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Giftige Kunststoffe für Pferde

Wie giftig sind Futterschüsseln & Co.?

Kunststoffprodukte sind praktisch und einfach zu reinigen. Doch wie steht es um ihre Gesundheitsverträglichkeit?

Viele Inhaltsstoffe sind bedenklich:

In Gummi- und Plastikprodukten werden immer wieder potenziell gesundheitsgefährdende Inhaltsstoffe in zu hohen Konzentrationen gefunden – so zum Beispiel Weichmacher, die so genannten Phthalate, oder polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die bei hohen Herstellungstemperaturen entstehen.

Auch Chlorparaffine, Nonylphenol oder Schwermetalle stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Die Auswirkungen dieser Stoffe reichen von Krebs über die Beeinflussung des Hormonsystems bis hin zur Schädigung verschiedener Organe. Dies gilt für Menschen – die Auswirkungen auf Tiere sind zumeist noch nicht erforscht.

Keine Grenzwerte bei Produkten für Tiere:

„Gebrauchsgegenstände aus Kunststoff dürfen bestimmte gesundheitsgefährdende Stoffe nur in gesetzlich festgelegten Höchstmengen enthalten“, erklärt Ulrike Siemers vom Bremer Umweltinstitut. Je nach Produktkategorie sind diese Grenzwerte unterschiedlich hoch und orientieren sich etwa daran, wie lange der Mensch mit dem Gegenstand Hautkontakt hat oder ob das Material in den Mund genommen wird. So dürfen zum Beispiel seit Ende 2015 Spielzeug- und Sportartikel sowie Werkzeuge acht krebserregende PAK nur noch mit einem Gehalt von maximal 1 mg/kg enthalten.

Die Crux: Für Tier-Produkte gibt es keine Grenzwerte. So sind Spielbälle für Pferde zum Beispiel oft mit zu viel Phtalaten belastet. Stallmatten enthalten häufig übermäßig viel PAK, die im Laufe der Zeit durch feinsten Abrieb mit dem Futter oder durch Einatmen in den Pferdeorganismus gelangen können. Ob in einzelnen Produkte bedenkliche Stoffe stecken, können letztlich nur aufwändige Labortests zeigen.

Woran können sich Reiter orientieren?

Eine Untersuchung von Kunststoffprodukten für Pferde auf schädliche Inhaltsstoffe und eine entsprechende Kennzeichnung ist eine freiwillige Leistung der Hersteller und nur vereinzelt der Fall. Dennoch sollte man danach suchen und beim Kauf darauf achten. Einige Hersteller von Stallmatten geben etwa den PAK-Gehalt an. Orientierung geben auch Produkte, die mit dem CE- oder dem GS-Zeichen ausgestattet sind. Sie garantieren, dass ein Produkt den Anforderungen des Produktsicherheitsgesetzes entspricht und die Grenzwerte für diese Produktkategorie einhält.

Beim Kauf von Schüsseln für die Zubereitung von Futter kann man auf Produkte für den Lebensmittelgebrauch zurückgreifen, die mit dem Glas-und-Gabel-Symbol der Europäischen Union als lebensmittelecht gekennzeichnet sind.

Vorsicht beim "Zweckentfremden":

Autoreifen als Heuraufen oder Mörtelwannen als Tränken haben auf der Koppel nichts verloren. „Die Wannen sind oft mit PAK belastet, die in Futter oder Wasser gelangen können“, sagt Ulrike Siemers. Oft fallen Kunststoffprodukte zudem durch starken Geruch auf, was auf flüchtige organische Verbindungen und andere Schadstoffe hinweist, die als gesundheitsgefährdend gelten.

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