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8 Tipps für Pferde im Winter

So machen Sie Ihr Pferd winterfest

Wenn Sie diese 8 Tipps beherzigen, kommen Sie und Ihr Pferd bestens durch die kalte Jahreszeit.

Das macht Decken wieder winterfit

Der beste Wetterschutz fürs Pferd ist sein Fell. Am liebsten sind Pferden Temperaturen von minus 8 bis plus 15 Grad. Ausnahme: Komplett geschorene, alte, sehr junge oder dünne Pferde brauchen eine Decke zum Schutz vor Kälte.

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Bereit für den Einsatz: Haben Ihre Decken nach dem vergangenen Winter eventuell noch Risse oder Löcher? Dann können Sie sich im Outdoor-Bereich umschauen: Klebeflicken oder Zeltflicken und Zeltkleber sowie Reparaturband leisten auch für Pferdedecken gute Dienste. Vorsicht beim Nach-Imprägnieren: Decken mit Fleecefutter sprühen Sie besser ein, statt diese mit Imprägnierung zu waschen; sonst lagert sich das Mittel auf dem Futter ab und der Schweiß wird schlechter aufgenommen.

Trockenaluf: Abschwitzdecken saugen nach getaner Arbeit den Schweiß aus dem Fell. Damit die Decke schnell wieder einsatzbereit ist und nicht schimmelt, muss sie gut trocknen. Entweder auf speziellen Deckenständern, die es zum Beispiel im Fachhandel gibt, oder vollständig ausgebreitet an einem trockenen Ort.

Intakte Tränken löschen den Durst

Pferde brauchen auch im Winter genug Wasser, sonst drohen Verstopfungskoliken; der Bedarf eines Großpferds liegt bei rund 30 Litern täglich. Falls es zu wenig trinkt, wenn das Wasser zu kalt ist, sollten Sie temperiertes Wasser anbieten. Damit Tränken nicht einfrieren – oft reichen Temperaturen um null Grad – ist ein regelmäßiger Durchlauf wichtig. Prüfen Sie täglich, ob das Wasser noch fließt. Das gilt auch für beheizbare Tränken. Auf Weide oder Paddock sorgen spezielle Thermotränken für eisfreien Wassergenuss.

Vorsicht bei Frost: Tauen Sie niemals gefrorene Leitungen auf. Zum einen ist der Effekt nicht nachhaltig – das Wasser gefriert wieder, sobald die Rohre auskühlen. Zum anderen schadet der Temperaturunterschied den Leitungen. Sie werden leck. Besser: Rohre mit Isolierung und Plastik ummanteln. Oder mit Heizkabeln nachrüsten.

Winterfütterung: So kommt Ihr Pferd gesund durch den Frost

Im Winter ist frisches Gras Mangelware. Daher steht vor allem Heu auf dem Speiseplan der Pferde. Auch gutes Futterstroh liefert Energie (siehe auch Bericht Futter & Bett – Stroh unter der Lupe). Davon brauchen Pferde im Winter reichlich, um die energiezehrende Thermoregulation zu meistern. Dabei hilft Heu von guter Qualität. Bei dessen Verdauung entsteht Fermentationswärme, die von innen wärmt.

Öl für kranke und alte Pferde. Ein Schuss Öl übers Futter liefert eine Menge Kalorien. Ein Liter Öl enthält etwa doppelt so viel Energie wie ein Liter Hafer. Auch Pferde im Offenstall vertragen im Winter eine Portion Öl (ca. 40 ml/Tag).

Langsame Umstellung: Der empfindliche Magen-Darm-Trakt des Pferds muss sich langsam an jede Futterumstellung gewöhnen, das gilt auch für Zusätze wie Öl. Mash oder Rübenschnitzel liefern Energie und helfen der Verdauung in den eher bewegungsarmen Wintermonaten; auch sie sollten natürlich nicht von heute auf morgen in größeren Mengen im Trog landen. Im Winter brauchen Pferde zudem Extra-Vitamine. Zwei Kilo Karotten etwa decken den Bedarf an Vitamin A. Wie viel Mineralfutter Ihr Pferd benötigt, klären Sie am besten mithilfe eines Futterexperten anhand einer professionellen Rationsplanung.

Über Stock und Eis: Weide, Paddock und Co. bei Minusgraden

Bewegung an der frischen Luft tut Pferden auch im Winter gut. Mindestens vier Stunden am Tag fordern Experten. Wie bewerkstelligt man das am besten bei Matsch, Schnee und Eis?

Keine Buckelpiste: Planieren Sie die Weide mit einer Glattwalze vor dem ersten Frost und warten Sie, bis der Boden gefroren ist, bevor Sie Pferde auf die Weide stellen. So vermeiden Sie die typische gefrorene Buckelpiste auf der Pferdeweide, die ein hohes Verletzungsrisiko darstellt. Wer einen wetterfesten Auslauf mit Betonsteinen hat, kann mit einer drei Zentimeter dicken Sandschicht bei gefrorenem Boden für mehr Grip sorgen. Dennoch gilt hier für die Pferde Schritt-Tempo. Auf einem Boden mit Lochmatten oder Bodenraster in Kombination mit Splitt und Sand können Pferde dagegen auch bei Regen oder Schnee spielen und Gas geben.

