Aufstieghilfe Lisa Rädlein
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So lernen Pferde, an der Aufstieghilfe einzuparken

Entspannt Aufsteigen So lernen Pferde, an der Aufstieghilfe einzuparken

Dem Pferd mit dem Hocker hinterherzulaufen, ist nervig und schlecht für die Beziehung. So lernt Ihr Pferd in 7 Schritten, entspannt einzuparken.

1. Den Kopf senken

An der Aufstieghilfe zu stehen, sollte Ihr Pferd mit Entspannung verbinden. Ein relaxtes Pferd lässt den Oberhals fallen und aktiviert dabei den Teil des Gehirns, der fürs Denken bestimmt ist; ein hoch getragener Kopf signalisiert dagegen Fluchtbereitschaft. Mit etwas Training können Sie den Entspannungsmodus aktivieren, indem das Pferd lernt, den Kopf zu senken.

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Gute Aufstiegschancen So lernen Pferde, an der Aufstiegshilfe einzuparken
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Die Übung zeigt gleichzeitig, wie gut das Pferd auf Druck nachgibt. Reagiert ein Pferd bei leichtem Druck, akzeptiert es die Führung des Menschen und vertraut ihm. Um den Kopf zu senken, legen Sie Ihre Finger aufs Genick hinter die Ohren und üben leichten Druck aus, wie bei einer sanften Massage.

Drückt das Pferd dagegen, lassen Sie den Druck unverändert, bis es die Lösung im Kopfsenken findet. Gibt es dem Druck nach unten nach, loben Sie es mit der Stimme und nehmen den Druck weg. Reagiert Ihr Pferd nicht auf den Druck-Impuls, erhöhen Sie ihn um eine Nuance. Weicht das Pferd zur Seite aus, bleiben Sie beständig. Geben Sie dem Pferd immer ein paar Sekunden Zeit, bevor Sie Druck steigern.

2. Ruhiges Stehen auf dem Reitplatz

Der Reitplatz soll ein Wohlfühl-Ort für Sie und Ihr Pferd sein. Darum ist es sehr wichtig, dass Ihr Pferd dort jederzeit Pausen machen kann und gerne ruhig steht.

Dabei hilft es vielen Pferden, wenn man sie am Widerrist krault. Dort sitzt eine Art Wohlfühlknopf, an dem sich Pferde gerne gegenseitig beknabbern. Oft sind sie auch dankbar, wenn der Mensch sie dort krault, weil sie ihn alleine nicht erreichen.

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Nervöse Pferde bauen ihren Stress gerne in Bewegung ab und müssen erst lernen, dass man sich auch im Stehen entspannen kann. Eine Strategie ist, eine anstrengende Übung wie Rückwärts, Hinterhandverschieben mit kreuzenden Beinen oder Seitwärts zu fordern und als Pause das Halten anzubieten.

Da Pferde beim Seitwärts mitdenken müssen, um sich zu koordinieren, aktiviert es Gehirnareale, die fürs rationale Denken zuständig sind statt fürs Flüchten. Nach solchen Übungen nehmen Pferde gut das Halten und die Pause an. Machen Sie anfangs kurze Pausen von zwei, drei Sekunden.

3. Die Hinterhand zu sich holen

Mit dieser Übung lernt Ihr Pferd, der Gerte über dem Rücken zu weichen und auf Sie zuzugehen. Wichtig: Bevor Sie mit dieser Übung starten, sollte das Pferd gelernt haben, mit der Schulter zu weichen und den Menschen zu respektieren. Es könnte Sie sonst mit der Schulter wegschieben.

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Stellen Sie Ihr Pferd in einem 30-Grad-Winkel zur Bande hin (siehe Foto). Steht es ruhig, nehmen Sie die Gerte über den Rücken und tippen es auf dieser Seite an der Hinterhand an, bis es mit der Kruppe auf Sie zukommt. Dabei kann es helfen, wenn Sie seinen Kopf von sich wegstellen, da die Hinterhand dem Kopf weicht.

Sobald das Pferd einen Schritt in Ihre Richtung gemacht hat, Pause und Loben. Weicht es in die falsche Richtung, tippen Sie, bis es die Lösung in Ihre Richtung findet.

Sie sollten jeden Schritt kontrollieren können, dabei gehen Sie so vor: Tippen – Reaktion des Pferds – Pause – Tippen – Reaktion – Pause. Die Pausen sind auch wichtig, damit das Pferd das Gelernte verarbeitet.

4. Die Aufstieghilfe kennenlernen

Bevor Sie Ihr Pferd an die Aufstieghilfe holen, darf es sie natürlich untersuchen und kennenlernen. Stellen Sie Ihre Aufstieghilfe in die Mitte der Bahn, so dass drum herum genug Platz ist, falls das Pferd doch mal zur Seite hüpft. Dann schicken Sie es am langen Seil Richtung Hocker und fokussieren diesen selbst. Möchte das Pferd daran schnuppern, lassen Sie das unbedingt zu.

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Hat Ihr Pferd eher Angst, lassen Sie ihm Zeit, sich damit zu beschäftigen. Sobald Pferde Dinge mit der Nase berühren und dabei feststellen, dass etwas nicht gefährlich ist, fassen sie normalerweise schnell Vertrauen.

