Ausprobiert: CAVALLO-Redakteurin Lisa Rädlein probierte für unsere Reihe "Lisa in fremden Sätteln" dieses Mal den Distanzsattel aus. Thomas Hartig / TOMsPIC
Ausprobiert: CAVALLO-Redakteurin Lisa Rädlein probierte für unsere Reihe "Lisa in fremden Sätteln" dieses Mal den Distanzsattel aus.
Ausprobiert: CAVALLO-Redakteurin Lisa Rädlein probierte für unsere Reihe "Lisa in fremden Sätteln" dieses Mal den Distanzsattel aus.
Ausprobiert: CAVALLO-Redakteurin Lisa Rädlein probierte für unsere Reihe "Lisa in fremden Sätteln" dieses Mal den Distanzsattel aus.
Ausprobiert: CAVALLO-Redakteurin Lisa Rädlein probierte für unsere Reihe "Lisa in fremden Sätteln" dieses Mal den Distanzsattel aus. 17 Bilder

Ausprobiert: Wie fühlt sich ein Distanzritt an?

Ausprobiert: Wie fühlt sich Distanzreiten an? Lisa auf Langstreckenflug

Wie fühlt man sich in Sätteln, in denen man noch nie saß? CAVALLO-Fotografin Lisa Rädlein probiert es aus – und startet zum Schnupper-Distanzritt.

Ein bisschen Herzklopfen hat CAVALLO-Fotografin Lisa Rädlein vor diesem Termin schon. Aber nur aus Vorfreude: Denn die Reiterin nimmt heute Platz in einem Sattel, in dem sie noch nie saß – einem Distanzreitsattel. Und damit wird ein kleiner Traum wahr, wie sie zugibt: "Beim Distanzreiten gefällt mir vor allem der Teamgeist. Denn Reiter und Pferd müssen eins sein, damit beide gesund ins Ziel kommen. Dazu der Mix aus flottem Tempo und draußen in der Natur zu sein... ich gebe zur, ich träume schon seit Jahren davon, mal einen Distanzritt auszuprobieren."

Für diesen Schnupperritt fahren wir nach Dietmannsried ins Allgäu, auf das Gestüt Schilcherhof (www.schilchernhof.de). Das wird geleitet von Sibylle Markert-Baeumer. Die Araber-Züchterin war 2009 und 2011 Deutsche Meisterin über die "Königsdistanz" von 160 Kilometern. Die Distanz-Meisterin begleitet Lisa auch heute auf dem Ritt. Lisa darf sich dafür Schimmelstute Kareefa satteln; die 12-jährige Stute ist schon 160-Kilometer-Ritte gegangen.

Wie es Lisa Rädlein auf ihrem ersten Mini-Distanzritt ergangen ist? Schnuppern Sie doch über unsere Bildergalerie mit der CAVALLO-Fotografin in den Distanzsattel hinein!

Was brauchen Sie für Ihren ersten Distanzritt?

Sie bereiten sich auf Ihren ersten Distanzritt vor? Dann finden Sie hier hilfreiche Tipps für die notwendigen Vorbereitungen.

1. Ritt auswählen

Termine und Meldeformulare für Distanzritte in Deutschland finden Sie online bei der Dachorganisation des Distanzsports in Deutschland, der VDD (Verein der Distanzreiter- und Fahrer e.V.): www.vdd-aktuell.de

Diese Distanzritte gibt es:

  • Kurze Distanzritte (KDR): 41 bis 60 Kilometer, Mindestalter der Pferde ist sechs Jahre.
  • Mittlere Distanzritte (MDR): 61 bis 80 Kilometer, Mindestalter der Pferde ist sechs Jahre. Wer teilnehmen will, muss wie für lange DIstanzen einen Qualifikationsweg durchlaufen.
  • Lange Distanzritte (LDR): 81 bis 160 Kilometer, Mindestalter der Pferde ist sieben Jahre.
  • Einführungsritte (EFR): 25 bis 40 Kilometer. Mindestalter der Pferde: fünf Jahre. Gestartet wird oft in kleinen Gruppen. Gewertet wird nicht nach Zeit, sondern nach Leistungsklassen (die Abweichung der gerittenen Zeit von einer vorgegebenen Idealzeit wird errechnet), einer Kombination aus Pulswerten und Zeit oder nach Sonderkriterien.

Für Einführungsritte und kurze Distanzen sind keine Nachweise über Ritte oder Abzeichen und auch keine Mitgliedschaft in der VDD nötig, Nicht-Mitglieder bezahlen ein höheres Startgeld.

