9 Übungen: Bodentraining mit EquiClassic Work

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Foto: Rädlein Das optimale Bodentraining

Übung 1: Schritt, Stopp & Zurück - Basics im Quadrat

Das Pferd soll lernen, willig auf Zügelimpulse und Körpersprache zu reagieren. Sie selbst können Führposition und Handhaltung verinnerlichen.

Übung 1: Schritt, Stopp & Zurück - Basics im Quadrat

Führen Sie das Pferd im Schritt auf beiden Händen durch die Gassen der Quadratvolte. Ihre Grundposition ist jeweils auf der inneren Seite mittig am Pferdehals. Die vordere Hand hält den inneren Zügel aufrecht zwischen Daumen und Zeigefinger. So geben Sie feine Impulse. Die hintere Hand hält den äußeren Zügel plus Gerte.

Übung 1: Schritt, Stopp & Zurück - Basics im Quadrat

Damit Ihr Pferd bei der Sache bleibt, fordern Sie zwischendurch immer wieder Tempiwechsel: Einen schnelleren Schritt erreichen Sie, indem Sie es mit der Stimme und einem sanften Gertentouch antreiben. Für weniger Tempo selbst die Schritte verkürzen und ein ruhiges Stimmsignal wie „Langsam“ sowie einen leichten Zügelimpuls geben.

Dann üben Sie Halten am Anfang einer beliebigen Gasse. Arbeiten Sie dabei mit einem Stimmkommando wie „Halt“ und leichtem Zug am Kappzaum nach oben. Reagiert das Pferd nicht, geben Sie den Impuls am Zügel deutlicher, bis es steht. Lässt es sich brav durch die Gassen führen und halten, können Sie es rückwärts schicken.

Übung 1: Schritt, Stopp & Zurück - Basics im Quadrat

Halten Sie Ihr Pferd im hinteren Teil einer Gasse an, damit es innerhalb dieser rückwärts treten kann.So kann es die Hinterhand leichter gerade halten.

Stellen Sie sich vor oder schräg vors Pferd. Geben Sie ein Stimmkommando wie „Zurück“. Erhöhen Sie Ihre Körperspannung und geben einen Rückwärts-Impuls auf die Nase.

Übung 2: Übertreten in den Ecken

Diese Übung fördert die Durchlässigkeit und macht das Pferd beweglicher.

Und so geht’s: Führen Sie Ihr Pferd durch eine beliebige Dualgasse. Am Ende der Gasse reduzieren Sie das Tempo, wie Sie es in Übung 1 bereits gelernt haben. Ist der Vierbeiner außerhalb der Gasse angekommen, halten Sie ihn an und lassen die Hinterhand um etwa 90 Grad weichen. Dazu geben Sie einen Impuls über den inneren Zügel, stellen die Pferdenase leicht nach innen. Zusätzlich können Sie die Gerte zur Hilfe nehmen und Ihr Pferd am Unterschenkel antippen.

Nach der Wendung leiten Sie das Seitwärts ein: Positionieren Sie sich dazu etwa auf Schulterhöhe und schieben Ihr Pferd durch erhöhte Körperspannung und Energie von sich weg in die Seitwärtsbewegung bis zur nächsten Gasse. Achten Sie darauf, dass das Pferd langsam Schritt für Schritt übertritt und nicht mit der Vorhand davoneilt. Falls doch, reduzieren Sie Ihre Körperspannung und aktivieren die Hinterhand mit der Gerte.

Tipp: Für eine beidseitige Balance das Pferd in allen vier Ecken auf beiden Händen übertreten lassen.

Übung 3: Achten zur nächsten Gasse

Nun geht es darum, Ihr Pferd durch sauberes Umstellen zu lockern und den Gehorsam beim Führen zu verbessern.

Starten Sie in einer beliebigen Dualgasse etwa auf der linken Hand und wenden danach nach innen auf die Diagonale in die gegenüberliegende Ecke ab. Dort angekommen, biegen Sie auf die rechte Hand und in die Dualgasse ein.

