Neue Hufschuhe: Passform und Praxis
Hufschuhe im CAVALLO-Praxis-Test

Was taugen Hufschuhe in der Praxis? CAVALLO hat sieben Modelle getestet. Der Test mit Beratung, welcher Hufschuh für welches Pferd passt.

Test Hufschuhe
Foto: Lisa Rädlein

Hufschuhe im Test mit Beratung

Folgende Hufschuhe haben wir in der Praxis getestet. Ausführliche Informationen und Bewertungen zu den Modellen finden Sie in der Bildergalerie und im Text unten:

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Passform und Praxis
5 Hufschuhe im Praxis-Test
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  • Flex Hoof Boots: Die neuen Hufschuhe sind leicht in der Handhabung, schränken das Pferd nicht beim Abrollen ein. Die Sohle ist sehr griffig. Testpferd Pandora rutschte auch auf nassem Boden nicht.
  • Floating Boot Trainer 2019: Ein Hufschuh, der sehr praktisch und einfach im Handling ist. Die beiden Testpferde liefen gut damit. Ein Pferd hatte ganz leichte Druckspuren am Kronrand.
  • Equine Fusion Active: Im Test prima als Hufschutz auf dem Paddock/im Offenstall, auf Asphalt stoplerte unser Testpferd über die Zehe.
  • Easyboot New Trail: Dieser Schuh funktioniert auch bei der schwierigen Hufform von Testpferd Callando. Er stört nicht beim Laufen, ist extrem leicht anzuziehen und ging noch nie verloren. Die Klettverschlüsse halten sehr gut.
  • Renegade Classic: Den Renegade Classic aus den USA (www.renegadehoofboot.com) gibt es seit vielen Jahren auf dem Markt. Die Schuhe eignen sich für Pferde mit symmetrischen Hufen und flachen oder untergeschobenen Trachten.
  • Scoot Boots sind einfach in der Handhabung, haben keine Kabel oder Klettverschlüsse und sind für viele Hufformen geeignet, da das Material der Schuhwände flexibel ist. Das Scoot Boots Zubehör ist dabei.
  • Easy Boot Old Mac's G2: Der Schuh passt vor allem Pferden mit asymmetrischen Hufen. Der Old Mac‘s G2 ist flexibel und passt sich eher der Hufform an als andere Hufschuhe.
  • Easy Boot Epic: Er passt auf runde und ovale Hufe, die Trachten haben. Den Easy Boot Epic gibt es auch in sehr großen Größen fürs Kaltblut.
  • Equine Fusion Active Jogging Shoes haben sich besonders für kleine Pferde wie Shettys bewährt, weil sie es ab einer Hufbreite von 65 Millimeter gibt.

Wie messe ich Hufschuhe aus?

Bevor Sie Hufschuhe kaufen, müssen Sie den Huf korrekt vermessen. Am besten mit Lineal oder Zollstock. Der Huf muss frisch ausgeschnitten sein. Nehmen Sie dazu den Huf auf. "Stellen Sie ihn auf keinen Fall auf ein Blatt Papier und umranden das Horn. Das ist zu ungenau", sagt Bernd Jung. Um die Länge zu ermitteln, messen Sie von der Zehenspitze bis zur breitesten Stelle des Strahls – nicht bis zum Trachtenende. Nur so sind untergeschobene Trachten zu berücksichtigen. "In den wenigsten Fällen liegen Trachtenenden und die breiteste Stelle des Strahls auf einer Linie", sagt Jung. Die Breite des Hufs erhalten Sie, indem Sie den Zollstock an der breitesten Stelle des Hufs anlegen.

Glaser
Erst messen, dann kaufen.

Welche Hufschuhe passen am besten?

Drei Reiterinnen haben die Suche nach den passenden Schuhen hinter sich und erzählen, welche Erfahrungen sie dabei gemacht haben. Für CAVALLO testeten sie drei neue und zwei bewährte Modelle: Wie gut sitzen sie am Huf, wie läuft das Pferd mit ihnen und wie sind sie für den Reiter zu handhaben?

"Ich bin oft überrascht über die vielen Weiterentwicklungen der Hersteller", sagt Bernd Jung, der seit über 20 Jahren Hufschuhe verkauft und Beratung anbietet (https://hufschuhe-coach.com). "Das Handling wird einfacher und die Passformen besser", sagt er. "Früher waren Hufschuhe schwer und klobig, heute werden sie immer leichter."

