Working Equitation - so klappt der Einstieg

Working Equitation – so klappt der Einstieg
Volltreffer fürs Team-Work

ArtikeldatumVeröffentlicht am 07.04.2026
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Stefanie Seebauer erklärt, wie der Einstieg in die Working Equitation gelingt.
Foto: Maresa Mader
Stefanie Seebauer erklärt, wie der Einstieg in die Working Equitation gelingt.
Stefanie Seebauer
Die Expertin
CAVALLO: Du liebst die klassische Dressur, bist aber mit deinem Araberhengst Safi ox auch in der Working Equitation sehr erfolgreich. Was fasziniert dich an dieser Disziplin?

Stefanie Seebauer: Sie bringt für jeden Reiter und für jedes Pferd viel Spaß ins Training und schweißt beide als Team eng zusammen. Die Abwechslung macht die Working Equitation so besonders. In einem vielseitigen Pferd steckt aber eine solide Ausbildung – und die Grundlage dafür, wie für alle anderen Reitsportdisziplinen, ist die klassische Dressur. Im Trail brauchen wir nämlich viele Dressurlektionen: ganze und halbe Paraden, Rückwärtsrichten, Vorhandwendung, Kurzkehrt, Schenkelweichen, Travers und auf höherem Level sogar Pirouetten.

Je besser ein Pferd die Dressur-Basics gelernt hat, desto leichter fällt es ihm also, einen Working-Equitation-Trail zu meistern?

Ein Pferd, das gut an den Hilfen steht, ausbalanciert ist und möglicherweise auch schon Versammlungsbereitschaft zeigt, kann die Hindernisse rein aus körperlichen Gesichtspunkten mühelos bewältigen. Fließende Übergänge, Tempo- und Richtungswechsel gelingen dem Pferd viel leichter, wenn es gymnastiziert und geradegerichtet ist und nicht aus dem Gleichgewicht gerät.

Und umgekehrt profitiert das Dressurpferd von der Working Equitation?

Und wie! Im Trail kommt es darauf an, dass das Pferd den Reiter blitzschnell versteht. Er schult also die feine, exakte Hilfengebung des Reiters. Weil das Pferd Spaß dabei hat, bleibt es aufmerksam und konzentriert. Eine Aufgabe, die es bei reiner Dressurarbeit vielleicht nicht auf Anhieb versteht, wird durch die Trailhindernisse für das Pferd verständlich. Die vielen Wendungen um die Hindernisse bieten ordentlich Gymnastizierungspotenzial. Und die Anforderungen des Trails fördern wie von selbst den Takt und saubere Grundgangarten.

Stefanie Seebauer erklärt, wie der Einstieg in die Working Equitation gelingt.
Maresa Mader
Was ist für Reiter wichtig, die mit ihrem Pferd in die Working Equitation einsteigen möchten?

Gerade, wenn man neu einsteigt, sollte man sich nicht gleich zu viel vornehmen. Ich zeige dem Pferd die Hindernisse zuerst vom Boden aus. So kann ich es besser beobachten und merke, wann es unsicher wird oder überfordert ist. Darauf muss ich dann unbedingt eingehen. Es ist nicht schlimm, wenn das Pferd Zeit braucht, um sich mit einem Hindernis anzufreunden. Gehe ich geduldig und in kleinen Schritten vor, werde ich mit Sicherheit irgendwann belohnt – mit einem Pferd, das mit mir über alle Hindernisse geht. Und vor allem mit einem Pferd, das mir vertraut, zuhört und gerne mit mir zusammenarbeitet. Klappt alles am Boden gut und sicher, ist es in der Regel auch kein Problem mehr, den Trail im Sattel zu bewältigen. Es gibt allerdings viele Hindernisse, für die wir eine Hand frei haben müssen: zum Beispiel das Tor öffnen, die Glocke läuten oder die Garrocha halten. Deshalb rate ich, vorher das einhändige Reiten zu üben, zunächst im Schritt, dann im Trab, dann im Galopp. Denn gerade und gebogene Linien, ganze Paraden zum Halten und Übergänge mit nur einer Hand zu reiten, ist erstmal ungewohnt und holprig. Wer es gelernt hat, kann sein Pferd aber dann auch sicher und souverän einhändig durch den Trail lotsen. Ein weiterer Punkt, der feines Reiten ausmacht!

Du möchtest wissen, wie das Training konkret aussehen kann? Hier kannst du den kompletten Artikel mit 6 praktischen Übungen herunterladen: