TREC-Kurs: Wanderreiten mit Gelände-Prüfung - Orientierungsritt

Übung 4: Labyrinth

Wenn Wanderreiter sich im Wettkampf messen, müssen sie auch einen Orientierungsritt und Hindernisse meistern. Doch wie fein wird beim TREC-Kurs geritten?

Das Labyrinth, das in doppelter U-Form aufgebaut ist, hat es ebenfalls in sich. Die Gänge sind nur 90 Zentimeter breit, und es gibt drei Knackpunkte: Das Pferd darf die Stangen nicht berühren, soll nicht stehenbleiben und muss dabei zwei 180-Grad- Wendungen beherrschen.

Klong! Hove ist angedockt. Das gibt beim Turnier Abzug. Rainhild Wenzel zerlegt das Labyrinth in nur eine 180-Grad-Wendung. "Wichtig ist, dass Sie dorthin schauen, wo Sie hinreiten. Öffnen Sie die Hand beim Abwenden nach innen, und zeigen Sie dem Pferd den Weg", erklärt sie.

Diese Übung meistern nur Pferde, die rittig sind und die Hilfen des Reiters annehmen. Schaut der Reiter in die Richtung, wo er hin möchte, verlagert er automatisch das Gewicht richtig. Nachdem ich mich mit Hove eingefummelt habe, schaffen wir das Labyrinth ohne anzudocken und schreiten flüssig im Schritt. Das würde uns im Wettbewerb zehn Punkte bescheren.

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Übung 5: Abgehoben

Der feste Baumstamm ist zwar nicht hoch, sieht aber ganz schön gefährlich aus. Es ist Jahre her, dass ich mehr als ein Cavaletti gesprungen bin. Für meine Mitreiterin Waltraud Wenzel ist das kein Problem. Die Tochter von Trainerin Rainhild Wenzel fliegt mit Wallach Fandor geradezu darüber.

Den Stamm darf man in jeder Gangart ansteuern. Ich wähle den Galopp, reite aber zu zögerlich an. Kurz vor dem Hindernis stockt Hove, ich muss energisch treiben – und plumpse dem armen Kerl bei der Landung unsanft in den Rücken, weil ich hinter die Bewegung geraten bin. "Das üben wir erst über einfachere Hindernisse", entscheidet Rainhild Wenzel.

Damit hat sie Recht: Ich sollte erst wieder kleinere Sprünge angstfrei überwinden, bevor ich mich an feste Baumstämme wage. Punkte hätte ich für meinen Hopser zwar bekommen, aber auch Abzüge wegen der unsanften Landung in Hoves Kreuz.

23.08.2012
Autor: Cathrin Flößer
© CAVALLO
Ausgabe 09/2011