Teff-Cobs: Zuckerarmes Futter mit viel Rohfaser

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Agrobs Teff-Cobs: Zuckerarm und rohfaserreich

ArtikeldatumVeröffentlicht am 13.08.2026
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Nahaufnahme von Grashalmen mit Tautropfen auf einer Wiese bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang, im Hintergrund ein Feld und blauer Himmel.

Teff im Trog: Ein Exot als Pferdefutter

Teffgras bildet bei Wärme und Trockenheit vor allem Blattmasse – statt Zucker einzulagern wie andere Gräser.

Die winzigen Körner des zarten "Liebesgrases" ernähren die Menschen in Äthiopien und Eritrea vermutlich seit Jahrtausenden, sind die Basis fürs traditionelle Fladenbrot Injera und als glutenfreies Mehl bei uns im Lebensmittelhandel erhältlich.

Als Pferdefutter ist Teff (Eragrostis tef) hierzulande noch ein Exot. Im Gegensatz etwa zu den USA, wo die Pflanze bereits auf Weiden ausgesät wird oder als Heu in Raufen landet. Das Nährstoffprofil von Teff macht es laut eines Berichts der University of Minnesota so attraktiv – insbesondere für leichtfuttrige und übergewichtige Tiere. Im Vergleich zu herkömmlichen Weidegräsern und Leguminosen weise Teff tendenziell höhere Rohfasergehalte sowie geringere Anteile an nicht-strukturellen Kohlenhydraten (NSC) und verdaulicher Energie (DE) auf. Die Kombi aus reichlich Ballaststoffen und niedrigeren NSC-Werten soll die Glukose- und Insulinreaktion bei Pferden verringern.

Freisteller von Agrobs Teff-Cobs lose auf weißem Hintergrund, Produktaufnahme.

Für Spezialfälle geeignet

"Pferde mit Stoffwechselerkrankungen wie EMS, Equinem Cushing, PSSM oder Hufrehe brauchen eine rohfaserbasierte, zuckerarme Ernährung, die gleichzeitig genügend Protein zum Erhalt von Muskulatur und Substanz liefert", sagt Florian Berger, Geschäftsführer von AGROBS® – wobei sich die Gehalte laut ersten Analysen der Firma bei der deutschen Teffproduktion etwas unterscheiden zu den Ergebnissen aus Minnesota.

Weißes Pferd auf der Weide
Lisa Rädlein

Weitere Vorzüge: Teff sei besonders verträglich und allergenarm, sodass es sich auch bei Ausschlussdiäten als Futterersatz eigne. Berger: "Mit den Teffcobs schaffen wir eine neuartige und zugleich regionale Lösung für eine verantwortungsvolle Fütterung – heute und mit Blick auf die Herausforderungen von morgen." Denn das Gras aus Ostafrika liebt warmes, trockenes Klima. "Während viele heimische Gräser bei Hitze oder Dürre vermehrt Zucker einlagern, bildet Teffgras stattdessen Blattmasse und bleibt dadurch auch unter anspruchsvollen klimatischen Bedingungen zucker- und fruktanarm", betont Berger. Diese Nährstoff-Vorteile bestätigen die Nährstoffgehalte der neuen Teff-Cobs von Agrobs (siehe "Analytische Bestandteile”) ebenso wie Analysen der LUFA NRW, die der Agrarservice Cordt aus Datteln für sein neues Teff-Heu erstellen ließ.

