Studie: Lernen Pferde durch dominantes Verhalten?

Foto: Rädlein Wissen um natürliches Verhalten fördert den Lernerfolg bei Pferden.
Forscher haben untersucht, ob dominantes Auftreten bei Pferden zu Lernerfolgen im Training führt. Was sagt CAVALLO-Expertin Dr. Vivian Gabor zu den Ergebnissen?

Führt dominantes Auftreten zu Lernerfolgen bei Pferden? Die Forscher Paul McGreevy (Australien), Elke Hartmann (Schweden) und Janne Christensen (Dänemark) bezweifeln das. Sie verglichen zahlreiche Studien.

Ihr Fazit:
Bei Pferden spielt der Rang vor allem dann eine Rolle, wenn es um Ressourcen wie Futter geht. In der Beziehung zwischen Mensch und Pferd habe Dominanz – sofern überhaupt – nur eine geringe Bedeutung. Vielmehr führt Wissen um natürliches Verhalten und wie Pferde lernen, zu guten Trainingsergebnissen.

Das sagt Dr. Vivian Gabor (Verhaltensforscherin und Trainerin):
Rein wissenschaftlich bezeichnet der Begriff Dominanz, dass manche Individuen anderen in der Rangfolge überlegen sind: Ein dominantes Pferd verschafft sich Platz, ein anderes weicht aus. Dieses Konzept dürfen wir keinesfalls missbrauchen, um Gewalt und Strafe im Training zu legalisieren. Wer sein Pferd mit Zwang unterdrückt, unterdrückt Lernerfolge. Strafe löst Angst und Stress aus – beides wirkt negativ aufs Gedächtnis. Besser ist es, Körpersprache einzusetzen, die auf natürlichen Signalen basiert, und somit Kompetenz statt Dominanz auszustrahlen. So lernen Pferde gerne.

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26.04.2017
Autor: CAVALLO
© CAVALLO
Ausgabe 04/2017