Kräuter als Pferdefutter: Welche Mischung hält Pferde fit und gesund?

Kräuterwirkung kaum untersucht

Kräuter im Pferdetrog sollen bei vielen Pferdekrankheiten helfen. Doch welche Mischungen sind sinnvoll – und wann wird das wilde Mixen für Pferde gefährlich?

Wie Kräuter bei Pferden tatsächlich wirken, ist wissenschaftlich kaum untersucht. Einige Hinweise gibt es allerdings, dass das Grünzeug tatsächlich Flower Power bringt – etwa für hustende und humpelnde Pferde.

Kanadische Forscher vermuten, dass eine Mischung aus Knoblauch, Fenchel, Andorn, Wasserhanf, Anissamen, Süßholz, Thymian und Ysop positiv für Pferde mit wiederkehrender Atemwegsobstruktion (RAO, Recurrent Airway Obstruction) ist.

In einer Pilotstudie fütterten sie sechs dämpfige Pferde mit der Mixtur: Die Patienten atmeten ruhiger als nach einer Placebo-Mischung. Für Pferde mit Gelenkproblemen attestieren dänisch-norwegische Forscher der Hagebutte entzündungshemmende Wirkung.

Und in einer Studie aus Frankreich konnten sich lahmende Pferde mit Osteoarthritis nach einer Behandlung mit Teufelskralle deutlich besser bewegen. Das ist eine eher magere Ausbeute. "Die Wissenschaft ist leider in Sachen Kräuterfütterung bei Pferden immer noch hinterher", sagt Dr. Susanne Weyrauch-Wiegand.

Die Ernährungswissenschaftlerin aus Rheinland-Pfalz war 15 Jahre in der Pharma- und Futtermittelbranche tätig und bietet seit rund eineinhalb Jahren Kräutermischungen für Pferd und Mensch an. "Es ist nicht einmal erforscht, welche Spurenelemente Kräuter genau enthalten", sagt sie.

Dass in Kräutern sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe stecken, ist dagegen seit 1996 bekannt. Diese Stoffe wirken sehr speziell: Sie schützen vor Zellverfall (antioxidativ), Viren (antiviral) und Bakterien (antibakteriell). "

Diese Mikronährstoffe wie Karotinoide, Flavonoide, Bitter- und Gerbstoffe sind die Schlüssel, um den Stoffwechsel in Gang zu bringen", sagt Ernährungsexpertin Weyrauch-Wiegand. "Deswegen gehören Kräuter für mich in eine bedarfsgerechte Fütterung."

Ihre Top 10 aus dem bunten Kräutergarten: Brennnessel, Rosmarin, Weißdorn, Koriander, Tausendgüldenkraut, Löwenzahn, Wacholder, Melisse, Birke und Thymian.

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23.08.2012
Autor: Kristina Glaser
© CAVALLO
Ausgabe 09/2011