Eher selbstbewusste Kandidaten beginnen recht schnell, Dinge mit den Vorderbeinen weiter zu untersuchen. Dann sollten Sie Ihr Pferd wieder rückwärts oder weiter schicken. Schnuppern ist erlaubt, drauftreten nicht. Akzeptiert Ihr Pferd den Hocker und hat keine Angst davor, können Sie zum nächsten Trainingsschritt übergehen.

5. Hocker auf Schulterhöhe

Im nächsten Schritt geht es darum, dass Ihr Pferd die Aufstieghilfe an seiner Seite akzeptiert. Dazu sollte es bereits ruhig und entspannt stehen können – Schritt zwei sollte also schon gefestigt sein.

Sobald Ihr Pferd ruhig in der Mitte der Bahn steht, stellen Sie den Hocker an die Stelle, an der Sie ihn später zum Aufsteigen brauchen. Wichtig: Üben Sie unbedingt von beiden Seiten. Pferde können nicht so gut von links auf rechts schließen, weil ihre Gehirnhälften sich nur schlecht und langsam austauschen. Daher müssen sie alles von beiden Seiten lernen. Das fördert auch die Balance und Geraderichtung.

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Hat Ihr Pferd noch Mühe damit, an der Aufstieghilfe ruhig zu stehen und wird nach kurzer Zeit nervös, verlangen Sie nur kurze Momente (Sekunden) und lassen Ihr Pferd als Belohnung wieder antreten. Lassen Sie es nach und nach länger stehen, bis Ihr Pferd sich dabei entspannt.

6. Pferd zu sich holen vom Hocker

Viele Reiter laufen ihrem Pferd mit dem Hocker hinterher. Und immer dann, wenn der Reiter draufsteigt, dreht es sich mit der Hinterhand weg. Dabei ist es doch viel einfacher, das Pferd zu sich zu holen. Das ist für den Reiter bequemer und festigt seine Führungsposition.

Bevor Sie direkt am Pferd auf die Aufstieghilfe steigen, sollten Sie dies mit etwas Abstand zum Pferd üben und einfach mal hoch und runter steigen – das Pferd darf Sie dabei beobachten. Dann geht es ans eigentliche Einparken. Stellen Sie sich dazu auf den Hocker und holen Sie die Kruppe jetzt Schritt für Schritt zu sich.

Setzen Sie die Hilfen aus, sollte Ihr Pferd sofort stehenbleiben. Denn lässt sich nicht jeder Schritt kontrollieren, besteht die Gefahr, dass Ihr Pferd Sie samt Hocker umrempelt.

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Steht das Pferd perfekt, machen Sie eine Pause und streicheln es. Falls es mit der Vorhand zu weit weg steht, können Sie es am Halfter zu sich holen. Anfangs dauert es etwas, bis das Pferd die Übung verstanden hat. Lassen Sie ihm viel Zeit zum Denken.

7. Ruhiges Stehen beim Aufsitzen

Sobald die Schritte eins bis sechs gut funktionieren, geht es ans Aufsitzen. Jetzt geht es darum, das Pferd schrittweise daran zu gewöhnen, dass es nichts zu bedeuten hat, wenn Sie es beim Aufsitzen mit dem Schenkel berühren.

Bedenken Sie dabei auch, dass Sie beim Aufsitzen in das Sichtfeld des gegenüberliegenden Auges kommen. Klopfen Sie Ihr Pferd vorsichtig ab, erst an der Schulter, dann an der Kruppe, dann auf dem Sattel. Bleiben Sie dabei ganz entspannt und signalisieren Sie Ihrem Pferd, dass es nichts zu tun braucht.

Dann stellen Sie Ihren Fuß in den Bügel und streicheln und klopfen Ihr Pferd weiter ab.

Bleibt Ihr Pferd dabei gelassen, können Sie Gewicht in den Bügel bringen. Achten Sie darauf, immer das Verhalten zu bestätigen, das Sie sich wünschen. Fällt es Ihrem Pferd schwer, lange ruhig zu stehen, warten Sie nicht, bis es nervös wird. Lösen Sie die Übung vorher auf und führen Sie es wieder an.

Üben Sie von beiden Seiten, bis das Pferd so entspannt steht, dass Sie von links und rechts aufsitzen können.

Extra-Übung: Longieren vom Hocker

Wie gut können Sie Ihr Pferd von Ihrem Platz aus bewegen? Das können Sie überprüfen, indem Sie es von Ihrer Aufstieghilfe aus um sich herum longieren. Dazu sollte das Pferd mindestens die Schritte eins bis fünf sicher beherrschen.

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Diese Übung hat mehrere Pluspunkte: Ihr Pferd akzeptiert Sie in einer größeren Höhe über sich und Sie können überprüfen, wie gut Ihre Führungsposition ist und Ihr Pferd sich von Ihnen schicken lässt. Da Sie selbst einen eingeschränkten Radius haben, zeigt die Übung, wie gut das Pferd Ihre Signale respektiert und wie fein es Ihre Hilfen mit Seil und Gerte annimmt.

Stellen Sie sich auf Ihren Hocker und schicken Ihr Pferd los. Dazu zeigen Sie mit dem Seil in die Richtung, in die Ihr Pferd gehen soll. Sie öffnen ihm quasi die Tür. Reicht dieses Signal nicht, können Sie es durch Anheben der Gerte oder touchieren vorwärts schicken.

Wer diese Übung gut beherrscht, kann im Trab arbeiten oder im Schritt flüssig die Hand wechseln. Dazu das Pferd frontal auf sich zu holen, Gerte und Seil wechseln und die neue innere Pferdeschulter weichen lassen.

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