15 Tipps für gesunde Pferdebeine

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Foto: Lisa Rädlein CAVALLO Tipps für starke Pferdebeine

Pferdefreundliche Reitböden

Kein Stall ohne Halle oder Reitplatz – und ohne Diskussion darüber, wie gut die jeweiligen Böden sind. Sicher ist: Während ein tiefer Boden für die Pferdegelenke gut ist, weil er puffert, belastet er Sehnen und Bänder.

Dauerhaft harter Boden im Trab und Galopp schadet den Gelenken. Faustregel: Zu tief ist ein Boden mit einem Belag von etwa zehn Zentimetern. Ideal wäre ein Boden mit einer Tiefe von rund fünf bis sechs Zentimetern.

Und welcher Boden ist zum Ausreiten ideal? „Der Untergrund sollte fest genug sein, damit der Huf nicht tief einsinkt, federnd und griffig wie ein Waldboden“, sagt Distanzprofi Sybille Markert-Baeumer (www.schilchernhof.de). „Auch steppenähnliche, aber nicht zu tiefe Sandböden sind gut, ebenso Graswege.“

Dauer des Trainings

Im Training müssen Pferdebeine ausreichend in Schwung kommen – mindestens eine Stunde lang. Noch wichtiger als die genaue Zeit: „Um Gelenke oder Sehnen gezielt zu stärken, kommt es vor allem auf regelmäßiges Training an“, sagt Ausbilderin Sigrid Schöpe (www.gefühl-fürs-pferd.de).

Regelmäßig bedeutet aber nicht Überbeanspruchung. Deutliche Hinweise, dass ein Pferd müde Beine haben könnte, sind unter anderem: Es ermattet schnell, stützt sich schwer auf die Reiterhand, schlurft.

Überforderte Pferde sind zudem oft widersetzlich, nervös oder apathisch. Das Pferd hat Balanceprobleme, schwitzt vermehrt.

Alle Beine funktionieren gleich

Gibt es eine Pferderasse, die besonders empfindliche Beine hat? „Keinesfalls“, sagt Pferdezüchterin Sybille Markert-Baeumer. „Ausschlaggebend ist, wie die Pferde gearbeitet werden.“

So bekommen Traber vor allem im Karpalgelenk Probleme, Galopper eher vorne in der Fessel. Westernpferde, die in schlecht gerittenen Spins oder Sliding Stops durch den Sand rauschen, überlasten ihre Hinterfüße.

Dressurpferde werden oft früh ausgemustert, „wenn einseitiges Training ihre Gelenke überfordert und sie zu früh unter den Sattel kommen“, erklärt Légèreté-Ausbilder Gunnar Wiedner (www.legeretereitkunst.com).

Heißt: Was immer im Papier Ihres Pferds steht, jedes Tier muss schonend aufgebaut, seine Beine müssen in Ruhe für den jeweiligen Einsatz trainiert werden.

Zwei Reize pro Woche

Pferdebeine sind auf zwei intensive Trainingsreize pro Woche ausgelegt, da Pferde, so vermuten Forscher, etwa zweimal pro Woche von Raubtieren angegriffen wurden. Dazwischen regenerieren Gelenke und wachsen Muskeln.

Tipp: Erstellen Sie einen Wochenplan mit abwechslungsreichen Trainingsintervallen und Erholungsphasen – etwa auf der Koppel oder bei Spaziergängen.

Schonend Aufwärmen

Kaltstarts sind für Pferdebeine extrem schädlich, da die Gelenke noch nicht vollständig von Gelenkflüssigkeit umspült sind.

Aufwärmen im Schritt ist das beste Mittel, um Pferdebeine zu schonen. „Deshalb sollte der Anfang mindestens zehn, bei empfindlichen Tieren und Boxenpferden besser noch 15-20 Minuten dauern“, empfiehlt die klassisch-barocke Trainerin Corinna Hengefeld (www.equi-art.eu). In dieser Zeit verteilt sich die zuvor zähflüssige Gelenkschmiere, schützt so den Knorpel vor Abrieb und puffert Stöße. Zeitgleich werden Muskeln, Bänder und Sehnen warm. Das beugt Verletzungen vor und stützt die Gelenke.