Test Hufschuhe
Lisa Rädlein
Der Experte Bernd Jung ist Spezialist für Hufschuhe seit rund 20 Jahren. Für alle, die vor Ort keinen Hufschuh- Experten finden, bietet er mit seinem Team aus Hufbearbeitern eine umfassende kostenlose Online-Beratung an.

Welcher Hufschuh eignet sich für welche Hufform?

Was viele Besitzer, aber nicht Händler wie Bernd Jung freut: Die Auswahl an Farben und Farbkombinationen wird immer größer. "Für uns ist das eine Herausforderung, da wir sehr viele Varianten auf Lager haben müssen. Doch auch wenn eine tolle Farbe reizt, sollten Hufschuhe nicht nach der Optik ausgewählt werden." Viel wichtiger: Sohlengröße, Hufform und Laufverhalten des Pferds. Doch wie messe ich Hufschuhe bzw. Hufe aus? Eine Anleitung dazu finden Sie hier.

Test Hufschuhe
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Flex Hoof Boots: Beschreibung: Flexible Hufschuhe aus Finnland, die wie eine zweite Haut sitzen sollen und durch das flexible Material "mitwachsen". Größen: Sechs Größen für Hufbreiten zwischen 90 und 140 Millimetern, Größen steigen zentimeterweise. Für wen passen die Schuhe? Flachen, aber auch steileren Hufen. Die Hufe sollten ziemlich symmetrisch sein. Kosten: rund 80 Euro pro Schuh. Mehr Infos: www.flexhoofboots.com Ergebnis im CAVALLO-Test: Die neuen Hufschuhe sind leicht in der Handhabung, schränken das Pferd nicht beim Abrollen ein. Die Sohle ist sehr griffig. Testpferd Pandora rutschte auch auf nassem Boden nicht. Der Schuh ist leicht und trocknet schnell. Wasser fließt gut ab und staut sich nicht. Vorne passten die Schuhe nicht: entweder war die Größe zu groß oder zu klein.

Welche Schuhe passen Reitpony Pandora? Die 29-jährige Stute gehört CAVALLO-Autorin Cathrin Flößer und ist seit vielen Jahren mit den "Renegades" unterwegs. "Erst seit uns Bernd Jung diese vor Jahren angepasst hat, sind wir glücklich", sagt Cathrin Flößer. Dabei hatte sie nach ihren ersten Erfahrungen mit Hufschuhen vor etwa 20 Jahren die Nase eigentlich voll: "Die Hufschuhe, die ich damals hatte, drehten sich und scheuerten den Kronrand blutig. Danach ritt ich nur noch barhuf." Allerdings schränkte sie das beim Reiten ein: Schotterwege musste sie meiden, da ihre Stute fühlig lief.

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Flex Hoof Boots: Sohle und Schale des Hufschuhs sind sehr flexibel. Wie haltbar das weiche Material ist, muss sich über die Zeit zeigen.

Reitpony-Stute Pandora testet die neuen Flex Boots

Pandora hat flache Hufe mit wenig und untergeschobenen Trachten. Ihre Wände verlaufen vorne leicht asymmetrisch, hinten sind sie fast symmetrisch. Vorne hat Pandora eher runde, hinten eher ovale Hufe. "Die Hinterhufe sind wie gemacht für die neuen Flex Boots, die wie eine zweite Haut sitzen sollen", so Bernd Jung. Der Schuh wird unten mit leichtem Zug eingeknöpft, der Gaiter (Gamasche) oben locker verschnallt.

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Flex Hoof Boots: Drücken und leicht drehen: Mit etwas Druck lässt sich der neue Hufschuh im Nu anziehen.

Pandora kommt prima mit den "Flex Boots" zurecht. "Ich kann sie über jeden Untergrund reiten. Auch in schnelleren Gangarten halten die Schuhe", erzählt Cathrin Flößer. Große Steine drücken sich nicht durch die flexible Sohle. Das weichere Material ist zwar komfortabel, könnte sich aber schneller abnutzen. Da die Schuhe jedoch erst seit kurzer Zeit auf dem Markt sind, fehlen hierzu Erfahrungswerte. Bernd Jung: "Der Schuh ist recht günstig und passt auch Pferden mit etwas steileren Hufen, teilweise sogar Bockhufen.

