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GHP: Die 8 besten Übungen zur Geführten Gelassenheitsprüfung

Geführte GHP - Für Fortgeschrittene

Die Geführte Gelassenheitsprüfung trainiert Vertrauen und Gehorsam an zehn Hindernissen. Vom Rappelsack bis zu aufsteigenden Luftballons oder bunten Regenschirmen - hier müssen die Pferde Nervenstärke beweisen.

Der Ablauf der Geführten GHP: Das Pferd wird im Führen vorgestellt und absolviert im Schritt (Ausnahme: Aufgabe „Vorstellen“) zehn Aufgaben in einer vorher vom Veranstalter festgelegten Reihenfolge. Um seine Gelassenheit beurteilen zu können, soll der menschliche Einfluss so gering wie möglich gehalten werden. Eine Aufgabe darf maximal dreimal angeführt werden, bevor die nächste begonnen wird. Nach der zweiten nicht absolvierten Aufgabe wird das Paar ausgeschlossen. Mindestens eine halbe Stunde vor der Prüfung oder auch in den vom Veranstalter festgelegten Pausen können die Teilnehmer den Parcours zu Fuß ohne Pferd besichtigen.

Die Hilfe dritter Personen bei der Absolvierung der Prüfungsaufgaben ist nicht erlaubt. Die Höchstzeit pro Pferd für die Bewältigung aller zehn Aufgaben beträgt bei der Geführten GHP fünf Minuten, so dass der Zeitrahmen vom Veranstalter geplant werden kann und tragbar ist.

Die Aufgaben der GHP:
Die Geführte und die Gerittene GHP bestehen jeweils aus einer Folge von 10 Aufgaben, die sich aus sechs Pflicht- und vier variablen Aufgaben zusammensetzt. Jede GHP beginnt mit der Aufgabe „Vorstellen“. Die variablen Aufgaben werden vom Veranstalter frei aus dem unten angegebenen Aufgaben-Pool von 10 Aufgaben gewählt. Die Reihenfolge der Aufgaben obliegt ebenfalls dem Veranstalter.

Pflichtaufgaben der Geführten und Gerittenen GHP:
· Vorstellen an der Hand (Fix als 1. Aufgabe)
· aufsteigende Luftballons hinter Hecke
· Klapperkarre oder Rappelsack
· Regenschirm
· Rückwärtsrichten oder Rückwärtsrichten-L
· Sprühflasche

Aufgaben-Pool der Geführten und Gerittenen GHP:
· Bälle aus Hecke
· Plane oder Wasserplane
· Brücke
· Stangenfächer
· Flatterbandvorhang
· Stangenkreuz/Knisterpassage
· geöffnete Tonne
· Stillstehen

Nur für geführte GHP: Nur für Gerittene GHPs:
· Hufe wässern
· Regenmantel
· Plane über Rücken
· Startklar

Bewertung bei der Geführten GHP:
Ein Pferd gilt als gelassen, wenn es während der gesamten Prüfung dem Pferdeführer aufmerksam, aber ruhig und gehorsam mit einer deutlich erkennbaren Bereitschaft zur Mitarbeit folgt. Das Pferd soll also mit leicht durchhängendem Zügel zwanglos, fleißig und aufmerksam neben dem Pferdeführer gehen. Der Pferdeführer befindet sich aus Sicherheitsgründen auf Höhe des Halses oder der Schulter des Pferdes. Das Pferd darf durchaus natürliche Reaktionen zeigen. Das bedeutet zum Beispiel: Ohrenspiel, eine auf die Aufgabe gerichtete Aufmerksamkeit oder auch ein kurzes Stocken werden toleriert, wenn die Aufgabe danach gelassen absolviert wird.

Entscheidend für die Endnote ist die gesamte Vorstellung des Teilnehmerpaares. Bewertet werden also die Bereitschaft des Pferdes zur Mitarbeit, eventuelle Verweigerungen sowie die Einflussnahme des Pferdeführers bei der Absolvierung aller Aufgaben. Der/die Richter/Prüfer fällt/fällen ein Gesamturteil und vergeben eine Note von 1 bis 6. Wird vom Pferd nur eine Aufgabe der zehn Aufgaben nicht erfüllen, kann die Endnote höchstens 5 (= mangelhaft) ergeben. Drei nicht erfüllte Aufgaben führen zum Ausschluss von Pferdeführer und Pferd.

