Anatomie-Serie Sandra Reitenbach

Anatomie-Serie Teil 2

Die tragende Stute

Prächtig, trächtig! Im zweiten Teil der Anatomie-Serie mit Pferde-Physiotherapeutin Katrin Obst blicken wir aufs ungeborene Fohlen – ohne Ultraschall, aber mit bunten Farben und spannenden Fakten. Alles rund um die Trächtigkeit!

Ist die Mama verletzt, hilft eine Bloody Mary

Katrin Obst behandelt vor allem im Sommer viele Stuten mit Blutegeln. "Die Tierchen sind super Helfer für Stuten, die noch ein Fohlen bei Fuß haben", erzählt die Expertin. Ein Fall ist der Physiotherapeutin noch besonders in Erinnerung: Eine Warmblutstute hatte eine Entzündung am Hinterbein. Medikamente für die Mama würde auch das Fohlen über die Milch mit aufnehmen. Die Lösung waren Blutegel, mit denen Katrin Obst die laktierende Stute behandelte. Alle hauten rein: "Die Stute fraß Heu, das Fohlen trank, und die Egel hatten eine Bloody Mary." Die Entzündung besserte sich direkt, das Bein schwoll ab. Nach zwei Behandlungen war die Stute wieder fit.

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Anatomie-Serie (Teil 2) Die tragende Stute
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  • Macht der Mütter: Forscher aus Wien werteten die Daten von 640 Trächtigkeiten aus. Das Ergebnis: Es gibt Stutenlinien, die mehr weibliche als männliche Fohlen hervorbringen. Bekommt eine Stute mit drei Jahren ihr erstes Fohlen, erhöht das ebenfalls die Wahrscheinlichkeit auf weiblichen Nachwuchs.
  • 336 Tage dauert es durchschnittlich von der Befruchtung bis zur Geburt. Ab dem 14. Trächtigkeitstag kann der Tierarzt das Fohlen auf dem Ultraschall sehen.
  • Bis zum 7. Monat kann man die tragende Stute wie gewohnt reiten. Dann wird es für die werdende Mama beschwerlich. Das Fohlen engt durch sein Gewicht die Lunge ein.
Anatomie-Serie
Sandra Reitenbach
Buntes Team: Katrin Obst (links) ist Physiotherapeutin für Pferde und erklärt Anatomie auf anschauliche Art. Ihre Mitarbeiterin Anne Badenberg (rechts) pinselte für die neue CAVALLO-Serie mit Fingermalfarbe Skelette, Muskeln, Blutgefäße & Co. auf die Tiere. Übrigens: Die Farbe ist ungiftig und lässt sich leicht wieder aus dem Fell bürsten. www.katrinobst.de

Entwicklung des Fohlens im Laufe der Zeit:

1. Monat: Das Herz schlägt.
2. Monat: Der Embryo hat Skelettanlagen gebildet. Sie bestehen aus Knorpel und verknöchern später.
3.-4. Monat: Erste Haare wachsen. Tasthaare an Ober- und Unterlippe. Geschlecht erkennbar.
5.-6. Monat: Trächtigkeit von außen sichtbar, evtl. auch Bewegungen des Fohlens im Mutterleib.
8.-10. Monat: Fell wächst. Das Fohlen nimmt viel Gewicht zu.
11. Monat: Organe reifen vollständig aus. Das Fohlen wird somit überlebensfähig außerhalb des Mutterleibs.

Fohlen fühlen: Bewegt sich da was im Bauch?

Schlaftablette oder Kicker? Bewegt sich das Fohlen, sind oft Wölbungen im Bauch zu sehen. Das ist etwa ab dem 6. Monat der Trächtigkeit der Fall. Am deutlichsten sind Bewegungen in den letzten Wochen vor der Geburt. Kurz vor der Geburt schiebt sich das Fohlen dann in den Geburtskanal; dann spürt man nichts mehr. Wer vorher Geduld hat: Hände auf den Bauch der Stute legen und abwarten. Man fühlt vielleicht Stöße, wenn das Fohlen tritt.

Obst macht fit: Tipp bei Fieber

Bei tragenden und laktierenden Stuten wendet Katrin Obst bekannte Hausmittel an. Bei Fieber macht sie kalte Wadenwickel. Dafür tunkt sie Bandagierunterlagen in Crushed Ice und Wasser. "Das Eis gibt’s zur Not an jeder Tankstelle."

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