Blut beim Nachcheck: Zwei Paare nachträglich disqualifiziert
Bereits am ersten Grand-Prix-Tag am Dienstag (11. August) traf es gleich zwei Einzelreiterinnen. Sowohl Rotem Jale Ibrahimzade aus der Türkei mit Hexagon’s Double Dutch als auch Wendi Williamson aus Neuseeland mit Don Vito MH wurden nach ihren Prüfungen disqualifiziert. Bei der Kontrolle nach dem Ritt hatten die FEI-Stewards Auffälligkeiten festgestellt, die anschließend von der Ground Jury überprüft wurden.
Nach FEI-Reglement führt frisches Blut im Maul beziehungsweise im Bereich des Mauls oder an der Stelle, an der die Sporen einwirken, bei der Kontrolle nach der Prüfung zur Disqualifikation. Bei Hexagon’s Double Dutch war nach Angaben seiner Reiterin lediglich ein winziger Blutpunkt im Maul entdeckt worden. Eine sichtbare Verletzung habe man später im Stall nicht mehr feststellen können. Ibrahimzade betonte dennoch, die Entscheidung zu respektieren und das Wohlergehen der Pferde an erste Stelle zu setzen.
Bei Don Vito MH wurde festgestellt, dass sich das Pferd auf die Lippe gebissen hatte. Williamson und der Wallach hatten ihren Grand Prix zuvor mit 64,95 Prozent beendet. Da sowohl Williamson als auch Ibrahimzade als Einzelstarterinnen antraten, hatten ihre Disqualifikationen keinen Einfluss auf die Mannschaftswertung.
Lahmheit beendet historischen WM-Auftritt Thailands
Besonders bitter verlief der Grand Prix am Mittwoch für Suphakamol Vuntanadit und Dreamboat BCN. Das Paar gehörte zur ersten thailändischen Dressur-Mannschaft überhaupt, die bei einer Weltmeisterschaft an den Start ging. Doch schon kurz nach dem Einreiten wurde Dreamboat BCN wegen einer deutlichen Lahmheit aus der Prüfung genommen. Der britische Richter Clive Halsall, der bei C saß, läutete das Paar nach dem Anfangsgruß ab.
Damit war zugleich die Mannschaftswertung für Thailand beendet. Das Team war lediglich mit drei Paaren nach Aachen gereist und verfügte somit über kein Streichergebnis. Durch die Disqualifikation konnte Thailand kein vollständiges Mannschaftsergebnis mehr erzielen.
Die FEI betont, dass eine Disqualifikation aufgrund der Blutregel oder einer Lahmheit nicht automatisch ein Fehlverhalten des Reiters bedeutet. Die entsprechenden Bestimmungen dienen in erster Linie dem Schutz des Pferdewohls sowie der Fairness und Integrität des Wettbewerbs. Wir finden: ein richtiges und wichtiges Zeichen, um die Zukunft eines fairen Pferdesports zu sichern.





