Das sagt die Mentaltrainerin:

ist Springreiterin, Kinesiologin und Mental-Coach für Reiter. Klarer Fokus ihrer Arbeit: mentale Blockaden lösen und innere Stärke sichtbar machen.
"Ich habe mir immer die Messlatte hochgelegt und wollte mir keine Fehler erlauben. Das führte dazu, dass ich vor der Prüfung oder spätestens in der Mitte des Parcours, wenn alles gut gelaufen ist, sehr nervös wurde. Ich wollte unbedingt alles perfekt machen. Mir hat es geholfen, genaue Ziele zu formulieren und eine Art Handwerkskoffer zusammenzustellen, den ich in solchen Situationen anwende. Dieser Koffer kann aus verschiedenen Tools bestehen: Leitsätze, Klopftechniken, Bewegungs- oder Atemübungen zum Beispiel – alles, was dabei hilft, bei sich zu bleiben. Das Wichtigste ist allerdings die Basis, sprich das Zeitmanagement und die Personen, die mich aufs Turnier begleiten. Ich muss mich mit diesen Faktoren zuerst wohlfühlen, damit ich stressfrei in eine Prüfung reiten kann. Die von mir angewandten Übungen haben direkt einen beruhigenden Effekt auf das Nervensystem. Sie senken das Stresslevel und ermöglichen, dass ich mich mehr auf mich und mein Pferd fokussiere als auf das Außen. Es bietet sich an, solche Techniken erst einmal im Alltag und im Training zu üben. Außerdem sollte man mit seinem Trainer genau besprechen, was das Ziel für den Ritt ist. Das kann sonst zusätzlich zu Druck und Unstimmigkeiten führen."
Das sagt die Showreiterin:

ist als Influencerin auf Instagram bekannt unter dem Namen "dancinghorses". Die Showreiterin setzt auf feines Reiten, Ausstrahlung und abwechslungsreiche Programme. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Ausbildung und Förderung junger Pferde – vom täglichen Training bis zur Vorbereitung auf Auftritte und Turniere.
"Ich war besonders vor Dressurprüfungen aufgeregt – bis zu einem Punkt, an dem ich regelrecht erstarrt bin vor Anspannung. Turnierreiten war für mich schon grundsätzlich aufregend, weil ich nicht von Klein auf hineingewachsen bin, sondern erst mit 18 meine ersten Turniere ritt. Und das auch noch als Person in der Öffentlichkeit – da habe ich mir viel Druck gemacht. Ich musste lernen zu akzeptieren, dass Turnierreiten wie eine Disziplin ist, die man einfach üben muss und auch Fehler erlaubt sind. Mir persönlich hat Hypnose dabei sehr geholfen. Dort habe ich ein inneres Bild eingeübt, mit dem ich mich gut fühle und das ich mir immer vor Augen rufen kann, wenn ich vor einer Prüfung aufgeregt bin. Außerdem hilft es mir, wenn die äußeren Gegebenheiten gut funktionieren. Gerade wenn man mit dem Turnierreiten beginnt, kann es hilfreich sein, den Trainer oder die Trainerin mitzunehmen und das Abreiten wie eine normale Reitstunde zu behandeln, an deren Ende man eben noch die Prüfung reitet. Ansonsten höre ich beim Abreiten Musik, um hundert Prozent bei mir zu bleiben und alles andere auszublenden. Die Organisation ist außerdem sehr wichtig. Ich möchte genug Zeit haben, um alles in Ruhe machen zu können – aber nicht zu viel Zeit, um ins Grübeln zu kommen, während man auf seinen Start wartet."
Das sagt die Springreiterin:

Die Springreiterin gehört seit vielen Jahren zur nationalen und internationalen Spitze. Sie ist mehrfach für Deutschland bei Nationenpreisen sowie bei Europa- und Weltmeisterschaften gestartet und hat zahlreiche Siege und Platzierungen in Großen Preisen sowie im Weltcup erreicht. Sie steht für sportliche Konstanz auf höchstem Niveau und die Ausbildung leistungsstarker Springpferde.
"Ich mag das Gefühl, wenn der Körper Adrenalin aus- schüttet – das schärft die Sinne und verbessert den Fokus. Gerade auf dem Abreiteplatz muss meine ganze Aufmerksamkeit auf mein Pferd gerichtet sein. Äußere Eindrücke auszublenden, hilft, sich auf die kommende Aufgabe zu fokussieren und mit seinem Pferd eine Einheit herzustellen. Für mich gehört Aufregung und Anspannung auf dem Turnier dazu. Ich versuche, es nicht als Gegner zu betrachten, sondern diese Energie in etwas Positives umzuwandeln: etwa das Vertrauen, dass ich mit meinem Pferd über mich hinauswachsen kann. An der Aufregung merke ich auch, dass mir wichtig ist, was ich gerade tue. Den Mut zu bewahren, selbst wenn es mal nicht gut gelaufen ist, ist das Schwierigste am Sport. Mir hilft, wenn ich mir vor Augen führe, dass eine Prüfung immer eine Momentaufnahme ist. Am besten legt man den Fokus nicht auf das Ergebnis einer einzelnen Prüfung, sondern setzt sich kleinschrittige Ziele und versucht, immer nur die nächste Aufgabe im Blick zu haben. Negative Erlebnisse und Gedanken versuche ich schnell hinter mir zu lassen, um wieder mit positiver Energie und einem guten Gefühl aufs Pferd zu steigen."





