Wie Freiarbeit Pferde sensibler macht

4. Balance und Form in der Freiarbeit

Foto: Lisa Rädlein

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Ihr Pferd bewegt sich in einer gesunden Haltung. Es kann sich stellen und biegen und tritt mit der Hinterhand vermehrt unter – bis zur Versammlung. Die Hilfengebung wird immer feiner.

In der Freiarbeit werden Sie zum Fokuspunkt Ihres Pferds. Auf dem Zirkel ist seine Konzentration also nach innen gerichtet. Beim Zirkeln um Sie herum wird es deshalb automatisch eine gesunde Form und Haltung einnehmen. Läuft es auf einem engen Kreis um Sie herum, braucht es Kraft und Balance.

Je kräftiger und beweglicher Ihr Pferd wird, desto mehr wird es sich stellen und biegen. Es wird seinen Hals fallen lassen und sein inneres Hinterbein wird vermehrt unter den Schwerpunkt fußen.

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Foto: Lisa Rädlein CAVALLO Western Liberty für alle

Stute Sally nimmt von sich aus eine korrekte Haltung ein.

Kopf-Hals-Haltung

Die Kopf-Hals-Haltung ändert sich mit dem Grad der Versammlung. Das Pferd richtet sich mehr auf. „Das alles erreichen wir in der Freiarbeit ohne äußere Einwirkung. Das Pferd versammelt sich aus seiner eigenen Motivation heraus, um die Aufgaben zu erfüllen“, erklärt Thomas Günther.

Versammlung unterstützen

Sie können die Versammlung, die Ihr Pferd anbietet, unterstützen und weiter fördern. Zeigen Sie dazu mit dem Stick oder der Peitsche hinter das innere Hinterbein Ihres Pferds, bevor es abfußt (Foto). So animieren Sie Ihr Pferd, mit dem Bein weiter nach vorne oder in Richtung Körpermitte zu fußen. Nehmen Sie danach wieder eine neutrale Position ein. Erst wenn seine Aktivität nachlässt, können Sie Ihre Hilfe nochmals einsetzen.

Foto: Lisa Rädlein CAVALLO Western Liberty für alle

Mit dem Stick aktivieren Sie die Hinterhand zum vermehrten Untertreten.

Auch bestimmte Übungen fördern die Versammlung

Lassen Sie Ihr Pferd aus dem Halten angaloppieren oder richten Sie es rückwärts. Das aktiviert die Hinterhand.

Selbsthaltung fördern

Ihre Hilfen werden immer feiner. Denn Ihr Pferd kann Sie besser verstehen und Ihre Aufgaben körperlich besser umsetzen. Gleichzeitig werden die Phasen, in denen Ihr Pferd selbstständig arbeitet (also das vorgegebene Tempo, die Richtung und die Haltung beibehält), immer länger.

Irgendwann können Sie mit verschränkten Armen völlig neutral in der Mitte stehen, während Ihr Pferd sich im Kreis um Sie herum bewegt. Stute Sally trabt auf einem engen Zirkel in Biegung, mit tiefem Hals und aktivem Hinterbein um Thomas Günther herum. Wird sie langsamer, reicht ein Schnalzen, um sie aufzuwecken.

Foto: Lisa Rädlein CAVALLO Western Liberty für alle

Ganz ohne Einwirkung hält Sally ihr Tempo selbstständig.

14.01.2019
Autor: Nadine Szymanski
© CAVALLO
Ausgabe 12/2018