Runder Tisch - Richtig reiten Lisa Rädlein

Runder Tisch in der CAVALLO-Redaktion

Wie reiten wir richtig?

Debatte um korrekte Pferdeausbildung: CAVALLO lud erstmals Ausbilder verschiedener Reitweisen an einen Tisch. Es gab Streit und Gemeinsamkeiten!

Die FN-Reiter spornieren hinten und ziehen vorne, die Barocken schleichen im Schneckentempo, die Légèreté-Schüler halten die Hände oben und die Vertikalen den Pferdekopf. Jede Reitweise hat ihre Schublade, in die wir sie gerne stecken. Manche ihrer Anhänger wiederum gehen so sehr in ihren eigenen Reitmethoden auf, dass ihnen alle anderen Wege falsch erscheinen. Wie weit das gehen kann, erlebten wir, nachdem im Januar unser Titelthema "Dehnen? Ja, bitte!" erschien.

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Experten widerlegten darin die Argumente von Reitausbilder Manuel Jorge de Oliveira und seinen Schülern gegen die Dehnungshaltung. Redakteurin Nadine Szymanski berichtete über ihre negativen Eindrücke von Reitern und Pferden, die an den Oliveira Stables nach der vertikalen Schule ausgebildet wurden. Wir reiten richtig, war deren Reaktion. Und alle anderen nicht? Das schreit nach Gesprächsbedarf. Was ist richtig? Alles, was pferdegerecht ist – oder nicht? Wir vermuten, dass die verschiedenen Reitweisen mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede haben.

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Mal streiten sie sich, dann lachen sie wieder. Nicht in jedem Punkt waren sich die Experten einig, aber in einer Sache schon: Im Dressursport gibt es zu viele schlechte Reiter und zu wenig gute Ausbilder. Das muss sich dringend ändern.

Um das herauszufinden, haben wir Ausbilder der klassischen deutschen Reitlehren, der Schule der Légèreté, der klassisch-barocken Reiterei sowie der vertikalen Schule zum Austausch am "Runden Tisch" eingeladen: Richard Hinrichs, Knut Krüger, Katja Lauer, Manuel Jorge de Oliveira und Dr. Britta Schöffmann.

Und weil richtiges oder falsches Reiten sich in erster Linie auf die Gesundheit des Pferds auswirkt, saßen auch die Tierärzte Dr. Maximilian Pick und Dr. Birgit Schock am Tisch. Beide sind aktive Reiter. Dr. Pick besitzt seit über 50 Jahren Pferde. Dr. Schock trat als Expertin gegen die Dehnungshaltung in der DVD "Der Jahrhundertirrtum Vorwärts-Abwärts" auf, die in den Oliveira Stables entstanden ist. Früher ritten wir "englisch" oder "western". Inzwischen boomen viele andere Reitweisen. Brauchen wir Alternativen zum Ausbildungssystem der FN?

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Dr. Maximilian Pick, Fachtierarzt für Pferde, Tierschutz und hippologischer Gutachter.

"Als ich Reiten gelernt habe, gab es nichts anderes als den klassischen Reitverein", erzählt Dr. Birgit Schock. "Jahre später, als ich immer wieder an Grenzen stieß und nicht weiterkam, habe ich begonnen, die Art zu reiten, die ich gelernt habe, in Frage zu stellen. Ich habe mich nach Alternativen umgesehen. Bei Manuel Jorge de Oliveira habe ich einige Wochenendlehrgänge besucht. Das, was ich dort erlebt habe, hat mich überzeugt."

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Dr. Birgit Schock, Tierärztin in Wangen/Allgäu und Pferdeosteopathin. Sie ist Schülerin von Manuel Jorge de Oliveira.