Produktfoto eines Futtersacks 'AGROBS TEFFCOBS' mit Pferdemotiv und Produktinformationen auf der Verpackung.
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C4-Pflanze: Effiziente Photosynthese

Das Nährstoffprofil beruht auf der speziellen Photosynthese der C4-Pflanzen wie Teff, Amarant oder Hirse. Diese haben einen Mechanismus entwickelt, um selbst geringste Mengen Kohlendioxid nutzen zu können, wenn die Pflanze aufgrund der Temperatur ihre Stomata verschließt, um Wasserverluste zu vermeiden. Im Gegensatz zu heimischen Gräsern wie Welschem Weidelgras oder Wiesenlieschgras (C3-Pflanzen) besteht das erste Zwischenprodukt der Photosynthese (Oxalacetat) bei ihnen aus vier Kohlenstoff-Atomen, was den Namen C4 erklärt. "Mithilfe des Enzyms PEP-Carboxylase wird CO₂ besonders effektiv gebunden", schreibt pflanzenforschung.de, das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert wird. C4-Pflanzen könnten so bei hoher Lichteinstrahlung und hoher Temperatur in kürzerer Zeit mehr Biomasse aufbauen als C3-Pflanzen.

Der Anbau hierzulande ist dennoch anspruchsvoll – auch wenn Hersteller wie Agrobs für den Futterbau spezielle, an mitteleuropäische Klimabedingungen angepasste Sorten verwenden. Fürs Keimen benötigt Teff höhere Bodentemperaturen (am besten über 16 °C), sodass die Saat später beginnen muss, und ein flaches Saatbett. Das Gras wächst dann allerdings fix und ist binnen fünf bis sechs Wochen erntereif – sogar mehrmals in einer Saison. "Die Ernte für unsere Cobs erfolgt deutlich früher als bei der Körnernutzung – noch vor der Samenbildung", sagt Florian Berger. Da das feine Gras nur einjährig ist, steht jährlich eine Neusaat an.

Luftaufnahme eines Traktors bei der Heuernte auf einem Feld, im Hintergrund Wiesen und Hügel.
Quirin Leppert

Synephrin in Teff: Vorsicht bei Turniersport

Wer im (internationalen) Turniersport unterwegs ist, sollte sicherheitshalber auf Teff-Futter verzichten. Teffgras kann von Natur aus geringe Mengen Synephrin enthalten, was laut FEI dopingrelevant ist. "Synephrin, ein sekundärer Pflanzenstoff, wirkt im Organismus über das sympathische Nervensystem und kann insbesondere in höheren Dosierungen den Stoffwechsel anregen sowie die Mobilisierung von Energiereserven beeinflussen", informiert Futtermittelhersteller Agrobs. Im Humanbereich werde Synephrin daher unter anderem im Kontext von Gewichtsmanagement, Leistungssteigerung oder zur Aktivierung des Fettstoffwechsels eingesetzt. Beim Pferd würden mögliche Effekte vor allem im Hinblick auf den Zucker- und Fettstoffwechsel sowie das Herz-Kreislauf-System diskutiert.

Fütterungs-Plan für Teff-Cobs

Fürs Verfüttern der warmluftgetrockneten und pelletierten Teff-Cobs (Durchmesser: ca. 9 Millimeter) rät Agrobs zum gründlichen Einweichen (pro 1 kg mit 1,5 bis 3 Liter Wasser) sowie – wie bei jedem neuen Futter – zum langsamen Anfüttern. Die Cobs eignen sich als Ergänzung des Raufutters (1 kg = 1 kg Heu), als Raufutter-Ersatz (nach individueller Fütterungsberatung) sowie als Alternative zu herkömmlichem Kraftfutter; der 20-kg-Sack kostet 26,80 Euro (pferdefutter.de).

Das Teffgras für die neuen Cobs von Agrobs stammt aus regionalem Anbau und wird warmluftgetrocknet.

Analytische Bestandteile der Teff-Cobs

  • Rohprotein: 14,30 %
  • Rohfett: 3,50 %
  • Rohfaser: 24,70 %
  • Rohasche: 9,70 %
  • Stärke: 2,30 %
  • Zucker: 5,70 %
  • Fruktan: 2,10 %
  • Umsetzbare Energie: 6,20 ME MJ/kg
  • Praececal verdauliches Rohprotein: 9,30 %
  • Natrium: 0,03 %
  • Calcium: 0,80 %
  • Phosphor: 0,40 %

Fazit