Hufschuh Floating Boots im Test

An den Vorderhufen probiert Pandora die "Floating Boots Trainer 2019" aus, die Cathrin Flößer besonders durch das leichte Handling überzeugen. "Draufziehen und zwei Laschen durch die Knöpfe ziehen – das geht sehr leicht und schnell." Voraussetzung, dass diese Schuhe passen, sind niedrige Trachten, erklärt Bernd Jung. Ein wenig Asymmetrie bei den Hufen verzeihen diese Hufschuhe besser als die Renegades. Pandora läuft sehr gut mit den Floating Boots. Sogar einen flotten Galopp auf Schotter halten die Schuhe aus, ohne wegzufliegen.

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Floating Boot Trainer 2019: Beschreibung: Floating Boots sind flexibel in der Anpassung. Eine Neopren-Polsterung schützt den Ballen. Die Innensohle ist flach und weich, sie lassen sich leicht schließen. Größen: Es gibt zehn Größen, sie unterscheiden sich nach ovaler (P) und runder (M) Hufform. Die Größen liegen zwischen 115 und 155 Millimetern Breite. Für wen passen die Schuhe? Die Schuhe eignen sich für niedrige Trachten und verzeihen eine leichte Huf-Asymmetrie. Kosten: rund 90 Euro pro Schuh. Kontakt: www.floatingboots.es Ergebnis im CAVALLO-Test: Ein Hufschuh, der sehr praktisch und einfach im Handling ist. Die beiden Testpferde liefen gut damit. Ein Pferd hatte ganz leichte Druckspuren am Kronrand.

Auch der Cruzado-Wallach Tabernero (19) von CAVALLO-Leserin Eva Küppers testet die Floating Boots. Eigentlich wollte Bernd Jung ihm die "Evo Boots" anpassen, doch mit seinen Hufen liegt Tabernero zwischen zwei Größen. Der Cruzado kam vor fünf Jahren mit Zwanghufen aus Spanien und wurde dann auf barhuf umgestellt. Seine Hufe sind noch immer sehr schmal. Bislang trägt er "Equine Fusion All Terrain" in der "Slim"- Version.

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Floating Boot: Zum Anziehen das Bein fixieren, den Schuh drücken und drehen.

Mit den Floating Boots läuft der Wallach, als ob er nichts an den Hufen hätte. Auch seine Besitzerin ist zufrieden: "Die Schuhe kann ich leicht anziehen. Das ist mir wichtig." Im Praxis-Test braucht Tabernero im Gegensatz zu Pandora Gewöhnungszeit. "Die Schale reicht bis zum Kronrand. Dort war nach dem ersten Ritt das Fell leicht angedrückt", sagt Eva Küppers.

Hufschuhe für Problem-Hufe

Der schwierigste Kandidat im Test ist Hannoveraner Callando (11) von CAVALLO-Redakteurin Nadine Szymanski. Sie hat bereits eine längere Hufschuh-Suche hinter sich – was nicht zuletzt an der asymmetrischen Hufform und der Hufeisen-Vergangenheit ihres Wallachs liegt. "Mal passte die Größe nicht, mal konnte mein Pferd damit nicht laufen", berichtet sie. Unmittelbar nachdem vorne die Eisen abgenommen waren, trug Callando die "Equine Fusion Active", die als Hufschutz auf dem Paddock prima waren.

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Equine Fusion Active: Beschreibung: Können als Reit- und Therapieschuhe genutzt werden. Größen: Zehn Größen (70 bis 160 Millimeter Hufbreite); Größen steigen zentimeterweise. Wem passen die Schuhe? Die flexiblen Schuhe passen auch asymmetrischen Hufen, nichts für ganz flache Trachten. Kosten: rund 220 Euro pro Paar Kontakt: www.eqfu.no Ergebnis im CAVALLO-Test: Hannoveraner Callando trug diese Schuhe während der Umstellung auf barhuf auf dem Paddock. Beim Reiten kommt er mit ihnen nicht so gut klar: Vor allem auf Asphalt stolpert er über die Zehe. Gut: Die wenig haltbaren Klettverschlüsse des Herstellers werden bei diesem Modell zusätzlich fixiert.

"Doch auf Asphalt blieb er mit den Schuhen hängen und stolperte. Außerdem trat er mit den Hinterhufen gegen die Schuhe an den Vorderhufen", sagt Nadine Szymanski. Sie entdeckt am "Active" einen Vorteil gegenüber dem Modell "All Terrain": "Die kurzlebigen Klettverschlüsse des Schuhs kann ich mit dem Knopf-Verschluss besser sichern."

