CAVALLO-Test: Wie verträglich sind Stallmatten?

Keiner kennt die wirkliche Gefahr

Wie gesundheitsschädlich diese PAK-Mengen für Pferd und Mensch überhaupt sind, ist schwer abzuschätzen. Wie stark die gut fettlöslichen Stoffe über die Haut aufgenommen werden können, hängt von mehreren Faktoren ab: ihrer Konzentration im Gummi, der Kontaktdauer und -fläche.
Foto: privat CAVALLO Stallmatten im Test

Andreas Metzger vom TÜV Rheinland betreute den Matten-Test.

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Der TÜV Rheinland machte dazu 2009 ein Experiment mit einem gummierten Hammergriff, der mit 2200 mg/kg PAK belastet war. Eine synthetische Schweißlösung, aufgetragen auf einen Handschuh, löste bei einstündigem Gebrauch 0,32 mg des PAK Benzo[a]pyren aus dem Griff – so viel wie in 3520 Zigaretten. Verglichen damit, sind die Stallmatten aus dem CAVALLO-Test deutlich geringer belastet.

„Die PAKs sind im Ruß ­gebunden und können durch Hautkontakt und Körperflüssigkeiten nicht gelöst werden“, sagt Anita Schiefegger vom österreichischen Hersteller Kraiburg. Sie verweist auf eine von der ­Internationalen Gesellschaft für Industrieruß (ICBA) in Auftrag gegebene Studie der Universität Düsseldorf. Zudem komme es bedingt durch Fell und Einstreu zu keinem direkten Hautkontakt zwischen Pferd und Matte. Und ein Zusammenhang zwischen den vom TÜV in den Matten gefundenen PAK-Mengen und Krebs sei nicht nachgewiesen.

„Die unmittelbare Belastung ist nicht so hoch wie etwa beim TÜV-Experiment mit dem Hammergriff“, sagt auch PAK-Experte Dr. Albrecht Seidel
vom Biochemischen Institut für Umweltcarcinogene Prof. Dr. Gernot Grimmer-Stiftung in Großhansdorf bei Hamburg. Andererseits sind Boxenpferde mit Stallmatten den Stoffen ständig ausgesetzt. Sie stehen und schlafen auf ihnen.

29.03.2010
Autor: John Patrick Mikisch
© CAVALLO
Ausgabe 04/2010