Kotwasser – Tipps & Service für Pferdebesitzer

Ursachenforschung: Check-Liste Kotwasser

Es gibt viele Möglichkeiten, um Kotwasser zum Versiegen zu bringen. Diese Check-Liste hilft bei der Ursachenforschung.

Ist die Haltung korrekt?
In der Studie an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) waren fast nur Offenstallpferde von Kotwasser betroffen. Professor Ellen Kienzle rät, die Haltung und damit mögliche Stressfaktoren genau zu beobachten. Steht Ihr Pferd im Regen, weil die anderen es nicht in den Stall lassen? Ist zu wenig Liegefläche vorhanden – und wenn ja: Wird in der Nähe gefressen? Pferde, die in Boxen gehalten werden, mögen oft ihren Nachbarn nicht. Das alles sorgt für Unruhe und Stress.

Was ergibt eine klinische Untersuchung?
Klären Sie ab, ob Ihr Pferd nicht vielleicht an einem Magengeschwür, einer chronischen Entzündung oder Blinddarm-Verstopfung leidet.

Wie ist die Futterqualität?
Bevor Sie es mit anderen Futtermitteln versuchen, sollten Sie das Grundfutter genau unter die Lupe nehmen. Sind Heu oder Silage schimmelig, beginnen Sie unbedingt an diesem Punkt mit der Umstellung und sorgen Sie für einwandfreies Futter.

Kontrollieren Sie die Fütterungspraxis
Achten Sie darauf, dass Ihr Pferd ausreichend und über den Tag verteilt Heu oder Silage erhält. Prüfen Sie, ob Ihr Pferd die Zusatzfuttermittel verträgt, und kontrollieren Sie die Kraftfuttermenge. Variieren Sie ein wenig bei der Fütterung. Probieren Sie Futtermittel aus, die Lignocellulose enthalten; sie liefert Nahrung für die guten Mikroorganismen im Darm. Wegen der enthaltenen Pektine sollten Sie es mit Bierhefe, melassierten Rübenschnitzeln, Sojabohnenschalen oder Möhren versuchen.

Lassen Sie die Zähne untersuchen
Ernährungsexpertin Dr. Ingrid Vervuert aus Leipzig rät, speziell bei alten Pferden mit Kotwasser die Zähne kontrollieren zu lassen. Möglicherweise können sie das Futter nicht mehr gut kauen.

Kontrollieren Sie den pH-Wert
Messen Sie auf jeden Fall den pH-Wert des Kotwassers. Nur so können Sie das richtige Futter wählen. Bei einem niedrigen Wert ist Bierhefe hilfreich, nicht Laktobazillen aus Joghurt. Bei hohem, alkalischem pH-Wert sind Laktobazillen laut Ingrid Vervuert gut geeignet.

Messen Sie den Sandanteil im Kot
Sand im Darm kann die Schleimhäute schädigen, muss aber nicht. Dr. Inka Kreling von der Tierärztlichen Klinik Binger Wald in Waldalgesheim/Rheinland-Pfalz rät, etwas Kot in einem durchsichtigen Gummihandschuh zu sammeln und den Handschuh mit Wasser auszufüllen. Bei starkem Sandgehalt im Kot setzen sich die Körner sehr schnell in den Fingerspitzen ab.

08.09.2009
Autor: Kristina Glaser
© CAVALLO