Tipp von Légèreté-Trainer Gunnar Wiedner: „Da Schritt die Gelenke kaum belastet, können Sie beim Aufwärmen schon arbeiten, die Zügel aufnehmen und Schulterherein oder Schenkelweichen reiten.“ Ältere und weiter ausgebildete Pferde können im ruhigen Schritt auch schon Renvers, Travers oder Hinter- und Vorhandwendungen gehen. „Bauen Sie Tempounterschiede im Schritt ein“, rät Wiedner. „Reiten Sie dabei gerade Linien oder große Kreise und Schlangenlinien.“

Gefühl in den Beinen

Sie wollen ein Pferd, das sicher weiß, wie es seine Beine sortierten muss? Das lernt es wunderbar auf unterschiedlichen Böden. Oder mit verschiedenen Hindernissen wie Stangen, Gassen, Brücken, kleinen Zäunen, Gräben oder Wippen (Trail).

Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf! „Hauptsache, es besteht keine Verletzungsgefahr und das Pferd wird animiert, seine Beine gezielt einzusetzen“, sagt Corinna Hengefeld. Dazu braucht es keine großen Mittel.

Wer etwa weder viel Platz hat noch schwer schleppen möchte, kann bunte Schwimmnudeln auf den Boden legen und das Pferd darüber treten lassen. „So begreift es, dass es die Beine heben soll“, erklärt die Dressurausbilderin. „Zudem regen Sie Ihr Pferd dazu an, mitzudenken und sich selbst einen Weg zu suchen.“

Lange stabil

Gelenke und Sehnen brauchen vielfältige Reize, damit der Bewegungsapparat lange stabil bleibt – und das Pferd in Balance. Die Lösung: Gleichgewichts-Training auf unterschiedlichen Untergründen – im Fachjargon „sensomotorisches Training“.

„So bleiben die Gelenke gesund und die Körperwahrnehmung wird angesprochen“, erklärt Corinna Hengefeld. Nutzen Sie mal harten, weichen, tiefen und auch mal unebenen Boden. Die Abwechslung macht’s.

Am schönsten und effektivsten ist ein Ritt durch die Natur – mit all ihren Facetten. Dort ist der Untergrund mal weicher, mal härter, eben oder uneben. Ein toller Trainingsvorteil im Gelände ist außerdem dessen Form: Hügel, Berge, Wälle – alles, was bergauf und bergab geritten werden kann, trainiert Kraft, Geschicklichkeit und verbessert so das Gleichgewicht.

Wichtig: Steigern Sie das Training langsam und kontinuierlich über mehrere Monate, es ist extrem anstrengend! „Achten Sie darauf, dass die Nase stets leicht vor der Senkrechten bleibt“, sagt Gunnar Wiedner. „So können Pferde am besten sehen, hören sowie fühlen, wo es langgeht und sich ausbalancieren.“

Fitte Beine in jedem Alter

Bei sehr jungen oder alten Pferden geht Sybille Markert-Baeumer „alles etwas vorsichtiger und ruhiger an“, da ihre Gelenke aufgrund fehlender Muskulatur oder schon vorhandenem Verschleiß besonders empfindlich sind.

Wichtig für Jung wie Alt: „Reiten Sie ausgiebig Schritt, große Wendungen und auf federndem Boden“, empfiehlt Corinna Hengefeld. Gut ausgebildete Oldies gymnastiziert sie in gewohnten Lektionen, „solange sich das Tier damit wohl fühlt“.

Gunnar Wiedners Tipp für junge Pferde: „Dehnen lassen, um Muskeln aufzubauen – auch wenn dabei mehr Last auf die Vorderbeine kommt.“ Erst nach und soll das Jungpferd mit sanften Aufwärtsparaden lernen, auch hinten mehr Last aufzunehmen.

Gymnastik für gesunde Gelenke

„Schlecht für Gelenke sind vor allem extreme Bewegungen, die den Bewegungsspielraum des Gelenks überschreiten“, sagt Ausbilder Gunnar Wiedner. Also enge, plötzliche Wendungen oder abrupte Tempowechsel etwa.

