10 Booster fürs Immunsystem: So bekommt dein Pferd starke Abwehrkräfte!

Starke Abwehrkräfte für Pferde
10 Booster fürs Immunsystem

ArtikeldatumVeröffentlicht am 27.01.2026
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Apotheker-Fläschchen mit Brennnessel-Blättern vor winterlichem Hintergrund
Foto: Firefly AI

1. Gesundheitsmanagement

Der sofort spürbare Booster fürs Immunsystem? Impfen! Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StiKo Vet) empfiehlt drei Core-Impfungen (bei Krankheiten, gegen die jedes Pferd geschützt sein sollte): gegen Equine Influenza, Tetanus und Equine Herpesvirusinfektionen. Ob Letztere tatsächlich notwendig ist, darüber wird seit Jahrzehnten gestritten. Gegen Tetanus und Influenza sollte aber jedes Pferd geschützt werden. Dafür bekommt das Tier geschwächte oder abgetötete Erreger gespritzt; der Körper bildet daraufhin Antikörper und Gedächtniszellen, die sich bei einem erneuten Kontakt mit den Viren reaktivieren und so schneller reagieren. Gegen Influenza sollte alle sechs Monate (bei Turnierpferden) bzw. alle zwölf Monate (bei Pferden, die nicht an Turnieren oder Veranstaltungen mit größeren Pferdeansammlungen teilnehmen) geimpft werden.

Lisa Rädlein

2. Bewegung hilft auch den Abwehrkräften

Schönwettersportler sind wir Reiter definitiv nicht. Gut so! Denn Bewegung tut unseren Pferden gut. Sie kurbelt den Stoffwechsel der Tiere an, regt die Darmaktivität an und pusht die Abwehrkräfte. Lasst eure Vierbeiner dabei auf jeden Fall galoppieren: "Bei jedem Galoppsprung werden die Lungen vollständig mit Luft gefüllt und auch wieder vollständig entleert", so Osteotherapeutin Julie von Bismarck. Das stärkt die Lunge, durchblutet sie, verbessert so deren Gesundheit und stärkt das Immunsystem.

3. Vitamine

Vitamine sind wichtig fürs Immunsystem. Vitamin A beispielsweise spielt eine Rolle bei den äußeren Zellschichten von Haut und Schleimhäuten; also der ersten Barriere, die Krankheitserreger überwinden müssen. Dabei nimmt das Pferd nicht direkt Vitamin A auf, sondern dessen Vorstufe, das Provitamin A. Das Wichtigste davon ist Beta-Karotin, das das Pferd in der Dünndarmschleimhaut in Vitamin A umwandelt. Im Winter ist das im Futter aber manchmal Mangelware; im Heu nimmt dessen Gehalt beispielweise umso mehr ab, je länger das Raufutter lagert. Hier können wir mit Karotten gegensteuern (bis zu zwei Kilo pro Tag).

Ein Pärchen füttert einem gescheckten Pferd eine Möhre auf der Winterweide.
Jessica Peterson/ gettyimages

Die Vitamine B3 (Panthotensäure), B6 und Folsäure sind wichtig für die Schleimhautbarriere; das Pferd bildet diese wasserlöslichen Vitamine selbst im Darm. Mangelzustände sind sehr selten (etwa wenn die Dickdarmflora gestört ist); gutes Heu liefert die Basis für die Eigensynthese.

Bei uns Reitern gilt Vitamin C (Askorbinsäure) als Turbo fürs Immunsystem; bei Pferden spielt das vor allem als Antioxidans eine wichtige Rolle. Wie viel Pferde davon brauchen, ist aber nicht sicher belegt. Eine zusätzliche Versorgung kann bei Stress oder alten Pferden nötig sein, die das nicht mehr selbst herstellen können.

Vitamin E wirkt als Antioxidans, schützt die Zellen also vor freien Sauerstoffradikalen. Aber: Es wirkt auch als Bodyguard für Vitamin A und ungesättigte Fettsäuren. Fehlen Vitamin E und Selen, nimmt die Antikörperbildung ab. Wer in seiner bedarfsgerechten Futterration ein vitaminisiertes Mineralfutter einsetzt, versorgt sein Pferd mit allen nötigen Vitaminen.

4. Aminosäuren

Ohne Aminosäuren läuft nicht viel im Pferdekörper: Sie sind die Bausteine von Proteinen und hochrelevant für den Stoffwechsel. Auch das Immunsystem ist von ihnen abhängig, weil einige Aminosäuren für die Bildung von Antikörpern, B- und T-Lymphozyten relevant sind.

Je nach Futterration und Bedarf des Pferds können Aminosäuren im Winter etwas knapp werden. "Wurde das Heu erst spät reingeholt, hat es in vielen Fällen einen geringen Eiweiß-Anteil und einen noch niedrigeren Gehalt an dünndarmverdaulichem Rohprotein", sagt Dr. Anne Mößeler, Fachtierärztin für Tierernährung und Diätetik. Auch Pferde, die wieder auftrainiert werden, oder Tiere auf Diät brauchen oft mehr Eiweiß. Wer Heu bedampft, zerstört bis zu 35% der Aminosäure Lysin; das muss ausgeglichen werden. Ältere Vierbeiner haben ebenfalls oft einen höheren Eiweißbedarf; baut ein Senior Muskelmasse ab, braucht er im Vergleich zum adulten Tier 10 bis 20 Prozent mehr. Aminosäuren liefert spezielles Zusatzfutter, aber auch Leinsamen, Hafer oder Soja. Wer Leinöl übers Futter gibt, sollte darauf achten, dass das Vitamin E enthält.

5. Gesunder Darm

Wer den Darm seines Pferds pflegt, tut den Abwehrkräften was Gutes. Denn: "Der Darm beinhaltet 70 bis 80 Prozent aller Zellen, die Antikörper produzieren", erklärt Fütterungsexpertin Dr. Susanne Weyrauch-Wiegand. Wird der Darm gesund gehalten, kann der wiederum das ganze Pferd gesund halten. "Eine bedarfsgerechte Ernährung und ein ausgeglichener Energiehaushalt sind die Basis für ein starkes Immunsystem", sagt daher Dr. Weyrauch-Wiegand. "Dazu gehört ein ausgewogenes Verhältnis von Rau- zu Kraftfutter zur Stabilisierung der Dickdarmflora." Für die Praxis heißt das konkret: ausreichend und qualitativ hochwertiges Heu ist ein wichtiger Schlüssel, um den Darm, das Mikrobiom darin und das Immunsystem zu stärken.

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