Damit die Teilnehmer die Noten nachvollziehen können, gibt/geben die Richter/Prüfer einen
abschließenden Kommentar sowie Tipps und Anregungen für das weitere Training zu Hause, oder der Teilnehmer erhält einen Bewertungsbogen.

Für die Geführte GHP gelten folgende Noten:
1 = Sehr gut Absolut gelassenes Pferd. Souveränes Führen ohne jegliche sichtbare Einwirkung.

2 = Gut Pferd, das vereinzelt winzige Spannungen zeigt.Korrektes Führen mit kaum sichtbarer Einwirkung.

3 = Befriedigend Das Pferd zeigt teilweise Spannungen, ist aber hauptsächlich gehorsam und willig. Geringe Einwirkung des Pferdeführers sichtbar und erforderlich.

4 = Ausreichend Deutliche Spannungen. Das Pferd ist teilweise widersetzlich. Mehrfache, teilweise energische Einwirkung des Pferdeführers sichtbar und erforderlich.

5 = Mangelhaft Das Pferd ist ständig verspannt. Es erschreckt vor mehreren Aufgaben. Mehrere Aufgaben werden nicht im ersten Anlauf absolviert.

6 = Ungenügend Pferd ist dauerhaft widersetzlich.

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Training: So lernt Ihr Pferd apportieren

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Bodenarbeit: Freestyle-Festival Senniana

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Intelligenz: Wie clever ist Ihr Pferd? Machen Sie den Test

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Holterdipolter - Die Klapperkarre

Gelassenheitsprüfung: Bleibt Ihr Pferd cool? Die GHP als Test für alle Rassen

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Geräusche aus dem Rappelsack.

Wenn es hinten kracht, retten sich die meisten Pferde instinktiv mit einem Satz nach vorne. Beim Ausritt, in der Reitstunde aber auch am Putzplatz bringen solche Schreckhüpfer Pferd und Reiter nicht nur aus dem Konzept, sondern auch in Gefahr. Entspannung und Konzentration sind in jedem Fall flöten; meist dauert es Minuten, bis der Lärm vergessen ist.

In der Geführten Gelassenheitsprüfung für Sport- und Freizeitpferde soll die Klapperkarre – Einstiegsaufgabe nach dem Vorstellen an der Hand – Pferde gegen plötzlichen Lärm abhärten. Die sonst mit geräuschlosem Mist beladene Schubkarre rattert und scheppert, mit Dosen und Steinen befüllt, in zwei Meter Abstand einmal ums Pferd.

Besonders fies: Der Lärm geht hinterm Pferd los. Das ist eine besondere Herausforderung, da das Pferd durch sein eingeschränktes Sehen Geräusche von hinten nicht orten kann. In der Prüfung soll das Pferd trotz Krach am losen Strick ruhig in der Markierung stehenbleiben. Damit nicht gleich die erste Aufgabe danebengeht, muss das Pferd in kleinen Schritten an die Klapperkarre gewöhnt werden. „Da die Richter ein ruhig stehendes Pferd sehen wollen, muss auch das Stillstehen zu Hause geübt werden“, sagt Klaus Harms aus Hiddenhausen in Nordrhein-Westfalen.

Er ist Richter von GHP bis Grand-Prix, führte bei etlichen Gelassenheitsprüfungen Aufsicht und weiß genau, was Prüfer sehen wollen. „Viele halten ihr Pferd in der GHP-Prüfung zu kurz, dabei soll es am durchhängenden Strick neben dem Pferdeführer stehen.“ Zu Leckerlis würde er beim Steh-Training nicht raten. „Das kann zu Unruhe führen, wenn das Pferd sein Lob einfordert. Besser ist es, das Pferd mit der Stimme zu loben, wenn es ruhig steht, und es ein paar Tritte rückwärts zu schicken, wenn es mit Druck nach vorne geht.“

Steht das Pferd ruhig am losen Strick, kommt zum ersten Mal die Schubkarre ins Spiel. Die meisten Pferde kennen Schubkarren und verbinden sie mit etwas Freundlichem wie Heu oder Stroh. „Fahren Sie zuerst mit der leeren Schubkarre ums Pferd“, empfiehlt Harms. Ist das schon zu aufregend, halten Sie an und lassen das Pferd an der Karre schnuppern. Schieben Sie anschließend in größerem Abstand die Schubkarre ums Pferd, und nähern Sie sich allmählich der Zwei-Meter-Marke.