Zugluft im Pferdestall sollten Sie im Winter vermeiden. Frische Luft dagegen nicht. Hier helfen Windschutznetze in den Fenstern und Lamellenvorhänge aus PVC in Paddockboxen oder Offenställen. Im Winter nimmt die Elastizität des Materials allerdings mit sinkender Temperatur ab, es wird härter. Dieser Effekt ist völlig normal und verschwindet mit steigenden Temperaturen wieder. Alte Lamellen werden jedoch irgendwann spröde und brechen dann leichter. Prüfen Sie daher vor dem Winter, wie gut die Vorhänge noch in Schuss sind. Zur Not tauschen Sie einzelne Lamellen aus.

Medikamente trocken und frostfrei lagern

Informieren Sie sich in der Packungsbeilage über die optimale Aufbewahrungstemperatur. Diese liegt bei den Medikamenten, die typischerweise in der Stallapotheke vertreten sind, meist bei Zimmertemperatur (15 bis 25 Grad). Wichtig: Halten Sie diese Temperatur für die Lagerung weitgehend konstant.

Tierärzte empfehlen: Medikamente eher nicht im Pferdestall lagern! Wenn doch, bitte im Spind in einem verschließbaren Medizinschrank. Kälteempfindliche Medizin lagern Sie zusätzlich in einer Styroporbox. Werfen Sie gefrorene oder aufgetaute Medikamente weg: Sie sind nicht mehr wirksam und sicher.

Schneeausritt mit Rutschpartie?

Mit Stiften, Stollen oder barhuf ist Ihr Pferd im Winter sicher unterwegs. Die Sturzgefahr ist aber auf Eisflächen auch mit Stollen und Co. zu hoch. Umgehen Sie vereiste Stellen, streuen Sie ausgiebig und verzichten Sie an eisigen Tagen lieber auf einen Ausritt.

Tipps für mehr Grip: Barhuf-Pferde sind im Winter besser dran. Sie haben mehr Halt im Schnee als mit Eisen, weil sie den Untergrund besser fühlen. Der Strahl sorgt für einen natürlichen Grip. Ein Trick verbessert kurzfristig den Grip von Barhufern: Reinigen Sie den Huf und tragen Sie Polyurethan-Hufkleber auf die Sohle auf. Während der Kleber trocknet, streuen Sie Vogelsand auf den Huf. Wer auf Eisen nicht verzichten kann, dem liefern Stollen oder Stifte den nötigen Grip. Gut sind Stollen, die Sie selbst anund abschrauben können. Denn im Stall nehmen Sie die Stollen besser ab, damit das Pferd sich oder andere nicht verletzt. Alternative zum Eisen: Hufschuhe mit Stollen. Aufstollen von Schnee bei beschlagenen Pferden verhindert am effektivsten Hufgrip. Der Schmied setzt die Gummiplatte zwischen Eisen und Huf. Nachteil: Durch das Gummi bewegt sich der Hufnagel im Horn mehr, Keime dringen leichter ein.

Schützen Sie das Futter vor Kälte

Wie lagere ich Heu im Winter schimmelfrei? Darf ich gefrorenes Saftfutter überhaupt noch verfüttern?

Tipps für die Heulagerung: Qualitativ hochwertiges Heu ist in der Regel frostfrei. Trotzdem sollte das Heulager besonders in der kalten und nassen Jahreszeit stets trocken und sauber sein. Ein luftiger Lagerraum verhindert die Bildung von Kondenswasser, welches das Heu anfeuchtet. Denn dadurch bilden sich Schimmel und Pilze, die das Heu ungenießbar machen. Rundballen sollten Sie so stapeln, dass die Luft zwischen den Stapeln zirkulieren kann. Halten Sie dafür den Abstand zwischen den Heu-Türmen so groß wie möglich. Kontrollieren Sie den Heubestand regelmäßig, um bei Schimmelbefall rechtzeitig eingreifen zu können.

Tipps für Ihr Futterlager: Gefrorene oder aufgetaute Möhren und anderes Saftfutter dürfen Sie nicht mehr verfüttern. Wenn das Saftfutter gefriert, ändert sich seine Struktur und Bakterien und Pilze siedeln sich leichter an. Lagern Sie das Saftfutter in einer isolierenden Styroporbox oder einem Karton, den Sie mit Stroh auskleiden – so schützen Sie es vor Frost. Müslis lagern Sie in einem trockenen Raum in fest verschließbaren und eventuell isolierten Behältern. Die ideale Temeratur für die Lagerung des Kraftfutters liegt zwischen 10 °C und 20 °C.

Weidegang bei Frost

Pferden macht gefrorenes Gras in geringen Mengen nichts aus. Allerdings speichert Gras bei frostigen Temperaturen vermehrt Fruktan. Dieser langkettige Zucker kann bei empfindlichen Pferden Hufrehe auslösen. Kotwasser hingegen wird durch Stress und nicht, wie oft gedacht, durch gefrorenes Gras ausgelöst. Der Grund: Viele Pferde stehen im Winter zu lange im Stall. Das ist Anspannung pur für die Tiere – die braune Brühe läuft.

Tipp: Stellen Sie Ihrem Pferd auch auf Weide oder Matschkoppel Raufutter zur Verfügung. Satte und zufriedene Pferde büxen obendrein nicht so schnell aus.

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Nicht alle Pferde können kraftvoll zubeißen.

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