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CAV Pferdeaugen Cerstin Meding Cerstin Meding_privat
CAV Pferdeaugen Cerstin Meding
CAV Pferdeaugen Augen Daniela Berger-Gruttke
CAV Pferdeaugen Sandra Liebert
CAV Pferdeaugen Kimberly Lehmeier
CAV Pferdeaugen Sarah Schmidt 73 Bilder

Interieur: Was Pferdeaugen über den Charakter verraten

Was verraten Pferdeaugen über das Wesen?

Pferdeaugen sind faszinierend und laden immer wieder zu Spekulationen ein. Was verraten sie über den Gemütszustand des Pferds - und was nicht? CAVALLO hat Experten dazu befragt.

Sie sind riesig groß, leicht oval geformt, freundlich und unglaublich ausdrucksstark: Pferdeaugen. Equiden haben von allen Säugetieren die größten Augen und faszinieren den Menschen schon immer. Pferdeaugen sind nicht nur schön, sondern auch ein Stimmungsbarometer. Sie verraten uns viel über den Gemüts- und Gesundheitszustand des Pferds. Darum schauen Ausbilder, Züchter, Tierärzte und Verhaltensexperten gerne tief in die Augen, um herauszufinden, wie das Pferd gerade drauf ist. Einige schließen sogar von Augenformen und Lage der Augen am Kopf auf bestimmte Charaktermerkmale.

„Wissenschaftlich untersucht hat das allerdings noch keiner“, sagt Dr. Ursula Pollmann, Fachtierärztin für Verhaltenskunde aus Freiburg. „Wir können an Pferdeaugen nur positive oder negative Empfindungen ablesen.“ Einige Telepathen und Pferdepsychologen behaupten, den Charakter des Pferds rein durch einen Augenausschnitt auf einem Foto bestimmen zu können. Ursula Pollmann zweifelt daran. „Das wird zu einer wilden Raterei, weil man ja nicht weiß, in welchem Zustand sich das Pferd gerade befindet“, sagt sie. „Döst es, werden seine Augen recht ausdruckslos und desinteressiert wirken.“ War es vielleicht zum Fotozeitpunkt krank und hatte Schmerzen? Fürchtet es sich gerade, reißt es die Augen auf. Um den Charakter des Pferds zu bestimmen, sind die Augen nur ein kleines Mosaiksteinchen des Gesamtbildes und eine reine Momentaufnahme.

„Der Charakter setzt sich aus der Summe aller Eigenschaften zusammen“, sagt Dr. Pollmann. „Ohne den Rest des Körpers zu sehen und die momentane Situation zu kennen, fällt es schwer, über den aktuellen Gemütszustand eine Aussage zu machen“, sagt die Verhaltensexpertin. Ähnlich sieht das Stefan Valentin, der als Pferdepsychologe im saarländischen Schmelz arbeitet. „Ich sehe das Pferd lieber in natura, bewege mich mit ihm und schaue ihm dabei in die Augen. So kann ich das geistige und körperliche Befinden viel besser einschätzen, als durch einen bloßen Blick aufs Auge“, sagt Stefan Valentin.

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Charakter-Check: Was verraten Pferdeaugen?

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Augen spiegeln Gemütszustand

Pferdeaugen verraten hinsichtlich ihres Gemütszustands deutlich weniger als Menschenaugen. Beim Menschen signalisieren die Augen mehr als sechs verschiedene Gemütszustände. Bei Pferden lässt sich das auf nur wenige Empfindungen reduzieren. „Ist das Auge glänzend, der Blick aufmerksam, nach außen gerichtet, und auf einen bestimmten Punkt fixiert, geht es dem Pferd normalerweise gut“, sagt Dr. Pollmann. Es ist an seiner Außenwelt interessiert und reagiert neugierig. Wirken die Augen dagegen ausdruckslos, stumpf und nach innen gekehrt, ist das Pferd vielleicht krank oder hat gerade Schmerzen. Allerdings haben dösende Pferde auch einen ausdruckslosen, nach innen gekehrten Augenausdruck, ohne dass es ihnen schlecht geht. Sie wirken dann einfach abwesend, und ihre Augenlider stehen meistens auf Halbmast. Der Unterschied: Spricht man dösende Pferde an, reagieren sie neugierig und wenden den Blick sofort aufmerksam nach außen.

Völlig ausdruckslos dagegen ist der Blick vieler Rollkurpferde. „Auch ihre Augen wirken nach innen gekehrt. Außerdem zeigen sie Falten über den Augen, weil sie krampfhaft versuchen, nach vorne zu schauen: Das zeigt deren Resignation“, sagt Dr. Pollmann. Solche Augenfalten beobachtet Tellington-Trainerin Anke Recktenwald aus Marpingen im Saarland generell bei gerittenen Pferden, die Sorgen oder Schmerzen haben. „Das kann an psychischer Überforderung liegen, an falschem Training, Schmerzen oder unpassendem Sattelzeug“, sagt sie. Diese Pferde haben laut Recktenwald Spannung im Blick.

Erregte Pferde reißen die Augen weit auf. Dann blitzt auch das Weiß der Lederhaut (Sklera) hervor. Dieser Zustand hat zu dem Mythos geführt, man solle die Finger von Pferden lassen, bei denen das Weiß im Auge zu sehen sei. Sie wären unberechenbar. Vielmehr reißen Pferde meistens aus Angst die Augen soweit auf und können dadurch unberechenbar werden. Allerdings gibt es auch Pferde, deren Weiß im Auge genetisch bedingt ist. Nämlich wenn die Iris weiß schimmert. Diese so genannten Menschenaugen kommen oft bei Schecken, Tigern oder Pferden mit großen Abzeichen vor.

Recktenwalds Lehrerin Linda Tellington-Jones befasste sich schon vor Jahren in ihrem Buch „Die Persönlichkeit Ihres Pferdes“ intensiv mit Augenformen. Ihre Erkenntnisse: Grosse, harte und runde Augen hätten oft Spitzenpferde, zum Beispiel Rennpferde, die stolz und unabhängig sind. Pferde mit kleinen Augen dagegen seien oft starrsinnig, lernen langsam und werden gerne widerspenstig. Pferde, die mandelförmige Augen haben, seien sehr willig und würden gerne mitarbeiten. Solche Pferde bezeichnet Tellington-Jones als introvertiert und etwas zurückhaltend. Überdurchschnittlich intelligent seien Pferde, die eine dreieckige Augenform hätten.

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