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Sommerekzem - Neue Studie weckt Hoffnung

Hilfe für Pferde mit Sommerekzem?

Juckend, lästig, unheilbar: Eine Allergie gegen Mückenspeichel plagt viele Pferde. Jetzt weckt eine Studie aus England neue Hoffnung.

Die Engländer nennen es „Sweet Itch“, süßes Jucken. Doch für die Pferde, die unter Sommerekzem leiden, ist die Krankheit alles andere als süß. Ekzemer scheuern sich bis aufs Blut, weil sie auf Mückenspeichel allergisch reagieren. Für sie gibt es jetzt Hoffnung auf Linderung: Forschern der Univesität Bristol/England ist es gelungen, Proteine des Mückenspeichels zu isolieren. Sobald klar ist, welche Proteine die Allergie auslösen, könnten diese in der Immuntherapie eingesetzt werden. Diese Desensibilisierung könnte Ekzemer vollständig heilen.

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Noch ist das Zukunftsmusik. Das Problem ist komplex, denn Ekzemer leiden an einer Kombination aus Stoffwechselstörung und Allergie. Der Teufelskreis startet mit dem Stich einer weiblichen, befruchteten Culicoides-Mücke (Gnitze). Um ungestört saugen zu können, sondert die Mücke ein Sekret ab, das die Blutgerinnung hemmt. Der Stich allein macht noch kein Sommerekzem, erst die Kombination aus allergischer, teils ererbter Reaktion auf das Sekret plus Neigung zu Stoffwechselstörungen lässt es ausbrechen. Dann bilden sich unter der Haut stecknadelgroße, juckende Knoten (Papeln). Die Pferde kratzen sich, bis Blut fließt. Entzündungen sind die Folge. Und die Krankheit weitet sich aus: Immer öfter reagieren Pferde auch auf Stiche anderer Insekten.

Die Forscher suchen mit Hochdruck nach Therapiemöglich-keiten. Für die jetzt veröffentlichte Studie durchleuchtete ein Team der University of Bristol School of Veterinary Science mit Unterstützung von The Horse Trust die Blutproben von 18 Pferden verschiedenster Rassen. Es gelang ihnen, mithilfe der Proben im Labor aus dem Mückenspeichel mehr als 20 potenzielle Allergene – allesamt Proteine – zu isolieren und deren Gene zu identifizieren. Dank der Erkenntnisse könnten diese Proteine synthetisch nachgebaut werden. Im nächsten Schritt wollen die Forscher herausfinden, auf welche Proteine Pferde im Einzelnen reagieren. Das testen sie nun in der praktischen Anwendung.

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Therapie mit Tücken

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Stuewer
Immer auf die Kleinen: Fast jeder fünfte Isländer leidet am Sommerekzem.

Das Mitglied der Arbeitsgruppe Immunologie der Tierärztlichen Hochschule in Hannover schätzt, dass noch einige Zeit vergehen wird, bis bei Sommerekzemern Desensibilisierungen durchgeführt werden: „Je genauer das Allergen charakterisiert ist und je reiner es in der Therapie zur Anwendung kommt, desto höher ist die Erfolgsaussicht der Therapie.“

Doch die Behandlung ist nicht ungefährlich: Dem Patienten wird das Allergen in steigender Konzentration gespritzt. „Das kann riskant sein, wenn das Pferd dabei einen allergischen Schock bekommt“, sagt Jens Rohwer. Deswegen müssen Pferde während der Immuntherapie intensiv überwacht werden. Noch sechs Stunden nach der Injektion kann es zum Schockzustand kommen.

Auch geht die Therapie derzeit ziemlich ins Geld: Solange sich die Methode nicht flächendeckend etabliert hat, ist die Herstellung synthetischer Allergene sehr kostspielig.

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Bluttests entlarven Allergiker

Einfache Prüfverfahren weisen Antikörper nach, während das Tier die allergischen Symptome zeigt. Sogenannte funktionelle Tests, wie der von der Uni Hannover entwickelte Funktionelle In-Vitro-Test (FIT), messen im Blut den Histamin-Gehalt. Dieser Botenstoff wird ausgeschüttet, wenn im Organismus Antikörper aktiv sind.