„Die richtige Gymnastik verhindert indes frühzeitigen Verschleiß.“ Wiedners Tipp: die klassische Dressur. „Dabei sollen die Bewegungsabläufe des Pferds natürlich und harmonisch sein, die Lektionen lediglich das zeigen, was es von Natur aus kann.“

Darf ein Pferd das Viereck bei guter Kraft und Stimmung verlassen, bleiben nicht nur die Gelenke gesund. Das Tier kehrt willig und gehfreudig am nächsten Tag in die Reitbahn zurück. Das tut letztlich auch Ihnen gut!

Alle Viere gleich belasten

Ist das Pferd schief, weil es nicht ausbalanciert ist, kommt es zu einseitigen Belastungen der Beine.

Gunnar Wiedners Rat. „Reiten Sie Ihr Pferd auf geraden und gebogenen Linien.“ Auf der Kreislinie dehnt das Pferd seine äußere Körperhälfte und kräftigt die Zwangsseite. Auf der geraden Linie prüfen Sie den Erfolg: Belastet das Pferd alle Beine gleich? Ein weiterer Tipp des Ausbilders: Wendungen in Außenstellung. „Ist Ihr Pferd zum Beispiel rechts hohl, belastet es die linke Schulter zu stark. Reiten Sie in Außenstellung um Kurven, lernt es, sein Gewicht mehr nach rechts zu verlagern.“

Corinna Hengefeld empfiehlt mobilisierende Lektionen wie Seitengänge oder Schlangenlinien. Beispiel: Slalom um optische Hilfen wie Pylone oder Bäume. „Das Pferd lernt, sein Gewicht richtig zu verlagern und wird wendiger.“

Beinarbeit am Boden

Am Boden können Sie die Gelenke ohne Reitergewicht schonen und trotzdem stabilisieren. Neue Impulse bieten Cavaletti oder Bodenstangen. Ausbilderin Sigrid Schöpe hat zwei ihrer Lieblingsübungen herausgepickt. „Beide fördern zudem die Aufmerksamkeit des Pferds, weil es genau darauf achten muss, wie es seine Tritte setzt.“

Übung 1: Das Labyrinth. Dazu zwei U’s aus sechs Stangen auf den Boden legen (siehe Grafik), so dass Ihr Pferd ohne in den Ecken anzustoßen hindurchlaufen kann. Schöpe: „Führen Sie das Pferd ruhig in die Gasse. Nach einigen Schritten anhalten, danach antreten und flüssig um die Kurve laufen. Hiernach erneut halten, damit das Pferd die Bewegung nachfühlen kann.“ So lernt das Tier punktgenaues Antreten und Halten. Zudem biegt es sich beidhändig.

Tipp: Wechseln Sie in der Wendung Ihre Führposition vom Pferdekopf zur -schulter hin, um dem Tier eine bessere Biegung zu ermöglichen. Fortgeschrittene können das Labyrinth auch rück- oder seitwärts meistern. Im letzten Fall weicht das Pferd ein U nach links und eines nach rechts. Übung 2: Hoch- und tiefliegende Stangen. Dazu drei Stangen im Abstand von 80 bis 90 cm so auf den Boden legen, dass ein Ende auf dem Boden und eines in 30 bis 50 cm Höhe liegt. Die jeweils nächste Stange versetzt platzieren, so dass ein Hoch und Tief entsteht – und Sie wählen können, ob Sie Ihr Pferd an einer flachen oder höheren Stelle über die Stangen führen.

Alternativ die Stangen abwechselnd komplett hoch oder auf den Boden legen. „Führen Sie Ihr Pferd in gerader Linie auf die Stangen zu. Achten Sie darauf, dass die Schritte vor und über dem Hindernis taktklar bleiben.“ Das Pferd soll weder mit Vorder- noch Hinterbeinen an die Stangen bolzen. „Üben Sie zuerst im Schritt. Klappt das, können Sie das Hoch und Tief auch im Trab ausprobieren.“ Dazu die Zwischenräume auf 120 bis 140 cm erweitern.

Stangen für Powerbeine

Auch unterm Sattel bringen Bodenstangen prima Impulse für kräftige Pferdebeine – etwa im Seitwärtsgang über eine Stange zwischen Vor- und Hinterhand.

Stangen für Powerbeine

„Dabei soll das Tier konzentriert zur Seite treten, es darf diese nicht berühren“, sagt Sigrid Schöpe. Eine weitere Übung: Die Volte übers Stangenkreuz. Dazu vier Stangen zu einem großen Quadrat auf den Boden legen, die Enden jeweils auf der entsprechenden Querstange platzieren (siehe Grafik).