2. Packliste

Das sollten Sie mitnehmen:

  • Paddockmaterial (Zaunstangen, Litzen, mobiles Weidezaungerät)
  • Mehrere Wassereimer zum Trinken lassen und Waschen nach dem Ritt
  • Schwämme und Handtücher zum Waschen
  • Ca. 50 Liter Wasser in Kanistern sind hilfreich, so können Sie die Tränkeeimer gleich füllen, ohne erst den Wasseranschluss auf dem Gelände suchen zu müssen
  • Eine Regendecke und zwei Abschwitzdecken, unabhängig vom Wetter (bei manchen Ritten ist es Pflicht, eine Decke am Pferd mitzuführen, darauf wird in der Ausschreibung hingewiesen)
  • Wechselkleidung für den Reiter
  • Sonnen- und Mückenschutz für Reiter und Pferd
  • Heunetz für die Fahrt, Heu für die Verpflegung vor Ort (kleine Ballen oder lose z. B. in Gartenlaubsäcken)
  • Sattel, Zaumzeug und Sattelunterlage in frisch kontrolliertem Zustand

Tipp: Das Pferd kann in den Tagen vor dem Ritt eine größere Raufutterration erhalten – sofern es nicht sowieso freien Zugang zu Heu hat. Darüber hinaus ist eine besondere Fütterung vor einem Einführungsritt nicht notwendig!

3. To Do's am Starttag

  • Paddock aufbauen: Spätestens zwei Stunden vor dem Start sollte das Pferd vor Ort auf dem Paddock stehen, damit es genug Zeit hat, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen und noch genug Heu/Gras fressen und trinken kann.
  • Nennstelle aufsuchen: Hier erhalten Sie Startnummer, Checkkarte (immer bei sich tragen!), die genaue Startzeit und eine Streckenkarte (wichtig, falls einmal einzelne Wegmarkierungen fehlen sollten). Genügend Bargeld mitnehmen, falls Sie Nenngeld, Startgeld und Gebühr für den Paddock nicht vorab überwiesen haben; falls Verpflegung angeboten wird, kostet das extra. Auf dem Rückweg suchen Sie schon mal den Ort der Voruntersuchung.
  • Vorbesprechung besuchen: Die Uhrzeit ist im Nennformular angegeben. Hier gibt es Infos zur Streckenführung, den Pausen, Pulskontrollen etc., zudem gibt es Zeit für Fragen. Keine Pflicht, aber unbedingt zu empfehlen!
  • Sich selbst versorgen: Frühstücken, Rittkleidung anziehen, Toilette. Rittkarte, Checkkarte und vielleicht einen Riegel für unterwegs einpacken.
  • Voruntersuchung: Geputzt und mit Halfter oder Trense, einer Abschwitzdecke, dem Equidenpass und der Checkkarte wird das Pferd zum Platz der Voruntersuchung geführt. Inklusive Wartezeit kann diese etwas dauern, selten jedoch länger als 45 Minuten. Wenn danach noch Zeit ist, darf das Pferd noch mal auf den Paddock, ansonsten satteln Sie gleich danach.
  • An den Start gehen: Ein paar Minuten vor der Startzeit Ihres Ritts begeben Sie sich zum Startareal. Findet der Start in kleinen Gruppen statt, wird sich die Gruppe nach und nach hier einfinden.
  • Pausen-Areal erreichen: Ein Pulswert von <=64/min beim Pferd muss innerhalb von 20 Minuten erreicht sein. Die Zeit bis zum Erreichen dieses Wertes kann als Reit- oder Pausenzeit gewertet werden. Die Länge der Pause wird in der Ausschreibung aufgeführt. Während der Pause wird das Pferd dem Wetter entsprechend eingedeckt und mit Wasser, Gras/Heu versorgt. Auch der Reiter sollte eine Kleinigkeit essen. Es erleichtert den Ablauf, wenn eine helfende Person ("Trosser") an den Pausenplatz kommt.
  • Pferd versorgen: Es muss abgesattelt, gewaschen, mit Wasser und Futter versorgt und anschließend zumindest mit einer Abschwitzdecke gegen Wind geschützt werden.
  • Nachuntersuchung: Frühestens nach zwei Stunden darf das Pferd hier vorgestellt werden.

4. Die Untersuchungen

Ohne Voruntersuchung ist kein Start möglich. Der Tierarzt beurteilt die Schleimhäute, den Muskeltonus, die Sattellage, den Zustand der Hufe und notiert den Hufschutz, er horcht Herz und Lunge ab und hört, ob die Darmgeräusche normal sind

Dann wird das Pferd vorgetrabt – es soll dabei willig mitlaufen und den Kopf frei tragen dürfen. Alle Werte trägt der Tierarzt in die Checkkarte ein.

Frühestens nach zwei Stunden nach dem Ritt darf das Pferd zur Nachuntersuchung. Dazu wird es geputzt und dann dem Tierarzt zusammen mit der Checkkarte vorgestellt. Erst mit dem Ende der Nachuntersuchung erteilt der Tierarzt die Transportfreigabe und der Ritt ist beendet.

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