Lässt sich das Pferd nicht mehr von der kreisenden Karre irritieren, können Sie die Übung erschweren und den Lärm einbauen. „Fangen Sie im Training nie mit dem Lärm hinterm Pferd an“, warnt Klaus Harms. „Das Pferd ist dort am unsichersten, da der Lärm außerhalb seines Gesichtsfelds liegt.“

Erschrickt das Pferd beim ersten Üben durch Getöse von hinten, verbindet es Krach mit Angst und wird auch künftig erschrecken. „Beginnen Sie vorne und an den Seiten, dort sieht das Pferd die Karre gut“, sagt der GHP-Experte und empfiehlt für den Anfang leisere Töne: „Fangen Sie nicht gleich mit lautem Krach an, sondern legen Sie erst einmal neben einem Häufchen Heu eine leere Dose in die Schubkarre.“

Die Schubkarre sollte aus Blech, nicht aus Kunststoff sein, da sie sonst nicht genügend Geräusche macht. Lassen Sie das Pferd in aller Ruhe schnuppern und auch ein bisschen Heu fressen. „Das Pferd soll merken, dass von der Schubkarre keine Gefahr ausgeht“, so Harms. Bleibt das Pferd ruhig, können Sie die Schubkarre leicht hin- und herbewegen, so dass die Dose kullert und ans Blech stößt.

Ist die einzelne klappernde Dose noch allzu gruselig, nehmen Sie die Dose wieder heraus, lassen das Pferd aus der Schubkarre am Heu knabbern und legen nach einiger Zeit wieder die Dose hinein, ohne die Schubkarre zu bewegen. Das wiederholen Sie, bis das Pferd die Scheu verloren hat.

Nach und nach können Sie nun die Schubkarre mit klappernden Gegenständen füllen. „Eine Forke und eine Schippe machen schon ziemlich Krach in der Schubkarre“, sagt Harms. Legen Sie also zuerst ein paar leicht scheppernde Gegenstände – mehrere Dosen und ein paar Steine – in die Karre. Steigern Sie den Lärm langsam.

Rütteln Sie immer mal wieder an der Karre, zwischendurch auch energischer, damit es richtig scheppert. Wessen Pferd nicht von Haus aus gegen Lärm abgehärtet ist, stellt es damit auf eine harte Probe. „Pferde, bei denen im Stall viel gebaut wird oder viel los ist, werden vor der Klapperkarre nicht viel Angst haben“, vermutet Harms.

Hat das Pferd nun die klappernde Karre neben und vor sich akzeptiert, können Sie zum ersten Mal hinters Pferd fahren. „Heben Sie sich das unbedingt für das Trainingsende auf“, empfiehlt Klaus Harms. „Die treibenden Hilfen hängen schließlich immer hintendran. Ist das Pferd noch nicht gelassen genug, fühlt es sich vom Geräusch verfolgt und wird ausweichen wollen.“ Hat es das Training jedoch bisher gelassen bewältigt und akzeptiert auch das Klappern von hinten, hat das Pferd die erste Hürde der GHP genommen.

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Training: So lernt Ihr Pferd apportieren

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Bodenarbeit: Freestyle-Festival Senniana

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Intelligenz: Wie clever ist Ihr Pferd? Machen Sie den Test

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Knackiger Auftritt - Knistern unterm Huf

Gelassenheitsprüfung: Bleibt Ihr Pferd cool? Die GHP als Test für alle Rassen

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Der Gang über das Kreuz.

War das Stangenkreuz an sich schon eine knifflige Aufgabe wird es jetzt knackig: Denn hier ist das Stangenkreuz mit aufregend knisternden Plastikflaschen und Tetrapaks gefüllt.

Trotzdem soll das Pferd ohne Zögern das Kreuz durchqueren – eine nicht leicht zu knackende Aufgabe, wie Robert Oswald weiß. „Allein die Tatsache, dass etwas auf dem Boden liegt, ist für manche Pferde schon Schreck genug“, sagt der Pferdewirtschafts-meister und GHP-Richter aus dem baden-württembergischen Eichtersheim. „Wenn das beim Auftreten auch noch knackt und knistert, erschrecken die Pferde erst recht. Schließlich können sie nicht orten, woher das Geräusch kommt.“

Um die Pferde an das unheimliche Geräusch unter den Hufen zu gewöhnen, legen Sie zunächst ohne Stangenkreuz eine nicht splitternde Plastikflasche oder einen Tetrapak auf den Boden. Die Deckel müssen abgeschraubt oder offen sein, damit die Verpackungen und Flaschen nicht platzen, wenn das Pferd darauf tritt.