Schöpes Tipp: „Zunächst gerade durch das Quadrat reiten, damit das Pferd lernt, seine Beine in unterschiedlichen Abständen zu heben.“ Klappt das, legen Sie eine Volte über einer Ecke an, zunächst im Schritt, später im Trab.

Beachten Sie: Je kleiner die Volte, desto geschlossener und ausbalancierter muss das Pferd sein. Das kostet Kraft. „Gönnen Sie ihm daher immer wieder eine Pause und reiten Sie am langen Zügel durch die Bahn.“ Besonders geschickt wird Ihr Pferd zudem, wenn Sie es über strahlenförmig auf der Zirkellinie platzierte Stangen schicken. „Variieren Sie Abstände und Trittlängen, indem Sie mal eher außen oder innen entlang reiten.“

Wie die Haltung für Power-Beine sorgt

Viel Bewegung: Mit gutem Reiten ist es alleine nicht getan. Damit ein Pferd gesund auf den Beinen bleibt, sollte es sich auch außerhalb der Trainingszeiten viel bewegen können. Ausbilderin Corinna Hengefeld hält ihre Pferde je nach Typ in großen Paddockboxen mit Koppelgang oder tagsüber im „Paddock-Trail“, einer Haltungsform mit gezielten Bewegungsanreizen auf knapp 4 Hektar. Das Prinzip: Auf etwa 1,5 Kilometern Länge verlaufen ein Haupt- und vier Nebentrails – was die Pferde stets in Bewegung hält. Wasserstelle und Futterplätze sind über den gesamten Trail verteilt, was für ein ständiges Kommen und Gehen in der Herde sorgt: „Vertreibt ein ranghöheres Tier ein rangniederes, marschiert dieses einfach weiter zum nächsten Fressplatz.“ Breite Wege und viel Platz sorgen für Ruhe. Es gibt es keine Ecken, in die ein Pferd gedrängt werden kann. Und weil sich alle Pferde aus dem Weg gehen können, entstehen erst gar keine Rangeleien. „Es besteht also keine Verletzungsgefahr“, geht Hengefeld auf des Reiters größte Sorge ein, sein Pferd könnte sich die Beine mit den Kumpels kaputt treten.

Rücksicht nehmen: Doch: Wie Hengefeld aus eigener Erfahrung weiß, sind manche Pferde mit zu viel Bewegung überfordert. „Manche können oder wollen weniger als die in unserer Herde üblichen 6-10 Kilometer am Tag laufen“, erklärt die Stallbetreiberin und rät: „Beobachten Sie genau, wie wohl sich Ihr Pferd in einer Haltungsform fühlt. Gibt es Verhaltensauffälligkeiten, verliert es Gewicht, bewegt es sich anders? Dann sollten Sie unbedingt handeln!“

Hengefeld weiß, wovon sie spricht. So magerte ein Schützling trotz bester Haltungs-Konditionen im Paddock-Trail immer weiter ab, lahmte vermehrt. „Offenbar war sein Bewegungsapparat mit den vielen Kilometern überfordert, auch wenn es keine Befunde gab“, folgerte Hengefeld. Der Wallach zog um in eine Paddockbox mit täglichem Weidegang, ist heute ein pumperlgesundes, zufriedenes Pferd.

Rosten verhindern: Zufriedene Pferde auf gesunden Beinen sind auch Sybille Markert-Baeumers oberstes Gebot. Auf ihrem Schilcherhof gibt es so viel Platz, dass die Distanzmeisterin ihre Herden frei Nase zusammenstellen und Freundschaften berücksichtigen kann. „Die Tiere animieren sich gegenseitig zur Bewegung, sei es im Spiel oder auf der Futtersuche. So sind ihre Beine stets in Bewegung, gut durchblutet und perfekt aufs Reitpferdedasein eingestimmt.“

Doch selbst nicht mehr reitbare Pferde kommen bei Markert-Baeumer wieder auf die Beine. „Ein altes Warmblut kam zu uns mit verdickten Sehnen, der Wallach hat in seinem Leben kaum eine Koppel gesehen“, erzählt sie. „Sein Besitzer wollte ihm noch zwei schöne Monate auf der Koppel schenken.“ Das ist nun schon ein paar Jahre her, der 32-jährige Wallach grast immer noch auf dem Hof, geht barhuf und wird sogar regelmäßig spazieren geritten. Genau wie andere Rentner bei der Pferdezüchterin sieht der Senior den Doc nur zum Impfen. Nur wer rastet, rostet!

