4 Übungen zum Rückwärtsrichten

Mit Rückwärts-Volten zum Traumgalopp

Foto: Lisa Rädlein
Yvonne Gutsche erklärt, warum Rückwärtsrichten für sie so eine wichtige Übung ist.

Viele Quarter Horses, die ich zur Korrektur bekomme, galoppieren im Viertakt, sie laufen auf der Vorhand und haben Schwierigkeiten, mit der Hinterhand Last aufzunehmen, weil sie mit einer viel zu tiefen Kopf-Hals-Position geritten wurden.

Korrektur für falsche Bewegungsmuster: Um das falsch erlernte Bewegungsmuster zu korrigieren, gehe ich mit diesen Pferden unter anderem oft auf die Volte – und zwar rückwärts. Diese Übung verbessert den Galopp natürlich grundsätzlich; auch dann, wenn das Pferd englisch geritten wird.

So geht die Rückwärtsvolte: Ich reite rückwärts in eine Volte, dabei nehme ich die Kruppe leicht nach innen in die Volte hinein und lenke die Schulter nach außen.

Der Effekt für den Galopp:
• Das Pferd hebt die vorderhandlastigen Schultern an und wird in den Schultern leichter.
• Gleichzeitig muss es den Rippenkasten aufdehnen.
• Außerdem nimmt es mit dem inneren Hinterbein noch mehr Last auf, weil es sich auf der gebogenen Linie bewegt und dabei auch noch rückwärtstritt, was die Hinterhand stärker fordert.

Echter Kraftakt: Achtung: Diese Übung ist sehr anstrengend und kostet richtig Kraft. Sie ist nichts für völlig untrainierte Pferde. Je nach Charakter können Pferde mit Sturheit oder Krawall auf diese Aufgabe reagieren, wenn es ihnen zu schwierig wird. Der Reiter sollte deshalb mindestens auf gehobenem A-Niveau sein, einen unabhängigen Sitz und Gefühl für die richtigen Hilfen haben, um gut einordnen zu können, wie sein Pferd reagiert.

Rechtzeitig beenden: Nur ein guter Reiter kann die Übung gefühlvoll und schlau abstimmen und das Pferd im richtigen Moment vorwärts aus der Übung herauslaufen lassen – zum Beispiel im Trab, und zwar bevor es knatschig wird. Wie oft ich diese Übung wiederhole, hängt natürlich vom Pferd ab. In der Regel nicht öfter als ein- oder zweimal pro Trainingseinheit. Ist das Pferd motiviert und schlau, hat es innerhalb weniger Tage verstanden, worum es geht, und man kann erste Verbesserungen am Galopp erkennen.

Die Expertin: Yvonne Gutsche ist Westerntrainerin mit eigenem Ausbildungsstall in Bad Wimpfen.

08.10.2018
Autor: Anja Burkhart
© CAVALLO
Ausgabe 09/2018