Sie führen jetzt außen. Danach geht es über die Diagonale zurück zum Ausgangspunkt. Rücken Sie nun eine Dualgasse weiter und führen das Pferd auf einer Acht in die dort gegenüberliegende Gasse. Üben Sie die Achten anschließend auf der anderen Hand.

Wichtig: Kontrollieren Sie durch Annahme des äußeren Zügels, dass Ihr Pferd sich in den Bögen nicht im Genick verwirft – also nur die Nase nach innen streckt, sich aber außen steif macht. Das verhindern Sie, indem Sie mit dem äußeren Zügel leicht gegenhalten und die Stellung halten. Auf den Diagonalen sollte das Pferd gerade laufen.

Übung 4: Auf der Diagonalen übertreten lassen

Bei dieser Übung muss das Pferd die Seitwärtsbewegung über eine längere Strecke und mit leichter Vorwärtstendenz halten. Das lockert seine Hüften und macht geschmeidiger.

Führen Sie das Pferd durch eine beliebige Dualgasse, etwa auf der linken Hand. Am Ende angekommen, biegen Sie auf die Diagonale ab und lassen das Pferd vorwärts-seitwärts bis zur gegenüberliegenden Ecke übertreten. Die Führposition ist am Pferdekopf, um die Vorwärtsbewegung zu unterstützen.

Achten Sie darauf, dass Ihr Pferd ruhig, aber kontinuierlich mit Vorder- und Hinterbeinen kreuzt. Fortgeschrittene können es leicht entgegen die Bewegungsrichtung stellen und das innere Hinterbein untertreten lassen.

Achten Sie zudem darauf, die Diagonale diszipliniert von einer Ecke der Quadratvolte zur anderen anzulegen, um unterwegs die Orientierung zu behalten. Am Ende der Diagonale bleiben Sie auf derselben Hand, und biegen in die Gasse links von Ihnen ein.

Danach geht es sofort wieder auf die Diagonale. So arbeiten Sie sich durch alle vier Gassen, dann bitte die Hand wechseln.

Übung 5: Volten von innen und außen führen

Eine korrekte Biegung und sauberes Umstellen von einer Volte auf die andere gymnastizieren und lockern das Pferd. Weil Sie nun immer wieder von außen führen, stellen Sie es zudem perfekt an die Hilfen.

So geht’s: Führen Sie das Pferd durch eine Dualgasse Ihrer Wahl, biegen Sie daraus nach außen auf eine Volte mit etwa sechs Meter Durchmesser ab. Zur Orientierung können Sie die Linie, auf der Sie die Volte anlegen möchten, mit zwei Pylonen markieren. Wieder in der Gasse angekommen, stellen Sie das Pferd um, biegen auf eine ebenso große Volte nach innen ab. Das Pferd läuft jetzt innen, Sie auf der äußeren Zirkellinie. Durch Annehmen des von Ihnen aus äußeren Zügels kontrollieren Sie die Stellung, der innere Zügel wirkt begrenzend.

Achten Sie darauf, dass das Pferd nicht schneller wird oder Sie nach außen abdrängt. Erhöhen Sie nötigenfalls Ihre Körperspannung und kontrollieren Sie das Tempo wie in Übung 1. Haben Sie beide Volten beendet, rotieren Sie zwei Dualgassen weiter und führen die Volten dort aus. Anschließend die Hand wechseln.

Übung 6: Trabvolten mit Halt und Zurück

Gassen-Trab bringt Ihr Pferd noch besser in Balance und kräftigt die Muskulatur der Hinterhand. Wie in der klassischen Handarbeit üblich, gehen Sie selbst dabei im Schritt mit.

Lassen Sie Ihr Pferd nun in einer Gasse antraben. Leiten Sie die Volten ein, indem Sie aus einer beliebigen Gasse nach innen abbiegen und ins Hindernis zurücktraben. Rücken Sie dann zwei Gassen weiter. Diese Lektion auf beiden Händen wiederholen.