Dass Richard Hinrichs, der ebenfalls als Kind schon im Sattel saß, nicht im Reitverein landete, sondern auf einem nach der Wiener Schule ausgebildeten Pferd piaffieren durfte, war quasi schon in seiner Geburtsurkunde festgeschrieben. Seine Eltern nahmen Unterricht beim ehemaligen Bereiter der Wiener Hofreitschule Ludwig Zeiner. Die klassische Reitkunst begleitete ihn sein Leben lang – in Praxis und Theorie. Hinrichs hat viel zu erzählen und holt deshalb erst einmal weit aus.

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Richard Hinrichs: Präsident des Bundesverbands für klassisch-barocke Reiterei und Gründer des Instituts für klassische Reiterei in Hannover.

Wir erfahren von ihm, dass Guerinière am Hof Ludwigs XV. Pferde so ausbilden musste, dass die Herrschaften im Sattel nicht Kopf und Kragen riskierten und es in Bückeburg noch eine Longierhalle mit einer Winde gibt, über die man die Kinder beim Reiten sichern konnte, damit sie nicht vom Pferd fielen. Die Runde lacht, Hinrichs schmunzelt: "Bis jetzt haben Sie noch nichts verpasst. Nun komme ich zum Kern!"

Turniere sind nicht das Ziel

Alle spitzen die Ohren, als er fortfährt: "Nicht jedes Pferd erfüllt die Anforderungen, mit Erfolg auf einem Turnier vorgestellt zu werden. Vielleicht kann ein Norweger toll piaffieren, aber keine Trabverstärkungen zeigen. Der Kaprioleur wird nicht dadurch entwertet, dass er keine A-Dressur gewinnen kann. Wir bieten mit dem Bundesverband für klassisch-barocke Reiterei ein Auffangbecken für die Reiter, die kultiviert reiten und ihr Pferd entsprechend seiner individuellen Veranlagungen strahlen lassen möchten.

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Katja Lauer: war in Dressur und Springen bis S erfolgreich, ist Reitlehrerin der Schule der Légèreté.

Wenn mehr gute, qualifizierte Ausbilder solchen Pferden und Reitern gerecht werden könnten, bräuchten wir unseren Verband nicht." Katja Lauer war wie Dr. Schock viele Jahre in der FN-Reiterei zu Hause, ritt unter anderem bei Fritz Tempelmann. Seit 2013 ist sie lizenzierte Reitlehrerin der Schule der Légèreté. Wie kam’s?

"Ich bin bei der Légèreté gelandet, weil dort anders mit den Pferden umgegangen und kommuniziert wird und mir die Hilfengebung logischer erschien. Das Ziel ist ein Pferd, welches mit leichten Hilfen geritten wird – das kannte ich vorher so nicht. Ich war bei mehreren FN-Ausbildern und es war immer das Gleiche: Druck, Druck und noch mehr Druck." Das scheint Dr. Britta Schöffmann zu überraschen, denn sie hakt ein: "Aber doch nicht bei Herrn Tempelmann?"

Lauer erwidert: "Nein, aufgefallen ist mir das später. Ich fühle mich in der Légèreté sehr wohl, auch weil ich nun anderen Pferdetypen als dem FN-Dressurpferd gerecht werden kann. Nicht jedes Pferd dehnt sich von selbst oder richtet sich von sich aus auf. Nun habe ich für alle Pferde einen Lösungsansatz." Dr. Schöffmann schüttelt den Kopf: "Ich sehe das eher als eine Sache der Erfahrung als der Reitweise." Lässt die FN-Reitlehre Reitern und Pferden zu wenig Raum, sich individuell zu entwickeln?

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Dr. Britta Schöffmann, Dressurreiterin, FN-Richterin und bildet Pferde bis Grand-Prix aus.

Dr. Britta Schöffmann, Dressurausbilderin und FN-Richterin, widerspricht: "Die Richtlinien sind als grober Rahmen für die gesamte Pferdeaubildung zu sehen und nichts daran ist falsch! Ich bin nicht bei Herrn Hinrichs, wenn er sagt, das Ziel wäre ein turnierreifes Dressurpferd. Das Ziel ist ein gut gerittenes Pferd, das ich als Reiter sicher führen kann und das so gymnastiziert ist, dass es in die Lage versetzt wird, den Reiter schadlos zu tragen."

