Heubedampfer Haygain: Volldampf gegen Keime im Rauhfutter

Beim Lagern wuchern Pilze

Foto: Lisa Rädlein

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Staubfrei, sauber, lecker: So soll Heu nach dem Gebrauch des Haygain für Pferde sein. CAVALLO testete, ob der Heubedampfer wirklich Pilze und Bakterien vernichtet. Service für Pferdebesitzer: Plus Selbstbau-Anleitung für so ein Gerät!

Während Sie das Heu aus dem Haygain nach drei Tagen noch verfüttern können, sollten Sie das Futter aus dem Eigenbau-Bedampfer sofort anbieten. Zwar steigt der Bakteriengehalt im Testheu nicht an, dafür sprießen aber die Verderb anzeigenden Pilze.

Der Grund: Laut Anleitung muss man zehn Liter Wasser über das Heu in der Tonne gießen, damit der Dampf besser bis nach oben dringt. Liegt dieses feuchte Heu nun ein paar Tage, wuchern die Pilze. Das Heu im Haygain wird dagegen nicht gewässert.

Trotz der überraschend positiven Ergebnisse gilt: Schlechtes Heu bleibt schlechtes Heu. "So ein Bedampfer darf auf keinen Fall als Freifahrtschein genutzt werden, um Pferden minderwertiges Heu zu verfüttern", sagt Dr. Anja Töpper.

"Pilze und Bakterien bilden Giftstoffe wie Myko- und Endotoxine, die heißer Dampf nicht beseitigen kann." Allergikern und Pferden mit empfindlichem Verdauungssystem kann man damit aber eine gesunde Portion Heu bieten.

Das Frühjahr war warm und viel zu trocken, danach kamen Regen und Kälte. Keine guten Voraussetzungen für eine üppige Heuernte. Die Lage in den Bundesländern ist zwar unterschiedlich, doch eine Tendenz zeichnet sich ab: Heu ist knapp und wird teurer.

In Baden-Württemberg etwa war die Qualität des 1. Schnitts recht gut, die Menge aber zu gering. Im 2. Schnitt gab es ausreichend Heu, das Gras war jedoch schon sehr verholzt.

In Niedersachsen brachte die Ernte Ende Mai rund 1/4 bis 1/3 weniger Ertrag als 2010; die Qualität war recht gut. Für 100 Kilo Heu zahlt man hier zurzeit rund 19 Euro.

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Magere Heuernte

Die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern konnten wegen überfluteter Wiesen Anfang August den 2. Schnitt nicht ernten. In Hessen litt der Aufwuchs bereits 2010 unter der Witterung, so dass dort die Lager ohnehin leer sind. Die Preise sind daher bei Heu um 15 bis 75 Euro pro Tonne (je nach Ballenart) gestiegen.

Aufgrund wachsender Nachfrage wird das Futter vermutlich noch teurer. Wie sieht es bei Ihnen aus? Wer hat Tipps, wo es gutes Heu gibt? Infos unter www.cavallo.de/heunot.

Video: Heubedampfer "Haygain"

Staubfrei, sauber, einfach lecker. So soll Heu nach einem heißen Bad im Pferdemagen landen. Hier können Sie ein Video zu einem solchen Gerät - dem "Haygain". Produkt-Infos: Der Haygain „HG-600“ von Propress Equine fasst etwa 10 bis 12 Kilo Heu (160 Liter). Das Gerät verbraucht rund 3,5 Liter Wasser pro Vorgang. Es gibt auch noch andere Größen. Die Preise liegen zwischen 900 und 2300 Euro.

Nähere Infos unter www.haygain.com




31.08.2012
Autor: Kristina Glaser
© CAVALLO
Ausgabe 10/2011