„Lassen Sie das Pferd nicht gleich zu Beginn auf die Plastikflasche oder den Tetrapak treten, sondern daran schnuppern“, warnt Oswald. Erschrickt das Pferd nicht, nehmen Sie Flasche oder Tetrapak in die Hand und knistern und rascheln ein wenig damit. „Fangen Sie am besten mit einem Tetrapak an, dieser macht eher ein dumpfes Geräusch“, empfiehlt Oswald. „Plastikflaschen knistern lauter, auch dann noch, wenn sie wieder auseinandergehen.“

Springt das Pferd vor Schreck zur Seite oder flüchtet rückwärts, beginnen Sie von vorne. Beginnen Sie immer mit leichten Übungen, die Sie steigern. Wichtig ist, dass Sie das Pferd weder überfordern noch bestrafen. Wie das Pferd vom Knistern darf sich der Führer nicht von der Reaktion des Pferds beeindrucken lassen. Zeigt er Angst, überträgt sich das aufs Pferd. „Es möchte sich dann erst recht nicht der unheimlichen Flasche auf dem Boden nähern“, erklärt Oswald.

Gehen Sie daher zielstrebig und sicher von neuem auf die Flasche oder den Tetrapak zu, und lassen Sie das Pferd schnuppern. Akzeptiert das Pferd den Knackpunkt am Boden, können Sie nach und nach Flaschen und Tetrapaks dazulegen und das Pferd hindurchführen. Zögert Ihr Pferd, lassen Sie es ruhig zwischen den Verpackungen und Flaschen stehen und nach Wunsch schnuppern.

Üben Sie getrennt von den Plastikflaschen und Tetrapaks mit Ihrem Pferd die Stangenarbeit. Damit sich die Pferde nicht die Beine anschlagen, sollten sie Gamaschen tragen. „Auch beim Üben ist die korrekte Ausrüstung wichtig“, sagt Robert Oswald. „Feste Schuhe und Handschuhe für den Pferdeführer gehören ebenso dazu wie Trense und Gamaschen fürs Pferd.“

Auch bei der Stangenarbeit sollten Sie langsam beginnen. Ist sie dem Pferd unvertraut, starten Sie mit einer Stange am Boden. Ist es bereits daran gewöhnt, fangen Sie mit mehreren Stangen an, die aber zunächst nicht in Form des Stangenkreuzes liegen müssen.

Stolpert und schlurft das Pferd, muss es aufmerksamer werden. Für solche Stangenmuffel hat Robert Oswald einen Tipp: „Legen Sie die Stangen unterschiedlich hoch, zum Beispiel mit kleinen Balken als Unterlage. Die Pferde müssen genau schauen und werden neugierig.“

Hilfreich ist, die Lage der Stangen zu variieren. Das bringt Abwechslung, und die Pferde bleiben aufmerksam. Schreitet Ihr Pferd gehorsam über mehrere Stangen am Boden, bauen Sie ein Stangenkreuz auf, füllen es vorerst aber nicht mit Knisterstoff.

Für ein korrektes Stangenkreuz legen Sie vier Stangen mit je etwa 3,50 Metern Länge so, dass immer ein Ende über, das andere unter der nächsten Stange liegt. So rollen die Stangen nicht weg. Machen Sie es Ihrem Pferd leicht und führen es anfangs nicht diagonal, sondern mittig durch den „Knackpunkt“. Erst wenn es gehorsam und aufmerksam über die Stangen schreitet, steigern Sie die Übung und führen diagonal.

Bewältigt Ihr Pferd die Aufgaben gelassen, legen Sie schließlich die Flaschen und Getränkeverpackungen in die Mitte. „Bedecken Sie nicht gleich den kompletten Boden, sondern legen Sie nur ein paar Tetrapaks in die Mitte“, so Robert Oswald. „Die Flaschen knistern sehr und sollten erst zum Schluss im Stangenkreuz liegen.“ Tritt das Pferd auch dann gelassen durchs Kreuz, hat es die Aufgabe geknackt.