Es gibt kein Rezept fürs Reiten

Sie betont: "Ich glaube, dass viele gerne ein Rezept fürs Reiten hätten wie für eine Diät in der Frauenzeitschrift. Das geht aber nicht! Reiten bringt uns immer wieder an einen Punkt, wo wir an uns selbst verzweifeln. Es ist wichtig, dass Reiter lernen zu begreifen, dass sie selbst die Ursache für die meisten Probleme sind. Und das hat nichts mit einer Reitweise zu tun. Es gibt nicht die einzig wahre Methode. Wenn Philippe Karl manche der Légèreté-Lehrgangsteilnehmer sehen würde, die zu Hause nur noch mit hohen Händen im Schleichtempo reiten, bekäme er einen Herzinfarkt."

Die Runde bricht in Gelächter aus. Auch Katja Lauer kann sich das Lachen nicht verkneifen. Dr. Schöffmann fährt fort: "Wir haben alle Pferde unterm Hintern. Aber wir müssen sie reiten können. Und das ist unfassbar schwer."

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Knut Krüger: lernte bei Major a.D. Paul Stecken und Waldemar Reiß. Unterrichtet nach den Grundsätzen der H.Dv.12.

Auch Reitausbilder Knut Krüger sieht die deutsche Reitlehre als wichtige Basis. Die H.Dv.12 sei geschrieben worden, um in erster Linie Reitern zu helfen, die weniger erfahren oder talentiert sind. "Die H.Dv.12 ist ohne die richtigen Ausbilder nur die Hälfte wert. Heute werden einzelne Elemente herausgepickt und wichtige Punkte weggelassen. Das Wellen- und Hangbahntraining zum Beispiel war doch genial: So fanden die Pferde von sich aus unter dem Sattel ihr Gleichgewicht, wenn ihre Reiter nicht in der Lage waren, ihnen das zu vermitteln."

Zu viel Druck bei der FN-Reiterei?

Dass viele FN-Ausbilder kein korrektes Reiten vermitteln, haben wir nun mehrfach gehört. Was läuft schief? "Ich sehe das Dilemma des Verbands. Wenn ich nur die Guten zu Ausbildern werden lasse, dann bleiben nicht viele übrig. Also werden auch Ausbilder zugelassen, die nicht so brillant sind", meint Dr. Britta Schöffmann, die noch einmal betont, dass es in der FN nicht darum gehe, Druck zu lehren. "Doch!", widerspricht Katja Lauer. Dr. Schöffmann entgegnet: "Nein eben nicht! Es ist ein Unterschied, ob ich ein Ausbilder bin, der Druck lehrt, oder ob ich sage, es steht in den Richtlinien. Das ist ein menschliches Problem, aber nicht eines der Richtlinien." "Ich sehe das Problem auch bei den Richtern", ärgert sich Krüger. "Die hätten es in der Hand, ein Pferd, das nicht losgelassen und taktrein geht, entsprechend schlecht zu werten."

Für die Ausbildung würden sich aber viele Richter offenbar nicht zuständig sehen, erklärt Dr. Britta Schöffmann. Und dass auf Turnieren nicht immer ehrlich gerichtet wird, könnte daran liegen, dass die Richter Angst haben, von Turnierveranstaltern nicht mehr eingeladen zu werden. Der Druck auf die Richter werde mit den höheren Turnierklassen immer größer. "Ich gehe nur noch ungerne auf Turniere", sagt Dr. Maximilan Pick, der als Fachtierarzt für Tierschutz an den Leitlinien für Pferdehaltung und Pferdesport mitgewirkt hat. "Die Tierqäulerei da möchte ich mir nicht anschauen.

Einmal fragte ich am Abreiteplatz meine Frau, ob es denn hier keinen Richter gäbe, der die Aufsicht hat. Die Reiterin, die ich so entsetzlich fand, hat hinterher im Viereck die S-Dressur gewonnen. Wenn schlechte Reiterei zum Erfolg führt, ohne dass ein Richter einschreitet, dann ist es um unseren Sport heute sehr schlecht bestellt."

