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Pferde richtig putzen: So massieren Sie Ihr Pferd beim Putzen

Wellness für Pferde: Die Putzmassage

Massieren statt putzen: Putzen soll das Pferd vom Schmutz befreien. Mit der richtigen Technik bringen Sie sogar die Lymphe in Schwung und bieten Ihrem Pferd ein richtiges Wellness-Programm.

Fellkraulen ist für Pferde ein wohliger Kratzgenuss und wichtiger Klebstoff für den sozialen Kontakt. Wer sein Pferd putzt, fördert auf diese Weise das soziale Miteinander und damit das Vertrauen. Die dabei erbürstete Sauberkeit ist Pferden dagegen eher lästig: Wenn sie sich säubern wollen, wälzen sie sich am liebsten. So werden sie Staub, lose Haare und Ungeziefer los,
können ihren Körper massieren oder juckende Stellen erreichen.

Der Blick in eine Herde gibt eine recht gute Anleitung, wo Pferde am liebsten geputzt werden. Zur Begrüßung beschnuppern sie sich zum Beispiel vorne an der Schulter. Berühren Sie dort Ihr Pferd zuerst mit einem sanften Kraulen. Und zwar nicht nur zur Begrüßung, beginnen Sie an dieser Stelle auch mit dem Putzen. Anderes Beispiel: Wenn sich zwei Pferde besonders mögen, knabbern sie sich gerne kurz vor dem Widerrist am Mähnenkamm. Die meisten Pferde reagieren daher an diesem Punkt verzückt auf ein Schubbern mit der Hand oder dem Gummistriegel. Pferde sind sensibel und registrieren die leichteste Berührung an ihrem Körper. Auf zu viel Druck reagieren
sie vor allem an Genick, Rücken und Bauch empfindlich.

Lymphdrainage-Putzen wir den Stoffwechsel an

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Rädlein
Die meisten Pferde mögen das Putzen - auch am Kopf.

Üblicherweise nimmt man zum Aufrauen des Fells einen Gummistriegel. Grober Dreck lässt sich vorher gut mit einer Wurzelbürste entfernen. Der Gummistriegel löst Dreck im Fell, entfernt lose Haare und massiert gleichzeitig. Auch Nadelstriegel sind hierfür geeignet, im Gegensatz zu Eisenstriegeln. Diese sind viel zu hart, können die Haut aufschürfen. Eisenstriegel sollten daher nur benutzt werden, um die Kardätsche daran abzustreifen. Die wiederum sorgt für den Glanz, wobei sie immer in Fellrichtung über das Pferd gleitet. Um letzte Staubkrümel aus den Haaren zu wischen, sind Fellhandschuhe besonders gut geeignet. Sie können Ihrem Pferd mit den Putzutensilien auch eine kleine Massage verpassen.

Tierarzt Dirk Berens von Rautenfeld von der MedizinischenHochschule Hannover putzt Pferde mit einer ganz bestimmten Technik: Equines Lymphdrainage-Putzen. Das bringt die Lymphe in Wallung und sorgt dafür, dass Stoffwechsel- und Entzündungsprodukte abtransportiert werden. Schwellungen, angelaufene Beine und Ödeme sollen damit verschwinden. Das Geheimnis der besonderen Putztechnik liegt in den Kreisund Spiralformen, in denen das Pferd geputzt wird. So wird die Lymphe Zentimeter für Zentimeter angeregt. Im Gegensatz zur manuellen Lymphdrainage, die nur von Profis durchgeführt werden darf – womöglich verteilt man sonst Erreger von Entzündungen durch den ganzen Körper –, kann das Lymphdrainage-Putzen von jedermann angewendet werden. Das Besondere daran: Es wirkt vor allem an den Beinen. Pferde haben recht chwache Lymphgefäße. Damit die Lymphe fließt, brauchen sie Bewegung. Das ist bei langen Stehzeiten in der Box, womöglich noch mit engen Bandagen, nicht gegeben.