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Training: So lernt Ihr Pferd apportieren

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Bodenarbeit: Freestyle-Festival Senniana

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Intelligenz: Wie clever ist Ihr Pferd? Machen Sie den Test

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Hoch die Beine - Der Stangenfecher

Der Stangenfächer sieht harmlos aus, deckt aber gnadenlos Führ-Fehler auf. Wer sein Pferd an dieser GHP-Station nicht im Griff hat, wird spätestens an der dritten Begrenzungspylone Punktabzug kassieren, weil sich das Pferd aus dem Fächer mogelt.

„Diese Aufgabe ist fürs Pferd schwer, weil es gleichmäßig auf gebogener Linie laufen muss. Und dazu muss es unter den Körperschwerpunkt treten“, erklärt Sally Mauson, Breitensportbeauftragte Weser-Ems aus dem ostfriesischen Moormerland. „Pferde, die das nicht können, werden den Schauplatz geradeaus verlassen – und möglicherweise dem Pferdeführer dabei auf die Füße ­treten.“

Der Stangenfächer entlarvt außerdem unaufmerksame Pferde. Die Stangen liegen in unterschiedlichen Abständen und Höhen, so dass die Pferde genau hinschauen müssen, wohin sie ihre Hufe setzen. Um ohne Gestolper übers Hindernis zu kommen, müssen Sie zuerst Führen auf Abstand üben. „Ihr Pferd muss lernen, zu weichen. Sei es vor der Gerte, der Schulter oder auf Kommando“, sagt Sally Mauson.

Dazu sollte es mit seinem Kopf auf Höhe Ihrer Schulter laufen. So kommt es nicht in Versuchung, das Kommando zu übernehmen. Pferde, die unaufmerksam nebenher schlurfen, können durch scharf gezischte Kommandos oder einen blitzschnellen Ruck am Halfter aufmerksam gemacht werden. Drängelt das Pferd, halten Sie es sofort an und bringen es wieder auf Abstand. „Wichtig ist, dass der Pferdeführer ranghoch dem Pferd gegenüber ist und korrektes Führen beherrscht“, so Sally Mauson.

Beim Stangenfächer fangen Sie ebenso wie beim „Knackpunkt“ mit nur einer Stange am Boden an. Sally Mauson: „Kommen Sie Ihrem Pferd entgegen, und üben Sie zuerst die einfachen Dinge.“ Schreitet es aufmerksam über die Stange am Boden,steigern Sie allmählich die Zahl und legen die Stangen in gleichmäßigen Abständen auf den Boden. Gute Vorübung ist laut Sally Mauson das Labyrinth: „Halten Sie das Pferd über den Stangen an, lassen Sie es stehen, und wenden Sie nur den Kopf in die neue Richtung. Dann geben Sie das Kommando Schritt.“ So lernt es, sich ganz auf den Pferdeführer zu konzentrieren. Tritt es ohne Zögern und Stolpern über die Stangen, können Sie die Abstände variieren und später drei Stangen auf einen Hindernisständer legen.

„Noch besser ist, wenn Sie die Stangen auf einer Seite einfach auf einen Autoreifen legen“, rät Sally Mauson. „Üben Sie auch immer wieder, von rechts und von links über die Stangen zu gehen. Zu lange nach einer Seite ist fürs Pferd sehr anstrengend.“

Beginnen Sie wieder mit gleichen Abständen bis das Pferd diese Aufgabe meistert. Später können Sie die Abstände verändern und anschließend den zweiten Hindernisständer mit drei weiteren Stangen dazu stellen. Ganz zum Schluss der Übung stellen Sie als seitliche Grenze die Pylonen auf. Nun tritt Ihr Pferd im Fächer über die Stangen, während Sie außen um die Pylonen laufen.

Wer so klein ist wie Brisant vom Ellernbrook, muss sich bei Übungen wie dem Stangenfächer gewaltig strecken. Der achtjährige Mini-Shetty-Wallach misst nur 96 Zentimeter – und ist dennoch einer der ganz Großen in der deutschen GHP-Szene. Als strubbeliger Fuchsschecke ist er Publikumsliebling und Siegertyp bei Prüfungen aller Art, flitzt durch den Trailparcours ebenso mühelos wie über Hindernisse im Mächtigkeitsspringen. Alles im Mini-Format, versteht sich.