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Isabella Sonntag (links), Geschäftsführerin des Verlags Wu Wei Welt e.K., dolmetscht für Oliveira.

Herr Oliveiras feines Gesprür fürs Pferd

Es ist also Frust, der Reiter nach Alternativen schauen lässt? Ja, da sind sich Richard Hinrichs, Katja Lauer, Dr. Maximilian Pick, Dr. Birgit Schock, und Dr. Britta Schöffmann wohl einig. Reitausbilder Manuel Jorge de Oliveira meint, es sei eher Verwirrung: "Es gibt viele Wege zu reiten. Aber es gibt nur einen guten Weg." Was ihm fehlt, ist das Gespür fürs Pferd und die korrekte Ausbildung an der Basis – "Equitation" nennt er es. Im Dressursport würde es nicht vermittelt und den Richtern fehle es auch. "Die Leute kommen zu mir und ich zeige ihnen, wie eine korrekte Piaffe geht.

Dann sagen sie: Wenn ich die so reite, bekomme ich dafür keine gute Wertnote. Ich bin mir Herrn Dr. Pick einer Meinung: Der Dressur-Turniersport ist ein Desaster!" Dr. Schöffmann fragt, ob er denn wisse, was eine gute Piaffe ausmacht: "Sie beschweren sich über desaströses Reiten auf Turnierplätzen und ich sehe so viele Videos auf Ihren Online-Kanälen, die für mich schlechtes Reiten zeigen.

Und Sie und Ihre Schüler sagen, das ist wunderschön?", setzt sie nach. Oliveira antwortet: "Wenn Sie die Wahrheit des Reitens nicht erkennen, haben Sie ein Problem. Wollen Sie eine gute Piaffe sehen? Ich lade Sie gerne zu mir ein." Zwischen beiden kocht eine Diskussion über verschiedene Themen hoch. Zum Beispiel über die Dauer einer Trainingseinheit. Während Oliveira sagt, zehn bis zwanzig Minuten Arbeit am Tag wären meistens genug und iberische Pferde bräuchten nicht unbedingt eine Aufwärmphase im Schritt, ist Dr. Schöffmann der Meinung, diese Zeit reiche nicht aus, um ein Pferd unter physiologischem Aspekt auf die Arbeit vorzubereiten und zu lösen. Auf welche Grundlagen und Ziele für eine gesunde Pferdeausbildung können wir uns einigen?

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Zugegeben: Der runde Tisch ist doch recht eckig ausgefallen. Dr. Britta Schöffmann (rechts) und Richard Hinrichs (2. v. r.) hatten die weiteste Anreise zu uns in die Redaktion nach Stuttgart. Manuel Jorge de Oliveira (3. v. r.) kam aus Bayern.

"Takt, Losgelassenheit und Anlehnung sind die Grundlagen der Pferdeausbildung", fasst Dr. Schöffmann zusammen. "Die Ausbildungsskala hat ihren Sinn, auch wenn ich finde, dass wir sie nicht zu starr sehen sollten. Pferde mit hoher Versammlungsfähigkeit etwa können, wenn sie ausreichend entwickelt sind, früher mit versammelnden Übungen anfangen als solche, die ein dafür ungünstigeres Gebäude mitbringen.

Erst lösen, dann versammeln?

Das versammelte, ausbalancierte Pferd ist aber letztlich das Ziel der Dressurausbildung." Richard Hinrichs hat die gleiche Zielvorstellung: erst lösen, dann versammeln. "Wobei man sagen muss, dass es in der H.Dv.12 nur zwei lösende Übungen gibt – die Vorhandwendung und das Schenkelweichen", betont er. "Als Hilfestellung für den nicht so begabten Reiter ist das ja ganz vernünftig. Doch es gibt auch versammelnde Übungen, die zugleich lösend sein können."

