Kräuter als Pferdefutter: Welche Mischung hält Pferde fit und gesund?

Kräuter auf Weiden sind selten

Kräuter im Pferdetrog sollen bei vielen Pferdekrankheiten helfen. Doch welche Mischungen sind sinnvoll – und wann wird das wilde Mixen für Pferde gefährlich?

Doch warum ist es überhaupt nötig, die Ration des Pferds mit Kraut und Knolle aufzupeppen? Denn als Pflanzenfresser sollte das Pferd in freier Natur ständig Kräuter schlemmen. Pustekuchen. Die wenigsten Weiden sind heute so kräuterreich, dass sie den Bedarf des Pferds decken.

"Schafgarbe zum Beispiel ist eigentlich normaler Bestandteil des Futters – wenn sie denn auf Koppeln wächst", sagt Dr. Jürgen Bartz, Tierarzt und Fütterungsexperte aus Kaltenkirchen in Schleswig-Holstein. "Auch ein gutes Kräuter-Heu sollte zum täglichen Futter gehören", so Bartz.

Tatsächlich können viele Reiter froh sein, wenn ihr Pferd Raufutter bekommt, das weder staubt noch schimmelt. Was nicht auf der Weide wächst, muss also im Trog landen – meist getrocknet. Dabei dürfen Reiter aus dem Vollen schöpfen. "Es ist sinnvoller, dem Pferd Kräutermischungen zu geben, als Einzelkräuter zu verfüttern", sagt Weyrauch-Wiegand.

"Grund ist der synergistische Effekt: Die Wirkung verstärkt sich." Bei Einzelkräutern rät die Ernährungsexpertin zur Vorsicht. Hier kommt es auf die Dosis an. "Ingwer etwa ist ein Gewürz, das wegen seiner Inhaltsstoffe nur in Maßen verwendet werden sollte", betont Dr. Susanne Weyrauch-Wiegand.

Die Knolle wirkt blutverdünnend und entzündungshemmend, was zum Beispiel bei Rehepatienten oder Pferden mit Arthrose nützlich ist. Zu viel könnte jedoch zu Magen-Darm-Beschwerden führen.

Oder das Beruhigungsmittel Baldrian. Dieser enthält neben ätherischen Ölen auch geringe Mengen Alkaloide. Diese giftigen Pflanzenstoffe sollten nur in geringer Dosierung eingesetzt werden.

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23.08.2012
Autor: Kristina Glaser
© CAVALLO
Ausgabe 09/2011