„Beim GHP-Fächer muss er mindestens zwei Extratritte zwischen den Stangen einlegen. Manchmal stößt Brisant auch an die Stangen, weil sie einfach zu hoch für ihn sind“, erzählt sein Besitzer Achim Brockmann aus Buchholz/Niedersachsen. „Auch im Stangenkreuz muss er oft einen richtigen Satz machen, um überhaupt herauszukommen.“ Das B-Team Brisant/Brockmann ist daher, ebenso wie alle anderen Besitzer kleiner Ponys, auf verständnisvolle Richter angewiesen, die das Handicap berücksichtigen, ohne freilich Punkte zu verschenken. Auch das Rückwärts-L ist für Brisant eine lange Strecke. Er muss mindestens acht Tritte machen, während Großpferde mit vier Tritten auskommen. „Da wird Brisant einfach leichter schief.“

Vor etwa einigen Jahren kaufte Achim Brockmann seinen Brisant im Gestüt Ellernbrook nahe Oldenburg. „Wir wollten für die Trakehnerstute meiner Frau ein Beistellpony. Galina stand immer alleine, weil sie alle anderen Pferde biss. Und ich wollte schon immer ein Mini-Shetty“, so Brockmann.

Einfach nur rumstehen sollte das Beistellpony nicht, das war von Anfang an klar: „Ich wollte ein Pony zum Tüddeln haben und ein Pony, mit dem ich arbeiten kann.“ Mini-Shettys brauchen Aufgaben. „So oft kümmern sich ausschließlich Kinder um die Shettys und können sich nicht durchsetzen“, sagt Brockmann. „Es mangelt an Erziehung, die Ponys beißen oder buckeln die Kinder runter.“ Er weiß, dass man Mini-Shettys fordern muss. „Pferde sind so intelligent, wie ihr Besitzer sie fördert.“ Beim ersten Treffen benahm sich Brisant allerdings daneben. „Er war mit anderen Junghengsten auf der Weide, tobte, biss und kniff nach den anderen.“ Der perfekte Partner für Galina. Brockmann war sofort klar, dass er den Schecken kaufen würde. Trotz des entsetzten „Oh Gott, ein Zirkuspferd“ seiner Frau. „Ich wollte ein Pony, das Leben zeigt und nicht schlapp in der Ecke steht“, begründet Brockmann, warum Brisant nach Buchholz zog.

Dort steht er seit etwa vier Jahren in einer Box der Reitanlage Behr. „Er war anfangs das einzige Pony hier. Und manche Großpferde hatten erst mal Angst vor ihm.“ Mittlerweile stehen rund sechs Ponys im Stall. Weil sich Brisant anfangs nur schwer zum Spazierenführen überreden ließ, fährt Brockmann mit ihm Fahrrad. „Brisant hat daran Spaß und trabt fleißig nebenher. Zu Fuß kamen wir dagegen nie sehr weit.“ Am Fahrrad lernte Brisant die Kommandos Schritt, Trab und Galopp, wurde später anlongiert und eingefahren. Er zieht Brockmanns in der Kutsche, schleppt den Reithallenboden ab, arbeitet vorm Schneepflug oder übt Freispringen mit Stute Galina.

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Der Stangenfächer erfordert Aufmerksamkeit.

Gelassenheitsprüfung: Bleibt Ihr Pferd cool? Die GHP als Test für alle Rassen

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Training: So lernt Ihr Pferd apportieren

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Bodenarbeit: Freestyle-Festival Senniana

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Intelligenz: Wie clever ist Ihr Pferd? Machen Sie den Test

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Hufe im Eimer? (Keine Pflichtaufgabe)

Gelassenheitsprüfung: Bleibt Ihr Pferd cool? Die GHP als Test für alle Rassen

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Die Teilnehmerin versucht, das Bein ihres Pferds im Eimer zu halten. Doch es weicht ängstlich zurück, der Eimer kippt.

Hufe wässern. Diese Aufgabe der Geführten GHP klingt so einfach. Doch bei der Pilotprüfung in Bad Segeberg war das Wasser im Eimer für viele Pferde Höhepunkt des Schreckens. Ihre Besitzer fragten sich: Wie nur kommt das Pferdebein in den Eimer?