Er ergänzt: Viele Reiter vernachlässigen aber, ihrem Pferd eine Richtung vorzugeben. "Wenn ein Mensch mit seinem Pferd die Bahn betritt, sehe ich schon, ob er sein Pferd führen kann oder nicht. Michael Geitner hat mit seinen Dualgassen eine geniale Idee gehabt, es den Reitern leichter zu machen." Dr. Maximilian Pick stellt fest, dass alle sich im Wesentlichen doch einig seien. "Ich bin da ganz bei Paul Stecken: Gutes Reiten genügt! Die FN muss ihrer Verantwortung gerecht werden und dafür sorgen, dass die breite Masse gut aus- gebildet wird. Man kann nicht so reiten, dass das Unrecht zum Himmel schreit. Auf dem Turnier müssen solche Fälle disqualifiziert werden."

"Die Reitlehre der H.Dv.12 ist ja eine Grundlage für die breite Masse", entgegnet Knut Krüger. "Wir brauchen dringend mehr gute Ausbilder, die sie vermitteln."

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CAVALLO-Chefredakteurin Linda Krüger.

Auch er sieht Losgelassenheit als Grundlage für Versammlung. "Erst wenn das Pferd unter dem Sattel die gleiche Qualität der Gangarten hat wie vor dem Anreiten, kann ich an Versammlung denken." Versammlung sei die Basis des Reitens, sagt Manuel Jorge de Oliveira. "Die Fähigkeit, sich zu versammeln, sorgt dafür, dass das Pferd gesund bleibt." Für die meisten iberischen Pferde und auch für viele deutsche Warmblüter würde die starre Form der Ausbildungsskala nicht funktionieren. Für Katja Lauer ist grundlegend, dass das Pferd sie versteht. Erst daraus könnten Entspannung, Takt und Anlehnung ent- stehen. "Auch ich bin der Meinung, dass die FN sich um eine bessere Ausbildung bemühen muss."

Das Pferd muss im Mittelpunkt stehen

In einem Punkt sind sich also alle einig: Die klassische deutsche Reitlehre ist in ein schlechtes Licht gerückt, weil FN-Ausbilder und Richter korrektes Reiten nicht mehr ausreichend vermitteln und anerkennen. Umso wichtiger wäre es, gemeinsam für pferdegerechtes Reiten einzustehen, anstatt die eigenen Ausbildungswege als die einzig richtigen zu verteidigen. Es gibt eine gemeinsame Basis!" Ich finde: Gutes oder schlechtes Reiten hat nichts mit der Reitweise zu tun.

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Nadine Szymanski, Co-Moderatorin des Runden Tischs.

Die Grundlagen für eine gesunderhaltende und pferdegerechte Ausbildung bilden die gemeinsame Basis, an deren Anfang meiner Meinung nach immer die Losgelassenheit stehen muss. Ohne die gibt es weder Takt noch Anlehnung. Und erst daraus können sich Schwung, Geraderichtung und Versammlung entwickeln. Ja, die Ausbildungsskala der FN hat ihren Sinn – aber die Punkte sollten ineinandergreifen. Leider sehen wir heute kaum noch losgelassene Pferde. "Richtig reiten reicht" – ein Satz, der absolut stimmt.

Doch wie fühlen wir, was richtig ist? Es gibt da so ein Gefühl, das für mich Suchtpotenzial hat: Mein Pferd geht entspannt, fleißig und wie ein Uhrwerk. Ich spüre bei leichtem, elastischen Zügelkontakt, wie der Schwung von der Hinterhand über den Rücken übertragen wird und in meiner Hand ankommt. Mein Pferd fühlt sich breiter an, ist rundum geschmeidig und atmet tief in den Bauch. Es reagiert auf Hilfen, die ich noch nicht gegeben habe. Das ist Reiten auf Wolke Sieben. Und das kann nur richtig sein. Egal, auf welche (Reit-)Weise wir das geschafft haben!

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