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Eine feste Bezugsperson macht Pferde gelassener

Gelassener dank guter Pferd-Mensch-Beziehung So stark profitieren Pferde von einer Bezugsperson

Eine stabile Beziehung zu einer festen Bezugsperson macht Pferde offenbar gelassener und aufgeschlossener gegenüber neuen Situationen und Gegenständen. Das zeigt eine finnisch-französische Studie.

Ein internationales Forschungsteam der Universität Turku, der Universität Helsinki und des französischen Forschungsinstituts INRAE untersuchte die Interaktionen zwischen Pferden und Menschen sowie die Reaktion von Pferden auf neue Situationen. Mit 76 Freizeitpferde in Privatbesitz aus der finnischen Region Turku führten die Wissenschaftler zwei Verhaltenstests durch. Dabei ging es um die Reaktionen der Pferde auf neuartige Objekte. Untersucht wurde dabei auch, ob das Pferd anders reagierte, wenn es bei der Konfrontation mit dem neuen Objekt seinen vertrauten Besitzer an der Seite hatte oder einen Fremden. Die Pferde wurden auf zwei unbekannte Oberflächen geführt – eine weiße Plane und eine flauschige Decke. Zu einer von beiden führte der Besitzer, zur anderen die fremde Person. Im zweiten Test zeigte entweder der Besitzer oder ein Fremder den Pferden ein Stofftier. Eine Minute hatten die Pferde Zeit, von sich aus Kontakt mit dem Stofftier aufzunehmen, danach versuchte die Person, den Hals des Pferds mit dem flauschigen Tier zu berühren.

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Lisa Rädlein
Eine enge Bezugsperson macht Pferde in potentiellen Schrecksituationen gelassener.

Pferde mit enger Bezugsperson haben auch gegenüber Fremden mehr Vertrauen

Das Ergebnis der Studie: Pferde mit mehreren Kontaktpersonen, einer kürzeren Beziehung zu ihren Besitzern und Pferde, die schon mehrere Besitzerwechsel hinter sich hatten, zeigten gegenüber den neuen Objekten eine größere Zurückhaltung. Eine exklusive Beziehung zu einer Bezugsperson führte zu mehr Gelassenheit gegenüber den neuen Objekten, sie stieg mit der Dauer der Beziehung weiter an. Interessanter Punkt: Pferde, die eine stabile Beziehung zu ihrem Besitzer hatten, waren nicht etwa misstrauischer, wenn eine fremde Person sie führte, wie die Forscherinnen und Forscher vermutet hatten. Stattdessen schienen sie die Erfahrungen mit ihrem Halter zu verallgemeinern und auch gegenüber fremden Personen mehr Vertrauen zu zeigen.

Pferde, die älter als 18 Jahre alt waren, weigerten sich in der Studie häufiger, auf die Plane oder Decke zu treten, wenn sie von einem Fremden geführt wurden. Wurden sie von ihrem Besitzer geführt, taten es dagegen fast alle. Eine mögliche Erklärung könnte schlechteres Sehvermögen im Alter sein. Damit könne die Unsicherheit gegenüber neuen Personen steigen und das Vertrauen zur Führperson wichtiger werden.

Die Studie im Originaltext können Sie online nachlesen.

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