Wird Ihr Pferd zu schnell, stellen Sie es leicht nach innen. Kombinieren Sie die Trabarbeit mit Anhalten und Antraben aus dem Rückwärts. Halten Sie dazu am Ende der Dualgasse an und lassen das Pferd drei bis vier Tritte rückwärts gehen (Übung 1) und danach sofort wieder antraben. Fehlt ihm dabei Schwung, geben Sie ein aufmunterndes Stimmoder Gertensignal.

Übung 7: Volten im Kleeblatt

Für Abwechslung und noch mehr Aufmerksamkeit bauen Sie die Dualgassen zu einem Kleeblatt um.

Starten Sie nun mit Volten um alle vier Gassen. Führen Sie das Pferd auf der langen Geraden in der Mitte des Hindernisses. Auf der linken Hand biegen Sie ganz am Ende der langen Gasse nach links ab und fädeln gleich bei der nächsten Öffnung wieder ins Kleeblatt ein.

Nun geht es erneut die lange Gerade hinunter, an deren Ende nach links auf eine Volte und zur nächsten Öffnung hinein. Haben Sie so jedes Kleeblatt einmal umrundet, wechseln Sie die Hand.

Nächster Trainingsschritt für noch mehr Abwechslung: Bauen Sie an beliebiger Stelle Tempowechsel, Halten oder Rückwärts ein (siehe Übung 1). Üben Sie zusätzlich jeweils Volten in der äußeren Führposition wie bei Übung 5 in der Quadratvolte: Das heißt, Sie führen Linksvolten von rechts und umgekehrt. Dazu stellen Sie Ihr Pferd im Zentrum des Kleeblatts um und leiten gleich die Volte in der Gegenrichtung ein.

Übung 8: Übertreten im Kleeblatt von Gasse zu Gasse

Auch im Kleeblatt gibt es tolle Möglichkeiten, um das Pferd zu gymnastizieren, etwa durch Übertreten in den Ecken an der Außenseite eines Kleeblatts.

Übung 8: Übertreten im Kleeblatt von Gasse zu Gasse

Führen Sie Ihr Pferd die lange Mittelgasse entlang. Am Ende reduzieren Sie die Geschwindigkeit und lassen die Hinterhand um 180 Grad weichen.

Nutzen Sie die Gerte, um die Seitwärtsbewegung einzuleiten und die Hinterhand in Bewegung zu halten. Die ideale Führposition ist jetzt schräg vor dem Pferd. So können Sie sehen, ob der Vierbeiner in Balance ist und sauber kreuzt. Eilt die Vorhand davon, begrenzen Sie diese auf der äußeren Seite mit der Gerte. Fortgeschrittene können das Pferd leicht gegen die Bewegungsrichtung stellen.

Übung 9: Trabvolten kombiniert mit Halt und Rückwärts

Mit dieser Übung können Sie prüfen, ob Ihr Pferd präzise auf Ihre Signale reagiert und Sie können es weiter in Richtung Versammlung fördern. Wenn die vorhergehenden Übungen sitzen, gelingt die Lektion mühelos.

Beginnen Sie mit Trabvolten nach dem Schema in Übung 7. Wird Ihr Pferd auf der langen Mittelgeraden zu flott, stellen Sie es leicht nach innen.

Haben Sie alle vier Kleeblätter auf beiden Händen umrundet, können Sie den Schwierigkeitsgrad erhöhen und die Volten verkleinern. Das heißt, Sie führen Ihr Pferd jeweils im Anschluss an die Volte nicht die lange Mittelgerade hinunter, sondern biegen vom Zentrum des Kleeblatts aus sofort wieder in die kurze Gasse ein.

Nach zwei kleinen Volten um eine Ecke des Kleeblatts geht es zur nächsten. Üben Sie dies ebenfalls auf beiden Händen. Um die Hinterhand zu aktivieren, bauen Sie Stopps am Ende einer Gasse ein (siehe Übung 6). Klappt der Übergang vom Trab zum Halten auf den Punkt, kombinieren Sie die Lektion mit Antraben aus Stand und Rückwärts sowie mit Trabvolten.
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