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Kissing Spines

„Wird aus Aurelius doch noch ein Reitpferd?“

Kissing-Spines-Patient Aurelius wollte nicht mehr laufen. Seine Besitzerin hatte das Reiten aufgegeben. Doch Trainerin Sabine Ellinger machte Mut und stellte einen Trainingsplan auf. Wie geht es dem Pferd jetzt?

Zum zweiten Mal fahren wir mit Dressurausbilderin Sabine Ellinger zu dem schönen Portugiesen mit Rückenschmerzen: Lusitano-Wallach Aurelius hat Kissing Spines. Als wir ihn vor etwa einem halben Jahr besuchten, mochte er sich nicht bewegen und wirkte teilnahmslos. Seine Besitzerin Beate Eder hatte das Reiten aufgegeben und wünschte sich inständig: Helft meinem Pferd!

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Kissing Spines „Wird aus Aurelius doch noch ein Reitpferd?“
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Kaum wiederzuerkennen: Beim Vortraben wird Aurelius übermütig.

Erste Hilfe beim Training des Kissing-Spine-Patienten

Sabine Ellinger machte der verzweifelten Leserin Hoffnung. Der Wallach hat gute Anlagen, urteilte die Trainerin: ein korrektes Gebäude und eine gute Hinterhand. Doch bei unserem ersten Besuch war Aurelius schwach bemuskelt und ließ sich regelrecht hängen.

Brustkorb und Rücken sackten nach unten und auch in der Bewegung fehlte ihm die nötige Körperspannung, um über den Rücken zu gehen. Beim Vortraben an der Hand fiel der Expertin auf, dass der Wallach vorsichtig auftrat. Sie riet zu einem dämpfenden Kunststoffbeschlag an den Vorderhufen.

Für Aurelius’ Körperhaltung und zum Muskelaufbau gab sie der Pferdebesitzerin ein Trainingsprogramm auf den Weg: fleißiges Vorwärts-Abwärts-Longieren im Wechsel mit Schritt-Training auf dem Laufband, dazwischen Erholungstage mit beispielsweise Spaziergängen im Gelände.

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Hier schlackert die Longe. Beate Eder soll auf eine konstante Verbindung achten – wie beim Reiten.

Hat das Training dem Pferd geholfen?

Wir sind gespannt. Der hübsche Kerl schaut uns mit wachen Augen an. Die Trainerin tastet seinen Rücken ab und beobachtet den Trab an der Hand, bei dem Aurelius übermütig den Kopf schüttelt: „Das sieht gut aus“, lobt sie. „Der Rücken ist kräftiger und es entwickelt sich allmählich eine Oberlinie. Und lustig ist er heute!“

Aurelius’ Besitzerin ist erleichtert. Ihre Mühe hat sich gelohnt. Jeden Tag beschäftigte sie ihr Pferd und hielt sich dabei konsequent an den Trainingsplan. „Es hat gute drei Monate gedauert, bis sich etwas getan hat“, erzählt sie. Und dabei meint sie nicht nur körperliche Veränderungen. Wie zum Beweis kneift der Wallach sie frech in den Arm.

Seine Besitzerin schickt ihn umgehend rückwärts. Hui, da ist aber einer lebendig geworden, oder? „Aurelius zeigt wieder sein wahres Ich“, bestätigt Beate Eder lachend. Als der Wallach frisch gelegt aus Portugal kam, hatte er es faustdick hinter den Ohren. „Damals begann ich mit Horsemanship-Training“, erzählt sie. „Das hat uns geholfen.“

Mit den Hufen ist die Trainerin jedoch nicht ganz glücklich. Die Zehen der Vorderhufe sind zu lang geworden. „Das belastet die Hufrolle und die tiefe Beugesehne“, erklärt Ellinger. Ein Hufbearbeitungstermin steht jedoch kurz bevor. Immerhin: „Der Kunststoffbeschlag ist Gold wert“, findet Aurelius’ Besitzerin: „Aurelius schien erleichtert, als er die ersten Schritte damit gemacht hat. Seitdem muss ich ihn nicht mehr ziehen, wenn wir spazierengehen.“

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Nun kann Aurelius an der Longe fleißig traben und lässt schön den Hals fallen. Die lang verschnallten Ausbinder sollen ihm helfen, eine Anlehnung zu finden.