Damit die Lymphe mit ihren Inhaltsstoffen aus den Beinen abtransportiert wird, müssen Sie hier unbedingt gegen den Fellstrich striegeln, damit die Lymphe nach oben in Richtung Lymphknoten abfließt.

Pferde richtig putzen: Lymphdrainage-Putzen beim Pferd

Sie können Ihr Pferd auch mit der Hand massieren. Das regt die Durchblutung an und lockert obere Muskelschichten. Dazu gibt es verschiedene Techniken, etwa das Abstreichen mit der flachen Hand. Dabei streichen Sie mit san em Druck in Wuchsrichtung über das Pferdefell. Warme Stellen, Hubbel oder Schwellungen erkennen Sie auf diese Weise sehr gut. Ähnlich funktioniert der TTouch der amerikanischen Pferdetrainerin Linda Tellington-Jones: Fingerspitzen oder Hand Fläche kreiseln sanft zusammen mit der Pferdehaut. Das regt die Nervenzellen an, die dicht unter der Haut liegen.

Wichtig ist, dass man die Haut dabei im Uhrzeigersinn bewegt und nach eineinviertel Drehungen weiterwandert. Das Nervensystem stump sonst ab und reagiert nicht mehr positiv auf den Reiz. Laut Tellington-Jones heilen diese sanften Berührungen verletztes inneres Gewebe. Mehr Druck verleiht den Pferden ein besseres Gefühl für ihre Hinterhand. Eine andere Methode ist die Druckmassage. Nutzen Sie dazu Ihre Fingerspitzen oder den Handballen und massieren Sie kreisend über das Pferd. Wichtig ist, dass Sie immer in Richtung der Muskelfasern arbeiten, also stets in Längsrichtung. Mit dieser Methode massieren Sie am besten den Hals und die Kruppe. Dort ist das Pferd stark bemuskelt.

Test: Was macht eine gute Kardätschen aus?

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Kraulen und Kneten setzt Hormone frei

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Fellpflege funktioniert bei Pferden auch untereinander.

Wer etwas mehr Kraft in den Fingern hat, kann sich auch eine Hautrolle greifen und sie mit dem Daumen sanft weiterschieben. Fangen Sie damit am Oberhals an, und rollen Sie langsam in Richtung Schulter herunter. Das funktioniert vor allem an Stellen, an denen die Haut nicht so sehr spannt. Dies lockert Verspannungen, braucht allerdings etwas Übung. Besonders geliebte Kraul-Punkte sind Schulter, Widerrist/Mähnenkamm, Schweifrübe, Hinterbacke und Übergang zur Lendenwirbelsäule. Kraulen reizt Sinneszellen, die das Hirn zur Ausschüttung des Hormons Oxytocin anregen. Das entspannt Pferde ungemein.

Lymphdrainage-Putzen beim Pferd

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Damit das Lymphdrainage-Putzen auch den gewünschten Effekt hat, folgen Sie diesem Muster. Die Pfeile an den Spiralen oder Kreisen geben die Putzrichtung an. Beginnen Sie mit einem Gummistriegel bei (1) an der Schulter mit kreisenden und spiralförmigen Bewegungen in Fellrichtung. Dann zum Unterhals (2) und weiter mit einer Bürste am Kopf (3). Danach kommt von unten nach oben das linke Vorderbein dran (4a-f), gefolgt von Bauch (5), Oberhals und Rücken (6). Letzte Station auf der linken Seite sind Kruppe und Flankengegend (7). Nun wiederholen Sie die Prozedur in der gleichen Reihenfolge auf der rechten Seite. Diese Punkte (8 bis 14) sind nicht ins Schema eingezeichnet. Nun kommt beim Lymphdrainage-Putzen noch das rechte, anschließend das linke Hinterbein (16) von unten nach oben dran. Zu guter Letzt folgt ein zweiter Durchgang, bei dem das Pferd von vorn bis hinten gebürstet wird (grüne Pfeile).

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