Auf Mückenspeichel reagierende Tiere finden sich quer durch alle Pferderassen, die größte Gruppe bilden mit 18 Prozent aber die Isländer. Auch Späterkrankungen, zum Beispiel im Alter zwischen 15 und 20 Jahren, sind häufig. Ebenso oft verschwindet die Allergie einfach wieder. Manchen Pferden hilft eine Hautpilz-Impfung.

Im akutem Stadium kann der Tierarzt Kortison spritzen, um den Juckreiz zu lindern und die Entzündung zu hemmen. Tierheilpraktiker arbeiten mit Eigenblutbehandlungen und Gegensensibilisierungen. Bei der Eigenblutbehandlung wird Blut abgenommen, mit homöopathischen Mitteln versetzt und wieder unter die Haut gespritzt. Gegensensiblisierung funktioniert ähnlich, nur werden hier die Antikörper im Blut vor dem Injizieren künstlich verändert. Der Körper produziert so „Anti-Antikörper“, welche die Antikörper blockieren sollen. Auch Akupunktur soll das Immunsystem stärken. Sämtliche Alternativbehandlungen sind umstritten.

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Im Extremfall hilft Eindecken

Meist entstehen an Schopfansatz, Mähnenkamm, Widerrist, Kruppe und Schweifansatz kahle Stellen. In offene, nässende Wunden können Bakterien und Pilze eindringen und das Leiden verschlimmern.

Hat das Pferd über Jahre Probleme, legen sich Widerrist und Mähnenkamm in wulstige Falten und verhornen. Pferde, die an leichtem Sommerekzem leiden, scheuern sich ihr Langhaar zwar nicht komplett ab, doch es wird dünn und brüchig. Häufig ist der Mähnenkamm geschwollen und warm.

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Eine Ekzemer-Decke kann helfen.

Bei schwerem Sommerekzem hilft auf der Koppel oft nur eine Ekzemerdecke. Manche Modelle verhüllen das Pferd bis auf die Beine – keine Chance für Gnitze und Co.

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Einem Ezemer-Pferd fehlen Vitamine

Im Vorjahr verloste CAVALLO 50 Flaschen des juckreizlindernden Präperats Equimyl vom Hersteller Virbac. Die CAVALLO-Leser testeten das Mittel an Friesen, Isländern, Arabern, Welsh-Ponys und Warm-blütern und urteilten von „zufrieden“ bis „sehr zufrieden“.

Auch eiweißarmes Futter soll helfen. Viele Patienten leiden unter Vitamin-B- und D-Mangel oder ihnen fehlen einzelne Mineralstoffe und Spurenelemente. Leinsamen kann die Struktur von Haut und Haaren verbessern, sollte aber nicht ständig zugefüttert werden. Knoblauch und Vitamin-B-haltige Futterzusätze wie Hefe, Brottrunk und Fermentgetreide machen Pferde für Mücken unattraktiver.

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Rädlein
Auch Pferde brauchen Vitamine.

Eine Kombination der entzündungshemmenden Fettsäuren aus Schwarzkümmel- oder Nachtkerzenöl verspricht Linderung. Um die richtige Dosis zu finden und Überversorgungen zu vermeiden, sollten sich Pferdebesitzer mit dem Tierarzt absprechen.

Geht gar nichts mehr, hilft wohl nur noch eins: der Umzug auf eine mückenfreie Insel.

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Einfach beachten: Die beste Weidezeit

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Die Weidezeit der Pferde einteilen.

Von April bis Oktober ist Gnitzen-Zeit. Die Mücken, deren Speichel den Sommerekzemern zusetzt, sind nur winzige zwei Millimeter groß. Sie bevorzugen feuchte Wiesen und stehende Gewässer und werden etwa 30 Tage alt. Besonders aktiv sind die Insekten zwei bis drei Stunden vor und nach dem Sonnenaufgang.

Für Ekzemer ist daher die beste Weidezeit zwischen zehn und 16 Uhr. In schweren Fällen hilft erkrankten Tieren nur eine Ekzemerdecke oder die Flucht in den Stall. Auch mögen Gnitzen windige und hochgelege Koppeln weniger. Pferdeäpfel sind ideale Brutstätten. Daher hilft es, sie täglich von der Koppel einzusammeln.

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