
Stefanie Seebauer lernte die klassische Dressur bei Anja Beran. 2018 entdeckte sie die Working Equitation und reitet seitdem Pferde unterschiedlichster Rassen in dieser Disziplin. Mit ihrem Marbacher Vollblutaraberhengst WM Safi ox startet sie erfolgreich in der Masterclass. In einem Online-Kurs mit über 200 Minuten Videomaterial erklärt sie die Grundlagen der Working Equitation.
Stefanie Seebauer: Sie bringt für jeden Reiter und für jedes Pferd viel Spaß ins Training und schweißt beide als Team eng zusammen. Die Abwechslung macht die Working Equitation so besonders. In einem vielseitigen Pferd steckt aber eine solide Ausbildung – und die Grundlage dafür, wie für alle anderen Reitsportdisziplinen, ist die klassische Dressur. Im Trail brauchen wir nämlich viele Dressurlektionen: ganze und halbe Paraden, Rückwärtsrichten, Vorhandwendung, Kurzkehrt, Schenkelweichen, Travers und auf höherem Level sogar Pirouetten.
Ein Pferd, das gut an den Hilfen steht, ausbalanciert ist und möglicherweise auch schon Versammlungsbereitschaft zeigt, kann die Hindernisse rein aus körperlichen Gesichtspunkten mühelos bewältigen. Fließende Übergänge, Tempo- und Richtungswechsel gelingen dem Pferd viel leichter, wenn es gymnastiziert und geradegerichtet ist und nicht aus dem Gleichgewicht gerät.
Und wie! Im Trail kommt es darauf an, dass das Pferd den Reiter blitzschnell versteht. Er schult also die feine, exakte Hilfengebung des Reiters. Weil das Pferd Spaß dabei hat, bleibt es aufmerksam und konzentriert. Eine Aufgabe, die es bei reiner Dressurarbeit vielleicht nicht auf Anhieb versteht, wird durch die Trailhindernisse für das Pferd verständlich. Die vielen Wendungen um die Hindernisse bieten ordentlich Gymnastizierungspotenzial. Und die Anforderungen des Trails fördern wie von selbst den Takt und saubere Grundgangarten.

Reiten mit einer Hand: In der Working Equitation geht das quasi mit links.
Gerade, wenn man neu einsteigt, sollte man sich nicht gleich zu viel vornehmen. Ich zeige dem Pferd die Hindernisse zuerst vom Boden aus. So kann ich es besser beobachten und merke, wann es unsicher wird oder überfordert ist. Darauf muss ich dann unbedingt eingehen. Es ist nicht schlimm, wenn das Pferd Zeit braucht, um sich mit einem Hindernis anzufreunden. Gehe ich geduldig und in kleinen Schritten vor, werde ich mit Sicherheit irgendwann belohnt – mit einem Pferd, das mit mir über alle Hindernisse geht. Und vor allem mit einem Pferd, das mir vertraut, zuhört und gerne mit mir zusammenarbeitet. Klappt alles am Boden gut und sicher, ist es in der Regel auch kein Problem mehr, den Trail im Sattel zu bewältigen. Es gibt allerdings viele Hindernisse, für die wir eine Hand frei haben müssen: zum Beispiel das Tor öffnen, die Glocke läuten oder die Garrocha halten. Deshalb rate ich, vorher das einhändige Reiten zu üben, zunächst im Schritt, dann im Trab, dann im Galopp. Denn gerade und gebogene Linien, ganze Paraden zum Halten und Übergänge mit nur einer Hand zu reiten, ist erstmal ungewohnt und holprig. Wer es gelernt hat, kann sein Pferd aber dann auch sicher und souverän einhändig durch den Trail lotsen. Ein weiterer Punkt, der feines Reiten ausmacht!
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