Zusatzleistungen: Was darf der Service im Stall für mein Pferd kosten?

Sind Auszubildende eine Hilfe?

Pferde-Pflege kostet Zeit: Wer im Pensionsstall Sonderwünsche für sein Pferd hat, muss dafür entweder zahlen oder selbst anpacken. Hier ist die Rechnung, was zusätzliche Leistungen kosten und warum Sparfüchse ihren Pferden am Ende schaden.
Foto: Miriam Kreutzer CAVALLO Reitschultest Ruhrpott

Die Ausbildung zum Pferdewirt ist hart.

Auch Auszubildende senken die Personalkosten und sind zudem gut fürs Renommee. Teilweise können sie den Stall völlig selbstständig, ohne Ausbildung eines Lehrmeisters bewirtschaften. Die Azubis schuften für 2 bis 3 Euro in der Stunde, sind ebenfalls folgsam und fast nie aufmüpfig.

Viele misten und füttern die Kundenpferde noch vor der Berufsschule – wenn sie die überhaupt besuchen dürfen – und sind ganze drei Jahre im Betrieb. Auch der Pensionspreis bleibt mit 220 Euro pro Monat auf Tiefpreisniveau. Das Paradoxe daran: Wir formulieren ethische Grundsätze für unsere Pferde, importieren sündhaft teures Salz entgegen allen Regeln der Nachhaltigkeit aus dem Himalaya, reichen unseren Pferden handgepresstes Olivenöl aus der Toskana, lassen den Knochenbrecher aus Norddeutschland kommen, achten überhaupt nicht darauf, ob das sündhaft teure Zusatzfutter einen Nutzen hat, schleppen jedes Mal prallvolle Tüten aus Messehallen und nehmen unsere Pferde als Familienmitglied auf.

Aber eine Pferdewirtin – obwohl armutsgefährdet – ist uns deutlich zu teuer. Dabei könnte die uns frühzeitig genug sagen, ob sich da eine Kolik anbahnt, beim Verladen helfen, uns Tipps zur Grunderziehung geben und einfach unsere Pferde und die Anlage professionell betreuen.

Artikel und Infos zum Beruf Pferdewirt:

12.03.2013
Autor: Dietbert Arnold
© CAVALLO
Ausgabe 02/2013