An der Longe trabt der Wallach eifrig los

Ein Ohr zeigt immer zu seiner Besitzerin. Wir erinnern uns, wie das Longieren vor einem halben Jahr aussah: Aurelius ging unter Tempo, schleppte die Hinterhand und brachte seine Besitzerin ganz schön ins Schwitzen, weil er sich bitten ließ, um in Bewegung zu bleiben. Sabine Ellinger forderte damals von ihr: lieber einmal deutlich werden anstatt ständig treiben.

„Das Vorwärts klappt jetzt gut“, lobt Ellinger. Aurelius soll nun lernen, besser an die Hand heranzutreten und die Anlehnung an die Longe zu suchen. „Denn der Rücken kommt nicht automatisch hoch, wenn die Nase tief ist. Das geht nur, wenn vorne eine Verbindung besteht“, erklärt sie. Beate Eder soll darauf achten, mit der Longe den Kontakt zu halten und nachzugeben, sobald Aurelius den Kopf senkt. Der Wallach gibt sich Mühe: Er hat inzwischen eine aktive Hinterhand und viel mehr Bewegung im Rücken. „Da hat sich viel getan“, freut sich Sabine Ellinger.

Fit fürs Reiten

Das Fazit der Trainerin: Aurelius ist wieder fit fürs Reiten! Beate Eder hatte so gehofft, das zu hören. In den letzten Monaten hielt sie Kontakt zu Ellinger, um sie über die Fortschritte zu informieren und sich Tipps fürs weitere Training zu holen. So begann sie vor Kurzem, ihr Pferd wieder zu reiten.

Bislang nur für eine kurze Runde im Gelände, erzählt Eder. Vorher kaufte sie ihrem Pferd einen neuen Sattel. Ellinger checkt das gute Stück: „Der Schwerpunkt liegt etwas zu weit hinten“, findet sie. Doch Beate Eder erzählt, dass ihr Pferd diesen Sattel unter vielen anderen passenden Modellen am liebsten mochte. „Behalte das im Auge“, rät die Trainerin.

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Im Schritt darf der Wallach sich mehr dehnen. Sabine Ellinger animiert ihn dazu, indem sie in den Kopf-Arm-Muskel greift.

Lieber Trab als Schritt

Die Leserin sitzt auf und reitet im Schritt an. Ellinger möchte, dass Aurelius den Hals lang macht. Um das zu unterstützen, läuft sie kurz nebenher und greift in den Kopf-Arm-Muskel. Darauf reagiert der Wallach, indem er den Hals fallen lässt. „Bei Kissing-Spines-Pferden rate ich dazu, nicht lange Schritt zu reiten, sondern lieber warmzuführen“, so Ellinger. „Da diese Gangart keinen Schwung hat, kann der Brustkorb des Pferds durchs Reitergewicht absinken.“ Also trabt Beate Eder an.

„Das ist der Trab, den du damals longiert hast“, kommentiert die Trainerin. „Reite die Ecken nicht aus. Das nimmt Aurelius den Schwung. Treibe ihn mit beiden Schenkeln an die Hand heran und werde innen leichter, sobald er den Hals fallen lässt.“

Aurelius sucht nach der richtigen Haltung – mal geht er überm Zügel, mal dahinter. Es gibt aber auch schon schöne Momente. „Achte darauf, dass er genügend Schwung hat, aber nicht zu schnell wird. Ein gleichmäßiger Takt auf einer gleichmäßigen Linie ist wichtig. So machst du weiter, bis wir uns wiedersehen. Zehn bis 15 Minuten Reiten reichen erst einmal.“ Beate Eder ist überglücklich. Wer hätte gedacht, dass ihr Aurelius sich so gut entwickelt?

So fing die Geschichte von Beate Eder und Aurelius an:

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