Pferdebeine checken: Apropos sehen: Eine aufmerksames Auge kann Pferdebeine ebenfalls sehr gut schützen. So kommen Corinna Hengefelds Pferde abends alle Tiere in ihre Boxen, von denen viele mit Paddock ausgestattet sind. Der Trail ist nämlich nur tagsüber geöffnet. Das ist Corinna Hengefeld wichtig, damit sie eventuelle Verletzungen oder Erkrankungen rechtzeitig sieht.

„Überprüfen Sie die Pferdebeine täglich vor und nach der Bewegung auf Verletzungen, Schwellungen oder vermehrte Wärme“, empfiehlt Tierärztin und Ernährungsberaterin Dr. Anne Mößeler (www.praxis-moesseler.de). Halten Sie sich außerdem unbedingt an den von Ihrem Hufschmied empfohlenen Beschlags- oder Hufpflegetermin. „Bei Pferden, deren Hufe nicht korrekt gestellt sind, kommt es zu Fehl- und Überbelastung der Gelenke.“

Passende Fütterung: Beine und Gelenke leiden auch, wenn Pferde fett gefüttert werden – häufig unbewusst schon übers Raufutter. „Heu hat je nach Herkunft und Sorte unterschiedliche Qualität und Energiegehalte“, so Dr. Mößeler. „Frisst ein leichtfuttriges oder weniger aktives Tier hochenergiehaltiges Heu, geht das auf die Rippen.“ Wie energiereich Ihr Heu ist, weiß Ihr Stallbetreiber, oder Sie finden es mit einer Analyse heraus.

Mit einer Heuanalyse können Sie auch einschätzen, welche fürs Pferd wichtigen Mineralstoffe das Raufutter bereits enthält und ein passendes Zusatzfutter wählen. „Zink, Kupfer und Selen lassen sich so etwa optimieren“, sagt Dr. Mößeler. Und eine individuell angepasste Fütterung hilft im Zweifel auch dem Bewegungsapparat.

Sinnvoll ergänzen: Spezielle Ergänzungsfutter können den Bewegungsapparat ebenfalls unterstützen – Wunder vollbringen sie jedoch nicht. „Es gibt viele Produkte im Handel, die sich teils deutlich in Zusammensetzung und Wirkstoff-Konzentration unterscheiden. Daher ist es oft schwierig, den Überblick zu behalten und zu vergleichen“, erkärt Dr. Mößeler.

Bei vielen Substanzen ist ihre Bioverfügbarkeit noch nicht sicher geklärt – also ob und in welchem Umfang ein Wirkstoff im Verdauungstrakt absorbiert werden kann und ob er im Gelenk eine Wirkung entfaltet, wenn er verfüttert wird. Häufig fehlen beim Pferd aussagekräftige Studien, und nicht alle Produkte basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen.

„Reiter müssen im Zweifel ausprobieren, ob ein Mittel dem Pferd hilft“, sagt Anne Mößeler. „Tritt nach längerer Zeit keine Besserung ein, kann man sich die Produkte im wahrsten Sinne des Wortes sparen.“ Zumal manche Mittel auch schaden können, etwa einige Algenprodukte mit überhöhtem Jodgehalt. „Am Ende kommt es immer aufs Gesamtpaket an“, betont die Expertin. „Gute Haltung, ausgewogene Ernährung und angepasstes Training sorgen zusammen für gesunde, starke Pferdebeine!“

Stellungsfehler !!!

Knapp 60 Prozent aller Pferde haben von Natur aus schiefe Beine. Je nach Ausmaß führen diese zu Mehrbelastung und schnellerem Verschleiß der Sehnen und Gelenke.

Stillstand in der Box verzeihen solche Kandidaten noch weniger als Pferde mit korrektem Fundament. Heißt: mindestens vier Stunden Auslauf am Tag!
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