7 Physiogriffe fürs Pferd

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Foto: Florian Schmid CAVALLO 7 Physiogriffe fürs Pferd zum Nachmachen

Wellness für ein lockeres Genick

Problem: „Bei vielen Pferden sind die kurzen Nackenmuskeln fest. Sie verbinden den ersten und zweiten Halswirbel mit dem Hinterhaupt“, sagt Beatrix Schulte Wien. „Sie verhärten, wenn das Pferd sich beispielsweise angebunden ins Halfter hängt oder die Trense drückt. So fällt es dem Tier schwer, beim Reiten im Genick nachzugeben.“

Wellness-Griff: Massieren Sie die kurzen Nackenmuskeln des Pferds. „Beginnen Sie direkt hinter den Ohren, und kreisen mit den Fingern sanft im Uhrzeigersinn“, sagt die Expertin. Massieren Sie den Bereich von den Ohren bis etwa eine Handbreit dahinter. Zeichen des Wohlbefindens: Das Pferd senkt den Kopf und entspannt. Lockern Sie die Muskeln auf beiden Halsseiten.

Wellness für mehr Raumgriff

Problem: Der Arm-Kopf-Muskel beeinflusst, wie weit das Pferd die Vorderbeine nach vorne schwingen kann – und wie leicht es sich stellen lässt. Er entspringt am Oberarm, läuft übers Schultergelenk bis zum Kopf. Schulte Wien: „Das dicke Faserbündel ist auch als Unterhals bekannt – und oft verhärtet.“

Wellness-Griff: Umgreifen Sie den Muskel unmittelbar vor dem Übergang zur Brust (A), die andere Hand liegt locker auf dem Widerrist. Halten Sie den Muskel zunächst sanft fest, bis sich das Pferd daran gewöhnt hat. Dann ziehen Sie das Gewebe mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger gefühlvoll zu sich, bis das Pferd den Hals wie ein Schwan wölbt. Halten Sie diese Position 10 bis 20 Sekunden. Wiederholen Sie den Griff zwei bis drei Mal auf jeder Halsseite.

Wellness für mehr Raumgriff

Problem: Der Arm-Kopf-Muskel beeinflusst, wie weit das Pferd die Vorderbeine nach vorne schwingen kann – und wie leicht es sich stellen lässt. Er entspringt am Oberarm, läuft übers Schultergelenk bis zum Kopf. Schulte Wien: „Das dicke Faserbündel ist auch als Unterhals bekannt – und oft verhärtet.“

Wellness-Griff: Umgreifen Sie den Muskel unmittelbar vor dem Übergang zur Brust, die andere Hand liegt locker auf dem Widerrist. Halten Sie den Muskel zunächst sanft fest, bis sich das Pferd daran gewöhnt hat. Dann ziehen Sie das Gewebe mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger gefühlvoll zu sich, bis das Pferd den Hals wie ein Schwan wölbt (B). Halten Sie diese Position 10 bis 20 Sekunden. Wiederholen Sie den Griff zwei bis drei Mal auf jeder Halsseite.

Wellness für die Freiheit der Schulter 1

Problem: „Bei Pferden, die vermehrt auf der Vorhand gehen, ist die Schultermuskulatur oft überansprucht“, sagt Beatrix Schulte Wien.

Wellness-Griff: Stellen Sie sich neben die Pferdeschulter, als wollten Sie das Tier am Halfter führen. Greifen Sie mit beiden Händen eine Fellfalte an der Vorderkante des Schulterblatts (A). Bringen Sie das Gewebe auf leichte Spannung, indem Sie es sanft nach hinten Richtung Pferdebauch ziehen. Bleiben Sie in dieser Position, bis das Gewebe geschmeidig wird. „Dann lässt die Spannung nach“, erklärt die Expertin. Wiederholen Sie die Übung zwei bis drei Mal auf beiden Seiten.

