Tore öffnen auf dem Pferd in 5 Schritten

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Foto: Lisa Rädlein CAVALLO Training mit dem Tor

Schritt 1: Wie Sie Ihr Pferd gut vorbereiten

Training mit Stangen: „Bevor es tatsächlich ans Tor geht, können Sie mit dieser Übung Ihr Pferd prima auf die Situation am Tor vorbereiten“, rät Ute Holm. Dafür simulieren Sie mit einer höher gehängten Stange das Hindernis.

Nach dem Hereinreiten muss sich das Pferd mit der Hinterhand ganz nah an den Ständer schieben lassen. Wichtig hierbei: Es sollte ruhig und entspannt stehen bleiben. Das Pferd kann sich so allmählich an den „Engpass“ im Tor gewöhnen, aber dabei noch frei bewegen. Der Reiter braucht bei dieser Vorübung noch nichts festzuhalten und kann sich besser auf die Hilfengebung konzentrieren.

Schritt 1: Wie Sie Ihr Pferd gut vorbereiten

Einhändige Volten: Um die einhändig gerittene Wendung im Tor vorzubereiten, bieten sich enge Volten um Pylonen an. So lernt das Pferd, sich besser einhändig steuern und vom äußeren Zügel begrenzen zu lassen. Der äußere Zügel liegt am Hals an, der innere Zügel greift nur ein und korrigiert, wenn die Pferdenase nach außen schaut.

Schritt 1: Wie Sie Ihr Pferd gut vorbereiten

Am Tor sind die Bewegung der Vorhand und vor allem die Kontrolle der Hinterhand extrem wichtig. Das Pferd muss sich auf dem Punkt um die Hinter- bzw. Vorhand drehen lassen. Eine gute Vorübung: die Hinterhandwendung an der Bande.

Schritt 2: So stellen Sie sich richtig an das Tor

Korrektes Hinstellen: Schon zu Beginn sollten Sie auf möglichst geringe Abstände zum Tor achten. Dazu das Pferd, wie bereits in der Vorübung, mit seiner Längsseite parallel ans Tor stellen. Die Pferdeschulter sollte möglichst neben der Toröffnung zum Stehen kommen, die Hinterhand schieben Sie mit fein dosierten Sitz- und Schenkelhilfen ganz nah ans Tor.

Tor öfnen: Wenn das Pferd ruhig und entspannt mit Schulter und Hinterhand parallel zum Tor steht, können Sie dieses mit einer Hand öffnen. Viele Pferde neigen dazu, eher mit der Vorhand ans Tor zu kommen als mit der Hinterhand. Dirigieren Sie in diesem Fall die Hinterhand mit leichtem Schenkeldruck etwas näher ans Tor als die Vorhand.

Immer wieder Ruhe: Wenn dieser Schritt gut geklappt hat, gönnen Sie Ihrem Pferd eine kleine Pause zum Entspannen. Es lernt dabei, dass das Tor ein Ort der Ruhe ist, an dem es sich wohlfühlt. Der Tipp von Ute Holm: Warten Sie nach jeder Einheit, bis Ihr Pferd nicht mehr kaut. Erst wenn die Maultätigkeit beendet ist, ist Ihr Pferd auch bereit für den nächsten Schritt.

Schritt 3: Tor öffnen und wegdrücken

Zu Anfang am besten mit Helfer: „Wer zum ersten Mal ein Tor durchreitet, sollte sich auf jeden Fall helfen lassen“, rät Ute Holm. Das heißt, ein Helfer führt das Tor, macht es auf und wieder zu. Der Reiter soll während dieser Übungsphase beidhändig reiten und kann sich auf Sitz- und Schenkelhilfen konzentrieren. Hat sich das Pferd eventuell zu weit vom Tor entfernt, kann der Helfer vom Boden aus die Hinterhand des Pferds näher ans Tor schieben.

Das hilft einem unruhigen Pferd: Bitten Sie den Helfer, das Tor mehrmals hintereinander zu öffnen, und reiten Sie wiederholt durch, bis sich Ihr Pferd im Tor entspannt. Achten Sie darauf, dass das Tor nicht versehentlich unkontrolliert auf das Pferd zukommt. Ein verängstigtes Pferd braucht viel Zeit und Geduld, um wieder Vertrauen zum Tor zu fassen.

Schritt 3: Tor öffnen und wegdrücken

Den richtigen Weg zeigen: Bevor Sie das Tor nach vorne drücken können, muss Ihr Pferd ein wenig zurücktreten. Ihre Hand gleitet dabei über das Tor nach hinten. Lassen Sie Ihr Pferd schon in Richtung Durchgang schauen.

Schritt 4: Ins Tor stellen und durchreiten

Im Tor stehen bleiben: Es gibt Pferde, die das Tor gerne möglichst schnell durchlaufen. Auch in dieser Phase immer wieder auf Ruhe achten. Das Pferd soll konzentriert und aufmerksam jeden einzelnen Schritt durch das Tor machen, deshalb auch hier öfters eine kurze Pause einlegen.

Wenn das Pferd davonläuft: Vielen unruhigen Pferden hilft auch die Anwesenheit eines zweiten, entspannten Pferds. Wenn sich Ihr Pferd trotzdem immer wieder vom Tor entfernen möchte, rät Ute Holm zum Plan B: „In einem solchen Fall kann es helfen, vom Tor wegzugehen, das Pferd zu galoppieren oder rückwärtszurichten. Im Gegensatz zu dieser anstrengenden Arbeit ist das Tor für Ihr Pferd dann ein angenehmer Platz zum Erholen.“

Schritt 5: Um die Ecke mit der Vor- und Hinterhand

Kombinierte Vor- und Hinterhandwendung: Das ist der schwierigste Teil der Übung, hier kommt es auf gut dosierte Hilfen an. Etwas vorreiten, dann zuerst die Hinterhand und schließlich die Vorhand des Pferds wieder parallel ans Tor schieben und das Tor schließen (A). Den Abstand zum Tor dabei möglichst gering halten. Darauf achten, dass das Pferd das Tor nicht berührt.

Schritt 5: Um die Ecke mit der Vor- und Hinterhand

Gewichtshilfen: Sie können Ihr Pferd mit Gewichtshilfen unterstützen. „Es ist durchaus sinnvoll, das Gewicht in die Bewegungsrichtung zu verlagern, das Pferd soll ja unter das Reitergewicht treten“, erklärt Ute Holm. Wie viel Gewichtshilfe Ihr Pferd braucht, ist je nach Ausbildungsstand ganz verschieden. Der Vorteil ist, dass der Reiter durch diese Gewichtshilfe seine Schenkelhilfe minimieren kann. Und falls es einmal gar nicht klappt, lieber das Tor loslassen und gegebenenfalls mit einem Helfer noch mal neu starten.
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