Schimmelpilze im Stall: Mykotoxine - Gefährliches Gift für Pferde

Im Notfall: Tonerde als Mykotoxinbinder

So halten Reiter Stall und Futterlager sauber: In jedem Stall gibt es Schimmelpilze. Sie sprießen unbemerkt und produzieren Gifte, die Pferde sogar töten können. CAVALLO hilft Ihnen, die gefährlichen Gewächse aufzuspüren und auszurotten.

Fressen Pferde verpilztes Obst, kann das die Verdauung stören. Gleiches droht bei schimmeligem Brot oder Möhren. Da Koliken, schlechte Leberwerte und Appetitlosigkeit auch viele andere Ursachen haben können, wird eine Schimmelpilzvergiftung häufig nicht sofort vom Tierarzt erkannt.

Zudem ist die Diagnose schwierig: Eine Blutprobe offenbart nur, welches Organ geschädigt ist, nicht aber, welches Gift durchs Pferd geistert. "Viele Mykotoxine lassen sich nur kurzzeitig im Blut nachweisen", sagt Dr. Ingrid Vervuert. Danach verstecken sich die Gifte in den Organen.

Häufig werden Futter oder Einstreu erst verdächtigt, wenn es mehreren Pferden im Stall schlecht geht. "Mit einer Futtermittelanalyse kann man Schimmelpilzgifte gut nachweisen", meint Dr. Ayman Hashem vom Futtermittelinstitut Stade des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, kurz LAVES.

Ist das Pferd vergiftet, muss der Reiter schnell gegensteuern. "Am wichtigsten ist es, dass das Tier nur noch einwandfreies Futter bekommt", betont Dr. Ingrid Vervuert. Abhängig von den Symptomen verabreicht der Doc zusätzliche Medikamente.

Tonerde soll Toxin binden

Um das Pferd zu entgiften, bieten einige Futtermittelhersteller sogenannte Mykotoxinbinder an. Sie enthalten Tonminerale oder Hefezellbestandteile und werden unter den Hafer gemischt. Im Körper sollen sie Schimmelpilzgifte binden, noch bevor die Toxine über die Darmwand ins Blut gelangen und Organe angreifen können. Die unschädlich gemachten Pilze soll das Pferd einfach ausscheiden.

Mykotoxinbinder können auch vorbeugend verabreicht werden. Doch Wirkung und Sinn dieser Mittel sind umstritten. "Wenn man Pferden nur einwandfreies Futter gibt, braucht man Mykotoxinbinder nicht", meint Ingrid Vervuert. Das Problem ist bloß, dass Schimmelpilze sich so gut in Hafer und Co. verstecken können, dass sie dem Reiter beim Füttern nicht auffallen.

Deswegen prophylaktisch Mykotoxinbinder zu füttern, davon halten Fütterungsexperten wie Ingrid Vervuert dennoch nichts. Wer unsicher ist, ob das Futter gesund ist, kann Proben ins Labor schicken – oder wirft es besser weg.

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23.08.2012
Autor: Christiane Wehnert
© CAVALLO
Ausgabe 09/2011