Kraftfutter für Pferde: Was Reiter über Hafer & Müsli wissen müssen

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Foto: Lisa Rädlein CAVALLO Kraftfutter Hafer Mais Gerste Müsli - Hafer

Hafer: Der Trumpf im Trog

Hafer vertragen Pferde generell besser als anderen Getreidearten. Er ist der Trumpf im Trog. Nährwerte: Entgegen aller Vorurteile enthält Hafer nicht besonders viel Energie und Eiweiß. Doch Pferde kauen die großen Körner gut und können die Stärkemoleküle im Dünndarm leicht spalten. Sie nutzen so etwa 80 Prozent der enthaltenen Stärkeenergie – so viel wie bei keinem anderen Getreide. Die gute Verdaulichkeit kann Pferde heiß machen. Besser: weniger Kraft- und mehr Raufutter geben. Füttern & lagern: Hafer muss gereinigt sein sowie kühl und trocken gelagert werden. Quetschen oder schroten muss man Hafer für Pferde, die schlecht kauen.

Gerste: Schwere Kost für den Darm

Gerste ist das älteste kultivierte Getreide. Nährwerte: Gerste enthält deutlich mehr Energie als Hafer. 900 Gramm Gerste ersetzen ein Kilo Hafer. Ihre Stärke ist fürs Pferd schwer verdaulich. Dass Pferde mit Gerste weniger heiß werden als mit Hafer, ist kein positiver Effekt. Reiter glauben, dass Gerste bei dünnen Pferden gut ansetzt. Das können Fachleute nicht bestätigen. Füttern & lagern: Wegen der harten Körner und der schlechten Stärkeverdaulichkeit sollte Gerste nur geschrotet gefüttert werden. Optimal ist eine thermische Behandlung. Füttern & lagern: Saubere Gerstenkörner sind dagegen länger haltbar als ganzer Hafer.

Mais: Fette, faserarme Flocken

Mais stammt aus Amerika. Er landet erst seit dem 2. Weltkrieg in deutschen Pferdemägen. Nährwerte: Maiskörner bestehen zu gut 60 Prozent aus Stärke und sind daher eiweiß- und rohfaserarm. Weil der Maiskeim viel Fett enthält, gilt das Korn als Dickmacher für Pferde. Doch die Maisstärke ist für Pferde ähnlich schwer verdaulich wie die der Gerste. Wenn das Pferd wieder fit ist, sollten diese Getreide sofort wieder vom Futterplan verschwinden. Füttern & lagern: Damit Pferde die Stärke in Energie umwandeln können, müssen Maiskörner vor dem Füttern behandelt werden. Mais nur in wärmebehandelten Flocken oder gepoppt verfüttern. Maisflocken sind im Handel erhältlich, aber in der Regel nicht besonders lange lagerfähig.

Müsli: Die Mischung macht‘s

Müslis basieren auf Getreide, enthalten aber auch viele andere Komponenten wie getrocknetes oder gepresstes Obst und Gemüse, Luzerne, Nüsse oder Kerne und oft süße Melasse. Ihr Vorteil: Es sind alle Nährstoffe drin, die das Pferd zusätzlich zum Heu braucht. Müslis sind oft haferfrei. Das liegt daran, dass Reiter sie häufig zusätzlich zu Hafer geben. Nährwerte: Es gibt Müslis für jedes Pferd. Wie viel Energie im Müsli steckt, steht nicht auf dem Etikett. Grobe Orientierung liefern die Rohfasern: Je mehr ein Müsli enthält, desto energieärmer ist es. Sinkt der Energiegehalt, sind im Verhältnis mehr Vitamine und Mineralien drin. Solche Mischungen sind für kleine Freizeitpferde-Portionen gedacht. Füttern & lagern: Zur Lagerung eignen sich Säcke. Wird Müsli in großen Mengen verfüttert und im Silo gelagert, entmischen sich die Bestandteile leicht.

Dinkel: Das Mode-Korn

Der Dinkeltrend in der menschlichen Ernährung spült die Urweizenart auch in deutsche Pferdekrippen – vor allem als Müsli-Zutat. Nährwerte: Der Nutzen von Dinkel im Pferdefutter ist umstritten. Constanze Röhm hält wenig vom Mode-Korn: „Alle mit Dinkel gefütterten Pferde, die ich bisher gesehen habe, hatten dicke Bäuche, waren dabei aber rippig und schlapp.“ Füttern & lagern: Um sicherzustellen, dass Pferde Dinkelstärke gut verdauen, sollte das Korn vor dem Füttern geschrotet oder wärmebehandelt werden. Durch seine Spelzen neigt Dinkel zu Keimbefall.
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