Wirkung: Der Griff löst auch die oberflächlichen Faszien vom Körper. Dabei handelt es sich um Bindegewebe, das den Körper wie ein Spinnennetz durchzieht und so Haut, Muskeln, Knochen und Organe verbindet. Das bedeutet: Wer die Faszien löst, lockert ebenso die umliegende Muskulatur.

Wellness für die Freiheit der Schulter 1

Problem: „Bei Pferden, die vermehrt auf der Vorhand gehen, ist die Schultermuskulatur oft überansprucht“, sagt Beatrix Schulte Wien.

Wellness-Griff: Stellen Sie sich neben die Pferdeschulter, als wollten Sie das Tier am Halfter führen. Greifen Sie mit beiden Händen eine Fellfalte an der Vorderkante des Schulterblatts. Bringen Sie das Gewebe auf leichte Spannung, indem Sie es sanft nach hinten Richtung Pferdebauch ziehen (B). Bleiben Sie in dieser Position, bis das Gewebe geschmeidig wird. „Dann lässt die Spannung nach“, erklärt die Expertin. Wiederholen Sie die Übung zwei bis drei Mal auf beiden Seiten.

Wirkung: Der Griff löst auch die oberflächlichen Faszien vom Körper. Dabei handelt es sich um Bindegewebe, das den Körper wie ein Spinnennetz durchzieht und so Haut, Muskeln, Knochen und Organe verbindet. Das bedeutet: Wer die Faszien löst, lockert ebenso die umliegende Muskulatur.

Wellness für die Freiheit der Schulter 2

Auch diese Übung löst effektiv den Schulterbereich.

Wellness-Griff: Nehmen Sie ein Vorderbein wie zum Hufauskratzen auf. Dann drehen Sie sich um und blicken auf die Hufsohle. Umschließen Sie mit beiden Händen Kronrand und Horn. Ziehen Sie das Bein vorsichtig nach hinten, bis Sie einen leichten Widerstand spüren. „Die Zehe zeigt dabei Richtung Hinterhuf“, erklärt Beatrix Schulte Wien.

Warten Sie, bis die Spannung nachlässt. „Dann können Sie versuchen, das Bein noch ein Stückchen weiter nach hinten zu führen“, sagt die Expertin. Halten Sie die Position, die noch fürs Pferd angenehm ist, und stellen Sie den Huf nach zirka zehn Sekunden wieder sanft in der Ausgangsposition ab. Wiederholen Sie den Griff zwei bis drei Mal mit jedem Vorderbein.

Wellness für entspanntes Gurten

Problem: Manche Pferde giften, wenn der Reiter den Sattelgurt anzieht. „Der ist nur kitzelig“, so die Erklärung vieler Reiter für dieses Verhalten. In Wahrheit steckt häufig eine andere Ursache dahinter: „Die Muskeln im Bereich des Brustbeins sind verspannt und schmerzen beim Gurten“, sagt Beatrix Schulte Wien.

Wellness-Griff: Streichen Sie mit einer Hand die Gurtlage von oben nach unten entlang, und greifen Sie mittig vom Bauch das Fell (A). Hier befindet sich das Brustbein. Die andere Hand liegt locker auf dem Pferderücken. Bewegen Sie die Hand vorsichtig in alle Richtungen, um das Gewebe zu lockern. Bleiben Sie dran, bis das Pferd den Rücken wölbt und den Hals nach vorne streckt. Wiederholen Sie den Griff zwei bis drei Mal.

Wellness für die Power der Hinterhand 1

Problem: Auf der Kruppe verlaufen Muskeln, die die Hinterbeine nach vorne führen. Sind sie fest, kann das Pferd nicht so weit unter den Schwerpunkt fußen.

Wellness-Griff: Legen Sie beide Hände zirka eine Handbreit neben der Wirbelsäule auf den höchsten Punkt der Kruppe. Massieren Sie den Pferde-Po, indem Sie mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger synchron kleine Kreise im Uhrzeigersinn machen (A). „Bei den meisten Pferden muss man relativ fest drücken, um die Muskulatur zu erreichen“, sagt Schulte Wien. Wandern Sie mit den Händen parallel zur Wirbelsäule weiter Richtung Schweifrübe. Drei deutliche Zeichen der Entspannung: Das Pferd wölbt den Rücken, entlastet das Hinterbein und drückt die Kruppe regelrecht gegen den Menschen. Wiederholen Sie die Massage auf der anderen Seite.