Callandos Hufe haben nun, etwa ein halbes Jahr nach der Umstellung auf barhuf, noch keinen geraden Wandverlauf. "Da kommen nur wenige Modelle infrage", grübelt Bernd Jung. Für Callando ist der Easyboot New Trail ideal: Diesen Hufschuh trägt der Wallach bereits seit einigen Monaten. "Die Hufwinkelung spielt bei diesem Modell keine große Rolle, solange der Huf nicht sehr flach ist und spitz zuläuft", erklärt der Hufschuh-Experte.

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Easyboot New Trail: Die Schuhe lassen sich jeder Huform anpassen und ganz leicht anziehen.

Bei sehr niedrigen oder flachen Hufen könnte dieser Schuh in der Fesselbeuge reiben oder es könnten kleinere Äste oder Steine eindringen. Nicht so bei Callando. "Das Vorgänger-Modell ("Easyboot Trail") hat ohne die dazugehörigen Gaiter gescheuert", so Nadine Szymanski. "Der New Trail dagegen stört Callando gar nicht, er ist in Sekundenschnelle am Pferd, die Klettverschlüsse halten bombenfest und das Profil ist griffig und stabil genug für ein großes Pferd mit viel Bewegung wie Callando."

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Easyboot New Trail: Mit dem Easyboot New Trail kann Testpferd Callando prima laufen.

Hufschuhe für Shetty und Kaltblut

Ähnlich schwierig wie für Nadine Szymanski ist auch die Hufschuh-Suche für Besitzer von Pferden mit sehr großen oder sehr kleinen Hufen. Die größten Schuhe bietet der "Easyboot Epic", der eine Hufbreite bis zu 190 Millimetern abdeckt. "Er eignet sich für runde und ovale Hufe, braucht aber eine gewisse Höhe der Trachten und die Hufe dürfen nicht zu asymmetrisch sein", sagt Bernd Jung. Für Pferde mit sehr kleinen Hufen haben sich die "Equine Fusion Active Jogging Shoes" bewährt, die es ab einer Hufbreite von 65 Millimeter gibt.

Fazit: Nicht jeder Hufschuh passt, auch wenn die Maße stimmen. Das Modell muss zur Hufform und zum Laufverhalten passen. Dennoch: Die Chance, einen passenden und komfortablen Schuh zu finden, ist deutlich größer als früher – auch wenn Sie für die Suche vielleicht einen langen Atem brauchen.

Wie finde ich passenden Schuhe für mein Pferd?

Nicht jedes Modell passt zu jedem Pferd. Da es mittlerweile aber so viele Hufschuh-Typen auf dem Markt gibt, findet sich für jedes Pferd der passende Schuh – aber wie? Am besten über einen erfahrenen Hufbearbeiter, der mehrere Modelle vor Ort anprobiert. Wer keinen Experten in seiner Nähe hat, muss die Hufe selbst vermessen und Schuhe aussuchen oder sich online beraten lassen. Am Ende hilft oft nur: ausprobieren. Hier lesen Sie, wie Sie die Hufform Ihres Pferds bestimmen können.

Renegades im Test

Dieser Schuh von Lander Industries Inc. (www.renegadehoofboot.com) aus den USA ist gut für flache Hufe mit niedrigen oder untergeschobenen Trachten Ob die Hufe rund oder oval sind, ist egal. Die Testpferde Pamina und Coretta laufen vorne mit Renegades, Stute Sunrise trägt sie hinten. Ein Paar kostet etwa 230 Euro.

Die Plastik-Schale wird einfach über den Huf gestülpt und mit zwei Klettverschlüssen fixiert. Zwei Finger sollen am oberen Klett noch dazwischen passen. Der untere Riemen zieht über ein Drahtseil den Ballenhalter in Position.

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Renegade Classic

Der Sitz am Huf:Paminas Hufe sind sehr rund. Sie hat kaum Ballen und untergeschobene Trachten. Der Ballenhalter ist ihr ein wenig zu groß, lässt sich jedoch gut anpassen. Ansonsten sitzen sie sehr gut. Auch Testpferd Coretta trägt vorne Renegades. Sie hat gleichmäßige Hufe, aber nur wenig Trachten. Bei ihr ist der Ballenhalter ebenfalls einen Tick zu weit, aber laut Bernd Jung im Rahmen. Sunrise trägt die Renegades an den Hinterhufen. Ihre Hufe sind asymmetrisch, sie hat kaum Trachten. "Mit den Renegades hat Sunrise einen sehr guten Abrollpunkt", sagt Bernd Jung. Der Ballenhalter sitzt optimal. Keines der Testpferde bekommt Druckstellen.

