Was Pferdeäpfel über Pferde verraten

Pferdeäpfel: Das verrät die Farbe über Gesundheit und Futter

Foto: Pixabay
Auf die Farbe der Pferdeäpfel kommt es an. Das verraten unterschiedliche Farbtöne über die Gesundheit Ihres Pferdes.

Frisst ein Pferd ausreichend Heu von guter Qualität und verdaut gesund, sind die Pferdeäpfel grünlich-braun und glänzen leicht vor Feuchtigkeit. Doch Pferdeäpfel können auch eine andere Farbe annehmen. Wir sagen, was Sie darüber wissen müssen.

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Grasgrüne Pferdeäpfel

Diese sieht man bei Pferden, die viel frisches Weidegras gefressen haben. Es enthält viele schnell verdauliche Substanzen, viel Eiweiß und Zucker, sodass die Verweildauer im Darm zu kurz ist, um die Farbe zu ändern. Der Effekt verstärkt sich, wenn die Tiere viel kurzes Gras gefressen haben.

Futtertipp: Bieten Sie parallel zum Weidegang ausreichend Heu an. Das verlängert die Verweildauer im Darm und Gras kann besser verdaut werden. Das ist vor allem bei Stuten empfehlenswert. Durch die weiblichen Hormone sind sie grundsätzlich verfressener, ihr Körper ständig auf der Hut einer möglichen Trächtigkeit, weshalb sich Stuten gern auf frisches Gras stürzen.

Dunkelbrauner Kot

Dieser war definitiv zu lang im Darm, die Verdauung stockt. Das kann auf eine Verstopfung deuten, auf Bewegungsmangel oder zu wenig Heu.

Pferdeäpfel mit Gelbstich

Sie sind ein Zeichen für viel Kraftfutter, aber auch für zu viel Stroh. Das Problem: Stroh enthält viel Lignin und ist für Pferde nur schwer bis kaum zu verdauen. Die Gefahr: Verstopfungskoliken drohen, weil das Stroh im Lauf der Verdauung nicht weiter zerkleinert wird und so die Engpässe im Darm verstopft. Bei Pferden, die viel Stroh fressen, kann auch ein Magenproblem dahinterstecken. Mit dem Natriumbicarbonat aus dem Stroh wollen Pferde ihren übersäuerten Magen puffern.

Futtertipp: Die Obergrenze für Pferde sind 3 bis 4 Kilo Stroh pro Tag. Ältere Pferde sollten nur 1 bis 2 Kilo am Tag bekommen. Damit Pferde gar nicht erst in Versuchung kommen: Kein schmackhaftes Haferstroh als Einstreu verwenden.

Rote Pferdeäpfel

Rot können Pferdeäpfel sein, wenn die Tiere viel Rote Bete fressen. Das ist harmlos.

Rote Bete ist gesund: Sie enthält viel Vitamin C und ist somit für hustende Pferde oder mäkelige Fresser bestens geeignet. Für dicke Tiere oder Pferde, die an Insulinresistenz leiden, ist die süße Knolle tabu.

Sind die Pferdeäpfel hellrot, blutigschleimig oder mit weißlichen oder gelblichen Schleimfäden überzogen, ist Vorsicht geboten! Das ist ein Zeichen für Blutungen im Enddarm. In diesem Fall sofort den Tierarzt rufen, es könnte ein Geschwür im
Enddarm sitzen.

Schwarze Pferdeäpfel

Schwarzer Kot ist ebenfalls ein Signal für eine Blutung recht weit vorne in Richtung Magen. Das Blut ist schwarz, weil das Pferd durch seinen langen Verdauungstrakt das Blut schon verdaut hat. Hier heißt es: unbedingt einen Tierarzt rufen.

16.01.2019
Autor: Kristina Hofer
© CAVALLO
Ausgabe 1/2019