Wellness für die Power der Hinterhand 1

Problem: Auf der Kruppe verlaufen Muskeln, die die Hinterbeine nach vorne führen. Sind sie fest, kann das Pferd nicht so weit unter den Schwerpunkt fußen.

Wellness-Griff: Legen Sie beide Hände zirka eine Handbreit neben der Wirbelsäule auf den höchsten Punkt der Kruppe. Massieren Sie den Pferde-Po, indem Sie mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger synchron kleine Kreise im Uhrzeigersinn machen. „Bei den meisten Pferden muss man relativ fest drücken, um die Muskulatur zu erreichen“, sagt Schulte Wien. Wandern Sie mit den Händen parallel zur Wirbelsäule weiter Richtung Schweifrübe. Drei deutliche Zeichen der Entspannung: Das Pferd wölbt den Rücken, entlastet das Hinterbein und drückt die Kruppe regelrecht gegen den Menschen. Wiederholen Sie die Massage auf der anderen Seite.

Wellness für die Power der Hinterhand 2

Problem: „Bei Pferden mit wenig Hankenbeugung oder sogar schlurfenden Hufen ist meist die Hüftbeugemuskulatur verkürzt“, sagt Beatrix Schulte Wien.

Wellness-Griff: Nehmen Sie das linke Hinterbein auf, als wollten Sie den Huf auskratzen. Achten Sie darauf, das Bein nicht gerade hinten raus zu ziehen, sondern leicht nach innen zu führen (A). Legen Sie das Röhrbein auf Ihrem Oberschenkel ab. Die linke Hand befindet sich auf dem Sprunggelenk und übt leichten Druck aus, die rechte Hand hält die Fessel. Warten Sie, bis sich das Pferd an den Griff gewöhnt hat. Dann führen Sie das Bein mit beiden Händen weiter nach hinten unten, so dass sich die Zehe dem Boden nähert und sich das Hinterbein immer mehr streckt. Gehen Sie dabei gegebenenfalls leicht in die Hocke. „Wenn Sie einen leichten Widerstand spüren, verharren Sie in der Position“, rät die Expertin. „Das dehnt die Muskulatur.“ Lösen Sie nach zirka zehn Sekunden den Griff, und stellen Sie das Bein sanft ab. Wiederholen Sie die Übung zwei bis drei Mal mit jedem Hinterbein.

Wellness für die Power der Hinterhand 2

Problem: „Bei Pferden mit wenig Hankenbeugung oder sogar schlurfenden Hufen ist meist die Hüftbeugemuskulatur verkürzt“, sagt Beatrix Schulte Wien.

Wellness-Griff: Nehmen Sie das linke Hinterbein auf, als wollten Sie den Huf auskratzen. Achten Sie darauf, das Bein nicht gerade hinten raus zu ziehen, sondern leicht nach innen zu führen. Legen Sie das Röhrbein auf Ihrem Oberschenkel ab. Die linke Hand befindet sich auf dem Sprunggelenk und übt leichten Druck aus, die rechte Hand hält die Fessel. Warten Sie, bis sich das Pferd an den Griff gewöhnt hat. Dann führen Sie das Bein mit beiden Händen weiter nach hinten unten, so dass sich die Zehe dem Boden nähert und sich das Hinterbein immer mehr streckt. Gehen Sie dabei gegebenenfalls leicht in die Hocke. „Wenn Sie einen leichten Widerstand spüren, verharren Sie in der Position“, rät die Expertin. „Das dehnt die Muskulatur.“ Lösen Sie nach zirka zehn Sekunden den Griff, und stellen Sie das Bein sanft ab. Wiederholen Sie die Übung zwei bis drei Mal mit jedem Hinterbein.
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