Easyboot Glove im Test

Dieser Schuh hat eine ovale Form. Runde und flache Hufe sind für den Easyboot Glove von Easy-Care (www.easycareinc.com) nicht ideal, da er Trachten benötigt. Um die richtige Größe zu ermitteln, gibt es ein Fit-Kit, ein Set mit drei Kunststoffschalen ohne Gamasche. Kosten: rund 160 Euro pro Paar.

CAV_0711_Hufschuhtest_Produkte_Glove (jpg)
Hersteller
Easy Boot Glove

Funktion:
Der Glove ist sehr leicht. Eine Neopren-Gamasche befestigt ihn zusätzlich am Bein. Power-Straps (kleine Plastik-Stege) passen den Glove individuell an. Da Verstellmöglichkeiten fehlen, muss der Schuh millimetergenau sitzen. Die einzelnen Größen liegen nah beieinander.

Sitz am Huf:
Reitpony-Stute Pamina lief anfangs im Test mit Gloves. Dabei zeigte sich, wie genau sie sitzen müssen. Sobald Pamina flotter trabte, verdrehte sich der Schuh. Coretta trägt hinten Easyboot Gloves. Sie sitzen bei ihr sogar ohne die Power-Straps satt. Aber schon nach vier Wochen muss der Hufbearbeiter wieder ran: Der Glove passt nicht mehr. Wegen fehlender Trachten taugen Gloves nicht für Sunrise und Ashley.

Geländetest:
Coretta kommt mit diesen Schuhen wunderbar klar. Sie bleiben auch im flotten Wiesengalopp sicher am Huf.

Old mac’s G2 im Test

Der Schuh Old mac’s G2 von Easy-Care (www.easycareinc.com) passt vor allem Pferden mit asymmetrischen Hufen. "Der Old Mac‘s G2 ist flexibel. Er passt sich eher der Hufform an als andere Schuhe", sagt Bernd Jung.

Somit passt er sehr gut auf Hufe in der Umstellungsphase – wie bei Ashley, die vor einiger Zeit den Hufbearbeiter wechselte. Der Old Mac‘s braucht eine dreiwöchige Einlauf-Phase. Er reicht über den Kronrand und kann sonst zu Druckstellen führen. "Reiten Sie in der ersten Woche nur Schritt, in der zweiten können Sie dann traben und in der dritten galoppieren", empfiehlt Bernd Jung. Das Paar gibt es ab 225 Euro.

CAV_0711_Hufschuhtest_Produkte_OldMacsG2 (jpg)
Hersteller
Easyboot Old Macs G2

Funktion:
Der Old Mac‘s ist komplizierter. Innen fixieren ihn zwei diagonal verlaufende Fesselriemen. Dann wird der große Frontbereich darübergeklettet. Zum Schluss sichert eine Lederschnalle den Schuh.

Sitz am Huf:
Dieser Schuh ist das klobigste Modell im Test. Jedoch sitzt er bei Ashley und Sunrise wie angegossen. Er ist allerdings für beide Stuten auch die einzige Möglichkeit: Wegen der fehlenden Trachten und der unregelmäßigen Hufform kommen für Ashley und Sunrise ansonsten keine anderen Hufschuhe in Frage.

Geländetest:
Beide Reiterinnen sind vom Laufgefühl ihrer Pferde mit den Old Mac‘s sehr angetan. Schon nach wenigen Tagen laufen die Pferde nicht einmal mehr auf Schotter fühlig. Bergab geht Sunrise allerdings am Anfang sehr vorsichtig und zieht es vor, den Hang schräg hinunterzulaufen. Die Hufschuhe halten aber bei jedem Ausritt und in jeder Gangart. Nicht einmal als Sunrise im Gelände durchgeht, drehen sich die Schuhe am Huf.

Wie lange hält ein Hufschuh?

Testpferd Pandora hat ihre Renegades fünf Jahre genutzt und dabei nie verloren. Die Klettverschlüsse sind verschlissen und die Sohle ist durch. Wie lange Schuhe halten, hängt davon ab, wie oft man reitet, von der Bodenbeschaffenheit, dem Gewicht und dem Laufverhalten des Pferds. Im Schnitt halten Hufschuhe anderthalb bis drei Jahre.

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12 / 2022

Erscheinungsdatum 23.11.2022

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