Was Pferdeäpfel über Pferde verraten

Das verrät die Konsistenz von Pferdeäpfeln

Foto: Pixabay
Glänzend, einzeln, klein oder hart? Aus der Konsistenz von Pferdeäpfeln lässt ich einiges ablesen. Wir verraten, was:

Glänzend, einzeln, geben nach, wenn man auf sie tritt: So in etwa lässt sich die Konsistenz eines Haufens gesunder Pferdeäpfel beschreiben.

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Klein, hart glänzend zwar, kommen jedoch einzeln

Pferdeäpfel, die so aussehen, waren viel zu lang im Verdauungstrakt. Das bedeutet, dass dem Futterbrei zu viel Wasser entzogen wurde. Bei solchen Pferdeäpfeln kann eine Verstopfungskolik drohen. Das Problem ist, Pferde zum Trinken zu animieren. Vor allem, wenn sie Schmerzen haben, trinken Pferde nicht gerne kaltes Wasser.

Futtertipp: Bieten Sie lauwarmes Wasser an, reduzieren Sie das Kraftfutter und geben Sie mehr Heu.

Ganze Körner, lange Halme

Wer das entdeckt, sollte mit seinem Tier unbedingt zum Pferdezahnarzt. Wenn Pferde Haken an den Zähnen haben, können sie nicht mehr richtig kauen und ihr Futter zerkleinern.

Weich, keine einzelnen Bollen zu erkennen

Bei einem gesunden Pferd regulieren sich zu weiche Pferdeäpfel von selbst. Grund kann etwa ein Weidewechsel sein. Irgendwann hat sich das Pferd an das neue Futter gewöhnt. Doch der Pferdedarm enthält eine empfindliche Zusammensetzung an Mikroben, ist daher sehr sensibel und reagiert auf die kleinsten Schwankungen recht heftig.

Bei weichem Kot sind die Mikroorganismen im Dickdarm durcheinander. Die negativen haben sich vermehrt, der vordere Verdauungstrakt ist überfordert und die Passagezeit der Nahrung dadurch zu kurz. Am Ende kommt ein weicher Brei hinten raus.

Futtertipp: Heil- oder Kieselerde hilft sehr gut. Beides puffert den Magen-Darm-Trakt und wirkt gegen Übersäuerung. Gut sind auch rechtsdrehende Milchsäurebakterien aus Joghurt für den Heilungsprozess oder ein Schuss Obstessig übers Futter, da er basisch verstoffwechselt wird. Grundsätzlich gilt: Vermeiden Sie krasse Futterwechsel! Das bedeutet: Nicht einfach von heute auf morgen mehr Stärke füttern, weil das Pferd mehr arbeitet. Das Gleiche gilt für Öl, Karotten oder anderes Saftfutter. Pferde sind Steppentiere und auf langsame Futteraufnahme spezialisiert.

Durchfall beim Pferd

Sind Pferdeäpfel so flüssig, dass sie nicht mal mehr einen Haufen bilden, sondern eher an einen Kuhfladen erinnern, sollten Sie unbedingt Fieber messen und einen Tierarzt rufen. Hinter Durchfall kann ein Infekt stecken, bei dem der ganze Organismus betroffen ist und nicht nur der Verdauungstrakt.

Kotwasser

Vor allem ältere Pferde haben im Winter, wenn sie nicht mehr auf der Weide stehen, Probleme mit Kotwasser. Durch den Wegfall des Weidegangs sind sie gestresst, können das harte Heu nicht mehr gut verwerten und das fehlende Gras kann die Mikroorganismen aus dem hinteren Darmbereich nicht mehr unterstützen.

Futtertipp: Um das Kotwasser in den Griff zu kriegen, sollten Sie das Pferd trotzdem Gras fressen lassen. Denn die Psyche ist der Hauptfaktor für Kotwasser. Deswegen sind vor allem auch Tinker und Schimmel betroffen. Sie werden oft aus der Herdengemeinschaft ausgegrenzt und haben dadurch psychischen Stress.

16.01.2019
Autor: Kristina Hofer
© CAVALLO
Ausgabe 1/2019