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Eohippos setzt auf ausgesuchte Futter-Komponenten

Eohippos setzt auf ausgesuchte Futter-Komponenten „Wir setzen auf innere Werte statt bunter Säcke!“

Von der Rezeptur bis zum Verkauf: Bei Eohippos Premium Horse Feed arbeitet man ganzheitlich. Über wertvolle Rohstoffe und die Vorteile von Nachhaltigkeit.

CAVALLO: Frau Frey-Fischer, wie lässt sich Ihre Firmenphilosophie beschreiben?

Isabell Frey-Fischer: Nachhaltigkeit war für uns ein Gebot der ersten Stunde. Wir haben Eohippos vor elf Jahren auch deshalb gegründet, weil uns gestört hat, dass in vielen Futtermitteln Rohstoffe benutzt werden, die von weit her kommen, etwa Zuckerrohr-Melasse, Palmöl – oder gentechnisch verändertes Soja. Aber lange Transport- wege sind ja nicht nachhaltig und wir möchten auch nicht zur Abholzung der Regenwälder beitragen.

Welche Konsequenzen folgten für Sie daraus?

Wir verzichten auf Soja, Palmöl und Reis, und etwa auch auf Weizenflocken. Die kommen in 70 Prozent aller Pferdefuttermittel vor. Das sind dann aber computergesteuerte Standardmischungen, häufig nach Schema F. Wir lassen viele übliche Bestandteile weg und mischen unseren Produkten weniger gängige, ausgesuchte Komponenten bei. Und da wir keine Füllstoffe wie Kleie und Schalen verwenden, muss man von unserem Produkt auch weniger füttern. Das relativiert den etwas höheren Preis wieder.

Warum lassen Sie Melasse und Weizen denn weg?

Melasse wird häufig aus Zuckerrohr gewonnen – und nicht aus Zuckerrüben. Zuckerrohrmelasse kommt aus Afrika, die Arbeitsbedingungen lassen hier oft zu wünschen übrig. Wir möchten aber regionale Zutaten. Diese Art von flüssigem Zucker wird meist nur zur Erhöhung der Fressakzeptanz und Staubbindung im Futter eingesetzt. Weizen verwenden wir in keinem unserer Produkte, auch weil er häufig mit Mykotoxinen belastet ist, oftmals mit Hormonen, sogenannten Halmverkürzern behandelt wird, um den Ertrag zu erhöhen – und weil für den Anbau Monokultur betrieben wird. Hinzu kommt: Weizen ist aufgrund des enthaltenen Glutens kein Pferdefutter.

Welche Zutaten verwenden Sie stattdessen?

Wir setzen auf Raps, Sonnenblumenkerne und Leinsamen. In den getreidehaltigen Futtermitteln ist natürlich auch Hafer enthalten. Übrigens: Beim Raps- und Sonnenblumen-Anbau profitieren, anders als beim Weizenacker, auch Insekten, weil hier Nährpflanzen wachsen. Zudem sind Sonnenblumenkerne eine prima Protein-Quelle.

Vielen Verbrauchern ist ja gar nicht bewusst, in wie vielen Futtermitteln Palmöl und Palmfett enthalten sind. Auch Fisch- und Knochenmehl sind häufig Bestandteile. Wir sind da auch vegan, wenn Sie so wollen.

In Sachen Verpackung agieren Sie ja eher unauffällig.

Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz. Unser Futter soll als Futter überzeugen! Wir haben also einen Sack für alle Futtersorten. Der Vorteil: Wenn wir am Futter etwas ändern, müssen wir nicht massenweise Säcke vernichten. Wir verwenden möglichst wenig Druckfarbe, und diese ist wasserbasierend. Die Säcke lassen sich recyceln, sie sind ungebleicht und werden in einem Unternehmen hergestellt, das viel auf Solarenergie setzt. Das Papier kommt aus nachhaltiger Forstwirtschaft: Wird ein Baum gefällt, werden drei neue gepflanzt. Kurz: Wir setzen auf innere Werte.

Selbstverständlich können wir Supplemente, die beispielsweise lichtempfindlich sind, nicht in Papier verpacken, weil das Produkt dann schnell verderben würde. Aber auch hier halten wir den Plastikanteil so gering wie möglich. Unsere Dosen kann man später auch weiternutzen. Denn wenn schon Kunststoff, dann bitte auch werthaltig.

Als Sie anfingen, war Nachhaltigkeit kaum ein Thema. Fühlen Sie sich als Trendsetter?

Das wäre wohl übertrieben. Aber uns ist aufgefallen, dass wir einige Mitbewerber inspiriert haben. Das freut uns, denn so eine Entwicklung ist ja auch gut – für die Pferde und für die Nachhaltigkeit.

Zur Person

Isabell Frey-Fischer (40) ist Tierheilpraktikerin, Pferdetherapeutin und Leiterin des Eohippos Pferderehazentrums. Zusammen mit Donate Ibertsberger betreibt sie das Viernheimer Unternehmen. www.eohippos-pferdefutter.de

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