Mit viel Geduld und Übung, antwortet Jörg Bös, EWU-Richter und Trainer für Klassik und Western, der auch schon GHP-Kandidaten prüfte. „Zuerst einmal ist Ruhe und eine vertraute Umgebung wichtig“, weiß er. Speziell beim Hufe wässern sei vor allem der fremde Untergrund das Problem. Schließlich betritt das Pferd im Eimer unbekannten und wackligen Boden. „Schon, wenn das Pferd mit einem Huf auf einem Brett stehen soll, ist das eine schwierige Aufgabe“, erklärt der GHP-Richter.

Pferde werden unsicher, wenn sie plötzlich fremden Untergrund unter den Hufen spüren. Die Unsicherheit kann sich zur Angst steigern, zum Beispiel, wenn ein Pferd mit dem Huf nicht genau die Mitte des Eimers trifft oder der Eimer sich beim Reintreten bewegt.

Damit das Pferd nicht schon beim Training in Panik gerät, hält Jörg Bös folgende Tipps parat: „Üben Sie an einem Ort, der Ihrem Pferd vertraut ist. Nehmen Sie nicht gleich Wasser und Eimer, sondern fangen Sie zum Beispiel nur mit einem Brett an. Gewöhnen Sie Ihr Pferd daran, den Huf auf diesen ungewohnten Untergrund zu setzen.“

Klappt das, können Sie und Ihr Pferd dem Eimer einen Tritt geben. Der sollte nicht aus Blech sein, da das zu laut scheppert. Besser geeignet ist ein Gummieimer ohne Henkel. Er muss breit genug sein, damit kein Huf darin festklemmt; der Durchmesser sollte mindestens 30 Zentimeter betragen. Ihrem Pferd fällt es zudem leichter, zunächst in einen Eimer zu treten, dessen Außenwand Sie auf zehn Zentimeter gekürzt haben.

Weil das Pferd sich sehr auf diese Aufgabe konzentrieren muss, sollten Sie nicht zu lange und nicht alleine üben. „Erleichtern Sie sich das Training, und arbeiten Sie zu zweit“, rät Jörg Bös. „Einer hält das Pferd, während der andere den Huf auf das Brett oder in den Eimer setzt.“ Seien Sie am Anfang zufrieden, wenn Ihr Pferd seinen Huf auch nur kurz im Eimer oder auf dem Brett stehen lässt.

Zwingen Sie ein Pferd nicht, den Huf im Eimer oder auf dem Brett zu lassen. Es verbindet die Übung sonst mit Stress. In einer Prüfungssituation wie der GHP würde sich dieser Stress noch mehr steigern. Statt des Pferdebeins wäre dann nur noch die Gelassenheit im Eimer. Bevor Sie den Eimer füllen, muss Ihr Pferd mit Wasser vertraut sein. „Gießen Sie anfangs nur wenig Wasser in den Eimer, und verbinden Sie die Übung ruhig mit Fressen“, rät Jörg Bös. So verknüpft das Pferd Hufe wässern mit Füttern und behält die Übung in angenehmer Erinnerung.

Lässt Ihr Pferd den Huf in vertrauter Umgebung ruhig im Wassereimer stehen, wechseln Sie zu Hause die Trainingsplätze. Stellen Sie den vollen Eimer zum Beispiel ein paar Meter vom Reitplatz entfernt auf, und üben Sie dort. „Der fixe Punkt ist am Anfang wichtig, um Vertrauen aufzubauen. Später sollte dem Pferd eine andere Umgebung nichts mehr ausmachen“, sagt Jörg Bös. „Bereitet die Übung Ihrem Pferd zu viel Stress, stellen Sie sie zurück. Arbeiten Sie Ihr Pferd nicht über sein Limit“, empfiehlt er.

Wie oft Sie für die GHP üben müssen, hängt ganz von Ihnen und Ihrem Pferd ab. „Bei gelassenen und selbstsicheren Pferdeführern fühlen sich Pferde wohl. Manchmal braucht allerdings der Mensch mehr Training als das Pferd“, weiß Jörg Bös. Deswegen sollte vor allem der Pferdeführer Ruhe und Selbstvertrauen ausstrahlen. „Achten Sie zudem auf Kleinigkeiten, um erkennen zu können, ob Ihr Pferd gestresst ist. Wie ist seine Atmung? Spannt es die Muskeln an? Beobachten Sie Augen, Nase und Ohren.“

Für die Aufgabe Nummer fünf sollten Sie mit Ihrem Pferd zudem Stillstehen üben. „Ich als Richter möchte ein Pferd sehen, das in sich ruht“, sagt Jörg Bös. Auch im Wassereimer.

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