“, sagt Anett Pauker.

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"Loslassen fällt schwer bei so einem Feger."

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Profi-Coach für Reiter: Probleme im Sattel lösen

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Friese Ivan fehlt Balance

Die zweite Tauschrunde beginnt. Zuerst reitet Anett Pauker ihr eigenes Pferd, den Friesen Ivan. „Er hat viel mehr Aktion als Traber Merlin“, findet sie. Allerdings ist ihr Pferd weniger im Gleichgewicht, wie sich schnell herausstellt. Ivan bringt zwar gute körperliche Voraussetzungen mit: „Er ist ein sehr sportlicher Typ und nicht überbaut wie viele Friesen“, sagt Thomas Heumann. „Zudem er ist sehr ausgeglichen.“ Das Problem: Er wurde lange nur im Gelände geritten und nicht dressurmäßig gearbeitet. Deswegen ist er nicht richtig gerade gerichtet.

Thomas Heumann empfiehlt Zirkel und Achten in Außenstellung. „Die schwache Seite des Pferds ist links“, analysiert er. „Sie muss deswegen vor allem durch Reiten in Konterstellung trainiert werden.“ Beide Seiten gleichwertig zu biegen, sei sinnlos. „Die werden dann beide besser; das Pferd wird aber trotzdem weiter seine starke Seite vorziehen.“ Bei Ivan zeigt sich das, indem er beispielsweise im Linksgalopp immer wieder rechts auf der falschen Hand anspringt. Unter den beiden Fremdreiterinnen Jessica Becker und Susanne Unger wird das besser. Sie sind dressurerfahrener und können das Pferd leichter in Außenstellung reiten. Deswegen gelingt auch der Galopp flüssiger. Der Friesen-Wallach profitiert, da er richtig gymnastiziert wird und sich so sein Gleichgewicht verbessert.

Was Jessica Becker besonders auffällt, sind Ivans verzögerte Reaktionen: „Wenn ich bei meinem eigenen Pferd eine leichte Hilfe gebe, reagiert er sofort“, erzählt sie. „Ivan reagiert erst, wenn die Hilfe schon weg ist.“ „Reiter von blütigen, nervösen Pferden haben oft das Gefühl, dass andere Pferde unterm Sattel etwas zäh sind“, sagt Thomas Heumann. „So schläfrig ist der Friese gar nicht.“ Und auch nicht weniger sensibel. „Pferde wie der Friese können genau so fein sein wie etwa Traber Merlin. Sie reagieren bloß weniger aufgeregt“, sagt der Ausbilder.

Das dritte Tauschpferd wirkt entspannt. Haflinger-Wallach Merlin ist 19 Jahre alt. Unter seiner Reiterin Susanne Unger ist der gelassene Wallach ziemlich schnell unterwegs: „Der läuft dir unterm Hintern weg“, kommentiert Thomas Heumann.

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"Man erkennt, wie wichtig Gymnastik fürs Pferd ist."

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Haflinger Merlin tippelt

Der Haflinger hat Probleme mit den Gängen. Merlin trippelt. Während er vorne bereits trabt, bleibt die Hinterhand im Schritt. „Das ist wie beim falsch verstandenen Jog im Westernreiten“, sagt Thomas Heumann. Der Jog ist ein Trab mit kurzen Schritten und fast ohne Schwebephase . „Für den Reiter ist das angenehm zu sitzen. Der Pferderücken schwingt nicht.“ Falsche Gangmuster entwickeln sich, unabhängig von der Reitweise, wenn die Hinterhand des Pferds nicht richtig aktiviert wird: Der taktklare Trab verschlurft, Galopp wird zum Tralopp. Solche falschen Gangmuster sitzen oft tief. Merlin etwa trippelt auch unter den Fremdreitern.

Die fremden Reiter im Sattel zeigen noch einen weiteren Knackpunkt: Anett Pauker hat Probleme damit, den Haflinger im Trab zu Seitengängen zu animieren. Außerdem tut er sich schwer, im Linksgalopp anzuspringen. Bei Jessica Becker läuft das Pferd insgesamt deutlich weicher, aber auch sie hat im Galopp dasselbe Problem. Die Ursache ist schnell ausgemacht: Haflinger Merlin hat eine ausgeprägte Schiefe und kann sich schlecht biegen.

„Wenn man von hinten schaut, sieht man, dass seine Kruppe links deutlich höher steht als die rechte Hälfte“, sagt Thomas Heumann. Dagegen empfiehlt er seine schon bei den anderen Pferden bewährten Volten und Zirkel in Außenstellung sowie Konterschulterherein , um das Pferd zu gymnastizieren. Schritt-Trab-SchrittÜbergänge in kurzen Reprisen sollen das Pferd lockern und den Gang verbessern. Das gelingt bei beiden Fremdreiterinnen gut. Um dem Pferd das Angaloppieren zu erleichtern, soll Jessica Becker den Haflinger zuerst einige Schritte rückwärts richten, bevor sie die Galopphilfe gibt. Nach wenigen Versuchen springt Merlin richtig an.

„Das zeigt, wie Pferde von fremden Reitern profitieren können“, sagt Thomas Heumann. „Sie decken bestimmte Schwächen auf. Wenn die Reiter gut sind, helfen sie dem Pferd durch korrektes Reiten.“ Umgekehrt helfe ein fremdes Pferd dem Reiter, besser zu werden. Das sehen die Testreiterinnen genauso: „Wir werden jetzt mehrmals im Monat die Pferde untereinander tauschen“, sagt Jessica Becker. „Schon durchs Zuschauen lernt man.“ Wechseln lohnt sich – für alle Beteiligten.

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"Wenn ich mir selbst zu viel Druck mache, überträgt sich das auf mein Pferd."

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